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text:wendischesvolksthum108

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 +====== Wendische und deutsche Fischerei-Ausdrücke der Wenden zu Burg (Spreewald) ======
 +
 +//Banja, ta,// die Kanne [um Krebse, auch Fische hinein zu thun].
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 +//bleja, ta,// der Blei.
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 +//blumbawa, plumbawa, ta,// die Blumbawa, eine Stange mit Lederplatten zum Aufscheuchen der Fische.
 +
 +//bubajnc,//((Zwahr: bubeńc, das Tönnchen, zum Fischereigeräth gehörig.)) ten, die Reuse.
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 +//cacaś// Krebse fangen.
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 +//cacawka, ta,// das Krebsnetzchen; //cacawki stajaś// Krebsnetze stellen.
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 +//cepk, ten,// der Stock [an den Flügelenden der Wate und des Garnsacks].
 +
 +//cerẃenica,//((Zwahr: cerweńca.)) //ta//, das Rothauge [Rodo].
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 +//ceslina, ta,// die [Fisch-] Schuppe.
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 +//cikan, ten, = šwikajnc.//
 +
 +//cołn, ten,// der Kahn.
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 +//cwern, ten,// der Zwirn [des männlichen Krebses].
 +
 +//delka, ta (k tym welikym hokam k štrykowanjoju)// das Brettchen (zum Stricken der grossen Maschen).
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 +//górcica, ta,// der Bitterfisch.
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 +//groch, ten,// die Erbse [als Angelköder].
 +
 +//grusk, ten,// der »Grünseling« [Gründling].((Zwahr: //ten drusk, drysk, grusk//.))
 +
 +//hobryc//, der Reifen [an Käscher und Schering].
 +
 +//hobrycka, ta//, das Reifchen [am Garnsack, Reuse und Krebsnetzchen].
 +
 +//hoko, to//, das Auge, die Masche.
 +
 +//huda, ta//, die Angel.
 +
 +//hugor, ten//, der Aal.
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 +//hukleja, ta//, der Iklei((Zwahr: //huklej//.))
 +
 +//huźiś//, angeln.
 +
 +//huźišćo, to//, die Angelstange.
 +
 +//jagły, te//, die Hirse((Im Spreewalde heisst //jagły// die gestampfte Hirse, //přoso// die Hirse in natürlichem Zustande.)) [die Eier des weiblichen Krebses].
 +
 +//jalc, ten//; der deutsche Name fehlt.((Zwahr: //ta jalica//, der Döbel.))
 +
 +//jas, ten//, die Jäse.
 +
 +//jašk, ten//, das deutsche Wort fehlt; der Eingang in Reuse, Garnsack und Fischkorb.
 +
 +//josło, to//, das Ruder.((Zwahr: //to jasło, jesło, wjasło//.))
 +
 +//kameń, ten//, der Stein [für die Reuse].
 +
 +//karaś, ten//, die Karausche.
 +
 +//karpa, ta//, der Karpfen.
 +
 +//kašor, ten//, der Käscher; //z kašorom łojś// mit dem Käscher fischen.
 +
 +//kašć, ten rybacny//, der Fischkasten.
 +
 +//klaška, ta//, die [Filet-] Nadel zum Netzestricken. Im Dorfe Leipe: //glicka//.
 +
 +//knebel, ten//, der Stock [zum Aufstellen des Garnsacks und der Reuse, und der Stock des Krebsnetzes].
 +
 +//kneblišk, ten//, das Stöckchen, Hölzchen [entweder um die Reusenstrippe am Ufer festzuhalten oder um als Flotte für sie auf dem Wasser zu schwimmen].
 +
 +//kolbarš, ten//, der Kaulbarsch; auch genannt: //ten hochlaty//, d.h. der »Rotzige«, wegen seines Schleimes.
 +
 +//kołk, ten//, das Stöckchen [Querhölzchen am Krebsnetzchen]; //ten kołk k štrykowanjoju// das Stöckchen zum Stricken der kleinen Maschen.
 +
 +//kokulka, ta//, der [Angel-] Haken.
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 +//kosywko, to//, die Pose [an der Angelschnur]((Zwahr: kosydło, kosyło.))
 +
 +//kóža, ta//, das Leder [aufgeschlagen auf der Blumbaua].
 +
 +//kozol, ten//, der Bock [zum Netzestricken].
 +
 +//křidło, to//, der Flügel [bei Wate und Garnsack].
 +
 +//kula, ta wołojana//, – //cinowa//, die Blei-, Zinn-Kaule (Kugel) [als Beschwerer am Knebelnetz und Wate]; //ta drejana k//. die [Flotte] von Holz [als Schwimmer].
 +
 +//kuźack, ten//, das Klötzchen [an Knebelnetz und Wate, aus Lindenholz, als Schwimmer].
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 +//lětoskarik, ten//, der Hecht im ersten Jahre.((Lětoskař in Leipe.))
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 +//lin, ten//, der Schlei.
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 +//łojś fangen// (fischen); //z korbom łojś// mit dem Korbe fischen.
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 +//łońskaŕ, ten//, der Hecht im zweiten Jahre.
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 +//łušćina, ta rakowa,// die Krebsschale.
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 +//měch, ten//, der Sack [bei der Wate].
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 +//měńk, ten//, die Quappe.
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 +//merk, ten//, der Fischroggen [Laich].((Zwahr: nerch, nerk, jerk.))
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 +//merknenje, to//, das Laichen.
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 +//merknuś//, »lajken«, laichen.
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 +//mloko, to//, die Milch [des männlichen Fisches].
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 +//noga, ta//, das Bein (die Krebsscheere, »der Krebs hat zehn Beine«).
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 +//nož, ten//, das Messer [zum Ausnehmen und Reinigen der Fische, das in Burg meistentheils von den Männern besorgt wird].
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 +//panik, ten//, die Luhme [aufgehauenes Loch im Eise].
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 +//pěźak, ten//, der Regenwurm.
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 +//piskoŕ, ten//, der Peisker.
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 +//płošica//,((Zwahr: ta pložica.)) //ta//, der Weissfisch [die Plötze].
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 +//pogajnc, ten//, eine Stange mit Schilfwisch zum Aufscheuchen der Fische.
 +
 +//plumbaś, ryby//, Fische plumpsen, pluntschen [mit einem Plumbstock aufscheuchen und in vorgehaltenem Korbe fangen].
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 +//powjerž, ta//, das Knebelnetz.((Zwahr: //ta poweś//.))
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 +//powrjasło, to//, die Fischflosse [auch Band von Stroh, Heu, Schilf].
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 +//preco, to//, das Querholz [am Käscher].
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 +//přežeńco, to//, der Garnsack; //přeženco stajiś// einen Garnsack aufstellen, //přeženca stajaś// Garnsäcke aufstellen.
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 +//pŕeženo, to//, das Garn, das Netzwerk.
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 +//přutk, ten//, der Stab, das Stäbchen [aus denen der Fischkorb, //wěrša//, gemacht wird].
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 +//puchoŕ, ten//, die [Fisch-] Blase.
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 +//rak, ten//, der Krebs; //rak z dwěma kožoma//, ein »doppelschäliger« Krebs, dessen Fleisch als Köder benutzt wird.
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 +//rakajca, ta//, der Krebsstein.
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 +//raki śěnuś//, Krebse ziehen [aus ihren Löchern]
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 +//rapa, ta//, der Rappe.
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 +//ryba, ta//, der Fisch; //do rybow jěś// in die Fische fangen.
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 +//rybak, ten//, der Fischer.
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 +//sack, ten//, die Fischreuse, aus Weidenruthen zum Aufbewahren der Fische.
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 +//samjak, ten//, der »Hahn«, das [Fisch-] Männchen.
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 +//samica, ta//, die »Sie«, das [Fisch-] Weibchen.
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 +//śćipjeł, ten//, der Hecht.
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 +//šereń//,((Zwahr: ten šer, der Hamen an der Angel.)) //ten//, der Schering, Kreuzhamen; //z šerenjom łojś// mit dem Scheren fischen.
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 +//sěś, ta rybjacna//, das Fischnetz.
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 +//šěšćak, ten//, der Käscher [in Leipe, Lehde, Boblitz, Stradow, Naundorf].
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 +//skock, ten//, der »Sprengsel«, die Heuschrecke [als Angelköder].
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 +//šmarl, ten//, die Schmerle.((Zwahr: //ta šmarla//.))
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 +//šneka, ta//, die Muschel [als Köder im Krebsnetz].
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 +//šnora, ta//, die [Angel-] Schnur; //ta włosana šnora// das Haarseil und //ta konopna šnora// die Hanfschnur [am Knebelnetz].
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 +//šteklina, ta//, der »Steckling«.((Zwahr: //ten šteklinaŕ//.))
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 +//štryck, ten//, die Strippe [an der Reuse].
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 +//štyr, ten//, das »Steuer« [der Theil des Spreewaldkahnes, welchen die hintere Spitze und das Querbrett einschliessen].
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 +//šupa, ta//, die Schippe (das Blatt am Ruder).
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 +//šwikajnc, ten//, der deutsche Name fehlt.((Zwahr: //ten šwikac//, der Jasling.))
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 +//tobolica, ta//, die Eintagsfliege.
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 +//tycka, ta//, die [Angel-] Stange.
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 +//wada, ta//, die Wate, //z teju wadu śègnuś// mit der Wate ziehen.
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 +//wěkš, ten//, der Wisch [zum Verstopfen des hinteren Ausganges der //wěrša//, von Stroh oder Schilf].
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 +//wěrša, ta//, der Fischkorb aus Holzstäben um Fische zu fangen.
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 +//witrunga, ta//, der Köder.
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 +//włosy, te//, die Haare [Fühlfäden des Krebses].
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 +//wótŕawa//,((Zwahr: wušawa.)) //ta//, der Barsch.
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 +//źaba, ta//, der Frosch [als Köder im Krebsnetze].
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 +//źerdka, ta//, die Stange [an Käscher, Schering, //pogajnc, plumpawa// und Ruder].((Redensarten: //tak gładki ako hugor//, so glatt wie ein Aal; //tak syty ak měńk//, so fett wie eine Quappe; //strowy ako ryba woźe//, gesund wie ein Fisch im Wasser.
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 +In Riegel heisst der Käscher: sak [auch in S., seltener kašor], der Kreuzhamen, Schering: tawchon [ebenso in S.], das Krebsnetzchen: kešer. In Schleife: das »Knebelnetz« ses, der Stecher stachaŕ [Stange mit Stecheisen, daran 7–9 Spitzen] u.a.m.))
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 +//Quelle: [[autor:schulenburg|Schulenburg, Willibald von]]: [[buch:wendischesvolksthum|Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte]]. Berlin: Nicolai, 1882, S. 2.//
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 +{{tag>brauchtum volksweisheit schulenburg wendischesvolksthum lausitz fischen fisch}}