[[sagen:sbdss96-05| <<< zurück ]] | **[[buch:sbdss|Sagenbuch der Sächsischen Schweiz]]** | [[sagen:sbdss01| weiter >>>]] ====== Vorwort und Einleitung ====== > Motto: "Die Volkssage will mit keuscher Hand gelesen und gebrochen sein." > Grimm, Deutsche Mythologie Bei dem regen Interesse, das man zur Zeit überall der Volkskunde entgegenbringt, bedarf eine Sagensammlung wohl kaum einer Entschuldigung, besonders für eine Gegend, die derselben bis heute entbehrte. Zudem möchte das vorliegende Büchlein die landläufige Ansicht widerlegen, daß der "sächsischen Schweiz" bei aller Fülle landschaftlicher Schönheiten der Schmuck der Sage fehle, der alle anderen deutschen Gaue ziert. Schon dem Knaben schien dieses Urteil ungerecht, wenn er mit seinem Großvater die Fluren und Waldungen seiner Vaterstadt Sebnitz durchstreifte und der heimatskundige Mann fast an jeden Bergrücken oder Weiher, wie an alte düstere Gebäude eine sagenhafte Erzählung zu knüpfen wußte. War das Sebnitzer Weichbild so reich an Erzeugnissen der dichtenden Volksseele, so schien es undenkbar, daß die holde Blume der Sage auf dem Nachbarboden so arg verkümmert sei. Die wildzerklüfteten Sandsteinfelsen mit ihrem dichten Waldmantel, die tiefen, dunklen Gründe, wo geheimnisvoll die Wasser rauschen, und endlich die zahlreichen Burgtrümmer auf den Höhen mußten doch die Phantasie der Umwohner erregen, ihnen geradezu die Sagen ins Ohr raunen. So ging ich denn aus, den erhofften Schatz zu suchen, und mit der Zauberrune: "Liebe zur Heimat" gelang es auch ihn teilweise zu heben. Allerdings ist es kein Nibelungenhort; unansehnlich und gering an Zahl sind die Goldkörner; dafür aber ist es Elbegold und uns vertraut. Der Vorwurf der poetischen Unfruchtbarkeit trifft unsere Gebirgler also mit Unrecht, wenn auch unsere Berge im Vergleich mit anderen Gegenden noch heute sagenarm erscheinen. Besonders auffallend ist der Mangel an Erzählungen, in denen sich ein alter Mythus niedergeschlagen hat; auch die Heldensage wird man hier vergebens suchen. Diese befremdliche Thatsache läßt sich aber ungezwungen aus der geschichtlichen Entwickelung unseres Landstriches erklären. Das Gebiet der „sächsischen Schweiz" war schon etwa seit dem 10. Jahrhundert von slavischen (sorbenwendischen oder czechischen) Nomaden oder Ackerbauern dünn bevölkert.((Die slavische Urbevölkerung wird meist hartnäckig bestritten. Doch beurkunden zahllose slavische Orts-, Fluß-, Berg- und Flurnamen ihren hiesigen Aufenthalt. Auch die Sage (Nr. 66 und 84), sowie Ueberreste wendischer Sitten (das Burkhardsfest und die Abdankung) erinnern an die Slaven.)) Im 13. Jahrhundert rückten dann die deutschen Kolonisten in das bis dahin noch wenig gelichtete Waldgebiet ein und setzten sich in den Flußthälern und auf den sogenannten Ebenheiten fest. Ob die Kolonisation friedlich vor sich ging, oder ob vor dem Pfluge das Schwert klirrte, läßt sich nicht mehr entscheiden. Nur die Sage weiß noch von einer durch die Deutschen gestürmten Sorbenburg zu melden. Nr. 84. Jedenfalls waren die Deutschen in den Augen der hiesigen Slaven Eindringlinge, vor denen sie das kostbarste Gut, das ein Volk besitzt, seinen Schatz an religiösen Vorstellungen und nationalen Ueberlieferungen, Faktoren, aus denen die ältesten Sagen resultieren, sorgsam hüteten. Zudem mußte schon die ungleiche Kopfzahl einen Einfluß der slavischen Minderheit auf die Gedankenwelt der Deutschen verhindern. Nur der Name des wilden Jägers (Nr. 26 u. 32) verrät die slavischen Gevattern. Er heißt Bann oder Pan Dietrich, vom slavischen pan = Herr.((pán (böhmisch) hat attributiv vor einem Substantiv gebraucht in allen Kasus des Sing. die Länge verkürzt. Ausnahmen: pán Ježíš Kristus und pán Bůh. Zu beachten ist Bern Dietrich.)) Daß die Deutschen selbst reiches Sagengut aus der alten Heimat mitbrachten, ist unzweifelhaft; allein hier trug eine Eigentümlichkeit der Sage selbst bei, diese heimatlichen Erinnerungen auszulöschen. „Die Sage hat das Besondere, daß sie an etwas Bekanntem und Bewußtem haftet, an einem Orte oder einem durch die Geschichte gesicherten Namen." (Grimm, Deutsch. Sagen. 2. Aufl. Berlin 1865. Bd. I. S. V.) Mit der Auswanderung aus ihren fränkischen oder thüringischen Stammsitzen gingen unseren Vorfahren diese Verbindungen verloren. In dem fremden Lande fand die Sage keinen der Fußpunkte, auf denen sie daheim geruht, sie schwebte gleichsam in der Luft und ward von den Stürmen der Jahrhunderte verweht. Trotzdem ist es nicht unmöglich, daß sich eine Menge ehrwürdiger Ueberlieferung erhalten hatte, die erst unserem Geschlechte verloren ging. In früheren Jahrhunderten, ja eigentlich bis Götzinger, war unser Gebirge eine terra incognita; wer sollte Interesse daran haben, seine Geschichte und seine Sagen aufzuzeichnen? Die hiesigen Chronikenschreiber aber, Weiße, Süße, Gerke, Götzinger u. a., die im 18. Jahrhundert auftreten, waren geistliche Herren, welche, seltsam genug, sowohl als strenggläubige Theologen wie auch als Kinder der Aufklärungsperiode den Wert der Sage vollständig verkannten und sie möglichst unterdrückten.((Vgl. die charakteristischen Aeußerungen Gößingers und des Hauptmanns Buchhäuser in Anmerkg. 46 und 59.)) Allein schon für jene Zeit gilt das Wort, welches die Brüder Grimm 1819 ihren "Kinder- und Hausmärchen" voranschickten: "Es war vielleicht hohe Zeit, diese Märchen festzuhalten, da diejenigen, die sie bewahren sollen, immer seltener werden." Dem Bedürfnisse nach "alten" Sagen suchten nun sehr bald romantische Köpfe in phantasievollen Dichtungen entgegenzukommen. Solche Arbeiten mögen ja ihre Berechtigung haben, dem kritiklosen Sammler werden sie leicht verhängnisvoll. Schon 1835 erschien in Pirna „Jutta von Duba. Eine Skizze der Vorzeit des Meißner Hochlandes, der Lausitz und des nördlichen Böhmens. Nach alten Chroniken bearbeitet von Dr. Ewald Dietrich."((Kurze Biographie des Verfassers in Ueber Berg und Thal". 12. Jhrg. Nr. 2.)) Die Angabe "nach alten Chroniken" ist cum grano salis zu verstehen, da bis auf die Personen- und Ortsnamen alles freie Dichtung ist, etwa die unter Seite 164 ff. erzählte Gründung des Klosters Marienstern bei Kamenz ausgenommen, die auf alten Traditionen beruht. (Die Quellen dieser Sage bei Gräße II. S. 289.) Auf Dietrich folgte der Lohmener Schuster C. J. Hofmann mit seinem Werke: „Das Meißner Hochland oder die sächsische Schweiz." Lohmen 1842. Darin sind eine ziemliche Anzahl Sagen erzählt, meist in gebundener Rede, unter anderen auch: „Der Einsiedler im Ottowalder Grunde“ (S. 152), "Jutta von Duba“ (S. 171 f.) und „Der Ursprung von Schandau“ (S. 313), die er von Dietrich entlehnt hat. Außerdem sucht er (S. 465) den schlesischen Rübezahl in unser Gebirge einzuschmuggeln.((Von dieser plumpen Erfindung sind wir durch Prof. Ruge (Ueber Berg und Thal. 7. Ihrg. Nr. 3) glücklich befreit. Mit richtigem Gefühl hatten auch unsere Gebirgler den Rübezahlschwindel“ schon abgelehnt.)) Im folgenden Jahre edierte Wilhelm Müller: „Die sächsische Schweiz. Ein Sagen-Cyklus." Berlin 1843. Auf 322 Oktavsseiten führt uns der Dichter in acht Novellen, denen jeder historische oder sagenhafte Kern fehlt, von der Vorwelt (!) bis zur Gegenwart. In jüngster Zeit endlich erschien: „Die Fahrt durch das Sagenreich der Sächsischen Schweiz." Dichtung von Eduard Dietrich. Dresden 1893. Leider erwecken die recht volksmäßigen Gedichte, die vereinzelt schon früher an den besuchtesten Punkten der sächsischen Schweiz zu lesen waren, bei uneingeweihten den Glauben, als ob man es hier mit echten Sagen zu thun habe, da zuweilen wirklicher Sagenstoff, allerdings willkürlich gefärbt, untergelegt ist. Die meisten der dort behandelten Sagen sind aber eben nur Dichtung, so auch die, schon in den „Bergblumen" 1886, Nr. 8 S. 6 erzählte Geschichte von der Erbauung der Lochmühle. So bleibt als wesentliche Vorarbeit für mich nur der „Sagenschatz des Königreichs Sachsen“ von Gräße, der 1854 in erster Auflage, 1874 in zweiter Auflage (G. Schönfelds Verlag, Dresden) erschien. Gräße hat von Hofmann die oben erwähnten vier unechten Sagen als die Nr. 186, 187, 200 und 203 übernommen. Sie sind, ebenso wie seine Nr. 169, 176 und 179, an denen ich keinen sagenhaften Zug entdecken konnte, von mir weggelassen worden. Nur Nr. 203 habe ich beibehalten, doch ist die Aufnahme in Anmerkg. Nr. 86 begründet. Aus Gräße schöpfte Heinrich Albert in seinen: „Schönsten Sagen der Sächsischen Schweiz und des Dresdner Elbthales." Dresden o. J. (wohl 1893), die lediglich eine novellistische Ueberarbeitung des in der Quelle Erzählten sind.((Nachdem mein Buch schon abgeschlossen war, erschienen die Sagenklänge aus der sächsischen Schweiz" von O. Rebros (Sorber), Löbau i. S. v. J. Das fleißig, aber kritiklos zusammengelesene Werkchen enthält etwa ein Drittel der von mir beigebrachten Sagen. Ich habe daraus nur die Wundersage vom „Gottesthaler“ Nr. 94 aufgenommen, die mir entgangen war.)) Soweit ich bisher ungedruckte Sagen beibringe, sind dieselben wirklich dem Volke abgelauscht und selbst in dessen Redeweise niedergeschrieben, so daß ich wenigstens auf diesen Teil meiner Arbeit das Wort der Brüder Grimm anwenden darf: „Das erste, was wir bei Sammlung dieser Sagen nicht aus dem Auge gelassen haben, ist Treue und Wahrheit." Zur Vergleichung wurden in der Hauptsache nur die Sagensammlungen der Nachbargebiete herangezogen: Gräße, Sagenschaß des Kgr. Sachsen. Dresden 1874. \\ Haupt, Sagenbuch der Lausiz. Leipzig 1862. \\ Gradl, Sagenbuch des Egergaues 1892 und die \\ Mitteilungen des Nordböhmischen Exkursionsklubs. Eedigiert von Prof. Paudler, Leipa.\\ Mythologische Ausdeutungen sind nur vereinzelt in den Anmerkungen versucht, welch letztere, aus praktischen Gründen, nicht als Fußnoten, sondern im Anhange beigegeben wurden. Doch wird der Kenner selber schon in den vorliegenden, verhältnismäßig jungen Sagen, vor allem aber in dem Anhange, noch hier und da Anklänge an heidnisches Wesen entdecken. Nur auf den Valtenberg sei besonders aufmerksam gemacht. Das mächtige Waldgebiet des Hohwaldes, der im Valtenberge gipfelt, vermochte das menschliche Auge nicht zu überschauen, und so blieb der Berg den Umwohnern in geheimnisvolles Dunkel gehüllt. Dazu kam, daß die vielen goldschimmernden Glimmerblättchen, die sich über den ganzen Berg verbreitet fanden und auch in den vielen Quellen glitzerten, den Glauben an einen unermeßlichen Reichtum des Berges erweckten, der von den wiederholt hier erscheinenden fremden Goldsuchern (Walen) genährt wurde.((Vgl. Dr. Pilk, D. Hohwald in Geschichte und Sage. Belletrist. Beilage 3. fächs. Erzähler 1891, Nr. 52, sowie Cl. König, N. Laus. Mag. 1886. Siehe auch Sage Nr. 53 und Anmerkg.)) Weil nun "um alles menschlichen Sinnen ungewöhnliche, was die Natur eines Landstriches besitzt, sich ein Duft von Sage und Lied sammelt" (Grimm, Deutsch. Sagen S. VIII), so ist der Valtenberg, an der Grenze der sagenreichen Lausitz gelegen, ein poesieumwobenes Haupt vor allen Berggipfeln im Meißner Lande. ((Um ein gewisses Ebenmaß zu wahren, sind nicht alle Valtenbergsagen aufgenommen worden. Man findet die fehlenden bei Cl. König a. a. O. und Dr. Pilk a. a. =.)) Teufel, wilder Jäger, Querxe, Holzweibel, kurz, eine ganze mythologische Gesellschaft findet sich hier zusammen. Eigentümlich ist es, daß sich außerdem nur noch an zwei Orten, und zwar ebenfalls an der Grenze unseres Gebietes, Zwergsagen gebildet haben, bei Lohmen (Nr. 9) und am Cottaer Spitzberge (Nr. 10). Bezüglich des Valtenberges sagt Cl. König a. a. O.: "Die Querxsagen deuten darauf hin, daß sie von der Lausitz her hier eingezogen. Kehren doch die Zwerge nach Gaußig zurück um ihre Hochzeit zu feiern" (Nr. 7), und an anderer Stelle: "Der Umstand, daß Pan Dietrich seine Burg zwischen Mönnichswalde und Wilthen hat und seine Jagd bis an den Falken- und Angstberg ausdehnt, scheint anzudeuten, daß diese Sage sich später erst bis hierher ausgebreitet hat.“ (N. L. Mag. 86. S. 73). Es wandern aber auch die Querxe vom Spitzberge auf dem linken Elbufer nach der Oberlausitz aus (Nr. 10), wobei ein Eindringen der Sage von dorther wohl ausgeschlossen ist. Die Zwerge flüchten vielmehr überall vor dem Klange der Kirchenglocken, die ihnen die christliche Kultur verkünden, in unkultivierte Gegenden. Nun galt aber die Lausitz mit ihren wendischen Bewohnern, sit venia verbo, bei uns immer als ein jungfräuliches Land, welche Eigenschaft mit dem Worte „wendsche Türkei“ kurz ausgedrückt wurde. Was Wunders, daß man die Zwerge, als sie auswanderten, d. h. als der Glaube an sie verloren ging, ins sächsische Pfefferland, in die wendische Türkei schickte. Auch der wilde Jäger wird wohl dem Valtenberge eigentümlich sein, denn er jagt auch im Sebnitzer Walde (Nr. 26), wo an keine Uebertragung aus der Lausitz zu denken ist. Es scheint endlich an der Zeit, mit kurzen Worten die Grenzen anzudeuten, innerhalb deren die vorliegenden Sagen entstanden sind. Hätte man unter „sächsischer Schweiz“ nur das Gebiet des Elbsandsteins begriffen, so wäre damit ein beträchtlicher Landstrich, dessen Bewohner durch Geschichte, Sitte und Mundart eng mit den Elbanwohnern verbunden sind, von der Aufnahme ausgeschlossen worden. Den Begriff so weit auszudehnen, wie sich die Sektionen des „Gebirgsvereins für die sächsische Schweiz" erstrecken, war aus leicht begreiflichen Gründen ebenfalls unthunlich. So bildete ich schließlich einen Komplex, der einerseits von der Landesgrenze, andererseits von den Flüssen Gottleuba und Weseniz beraint wird. Es sind in der Hauptsache die drei alten Aemter Pirna, Hohnstein und Lohmen, sowie ein Teil des Amtes Stolpen, etwa das, was man früher das „Meißner Hochland“ nannte. Nur weil diese Bezeichnung außerhalb Sachsens weniger bekannt ist, wurde der Titel „Sagenbuch der sächsischen Schweiz" vorgezogen. Ferner schien es billig, auch einige Sagen mit aufzunehmen, die zwar an böhmischem Boden haften (Nr. 4, 22, 61), aber so hart an der Landesgrenze, daß wir an ihrer Entstehung oder Bewahrung wohl gleichen Anteil haben dürften wie die böhmischen Nachbarn. Daß auch Dohna-Wessenstein mit einbezogen wurde, ist begründet in der Vorherrschaft, die die Burggrafen von Dohna im Mittelalter über unsere Heimat ausübten. Neben ihnen sind hier nur die Birken von der Duba bedeutungsvoll, woraus sich erklärt, daß der Abschnitt "Geschlechtsfragen" so dürftig ausgefallen ist. In der Anordnung des Stoffes bin ich Haupt in seinem trefflichen "Sagenbuche der Lausitz" gefolgt, verstehe auch mit ihm unter Dämonen alle übernatürlichen Wesen, sie seien gut oder böse. Dem Teufel ist ein besonderes Kapitel gewidmet. Doch scheint er sich in der "sächsischen Schweiz" nicht wohlgefühlt zu haben; wir begegnen ihm sehr selten, und die wenigen Sagen, die sich mit ihm beschäftigen, gehören erst der nachreformatorischen Periode an, wo der Teufelsglaube aller Orten blühte. Unvergleichlich größer ist die Anzahl der Spuk- und Gespenstersagen. Die meisten derselben sind wohl in Anknüpfung an uralte, abergläubische Vorstellungen in der dunklen Zeit nach dem dreißigjährigen Kriege entstanden. Von besonderem Interesse ist "der Sebnitzer Poltergeist" (Nr. 25), der eine Kategorie Spukgeister vertritt, die ihr Geschlecht bis in das graue Altertum hinaufführen und sich über ganz Europa, ja bis Java ausgebreitet haben. Vergl. Anmerkung zu Nr. 25. Bei der Fülle ähnlicher Gespenstergeschichten war, wie bei den folgenden Schatzsagen, eine Auswahl notwendig, denn fast jede Stadt ihre Spukhäuser, jedes Dorf seinen brennenden Busch, jede Höhe ihre Braupfanne Gold, und die Situation ist immer dieselbe. Unter die geschichtlichen Sagen endlich sind nach dem Vorgange vieler Sagensammler auch solche Erzählungen aufgenommen worden, die an sich nicht unwahrscheinlich wären, für deren historische Wahrheit es aber keine Bürgschaft gibt. Der Anhang will auf Vollständigkeit nicht den geringsten Anspruch erheben, sondern nur zu allgemeiner Sammelarbeit auf diesem Gebiete anregen. Vielleicht kann sich der Abschnitt "Brauch und Aberglaube" später zu einer selbständigen Arbeit entwickeln((Für denselben leistete ein Aufsatz von M. Martin in "Ueber Berg und Thal" 1. Jhrg. Nr. 10 gute Dienste. (Auch in dem Jahresberichte der Gebirgsvereinssektion Dresden 1885 abgedruckt.))) Die Kinderlieder sind auf Anregung des Herrn Lehrer Eckstorm, dem ich hiermit meinen besten Dank ausspreche, von der Sebnitzer Jugend beigesteuert: doch wurde vorläufig eine knappe Auswahl getroffen. Endlich kann ich es nicht unterlassen, Herrn Dr. Georg Pilk in Dresden für die reichliche und selbstlose Unterstützung, mit der er meine Arbeit förderte, aufs herzlichste zu danken. Es wird mein Bestreben sein, dies Buch nach bestem Können zu vervollständigen und zu verbessern, und freudig will ich jeden Freund unserer schönen Heimat als Mitarbeiter begrüßen. Sebnitz, Ostern 1894 Alfred Meiche