text:wendischesvolksthum100
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| text:wendischesvolksthum100 [2024/08/15 15:56] – ewusch | text:wendischesvolksthum100 [2025/01/30 18:02] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| + | [[text: | ||
| + | **[[buch: | ||
| + | [[text: | ||
| + | ====== Schwangere. Kinder ====== | ||
| + | |||
| + | === Wenn eine Schwangere === | ||
| + | ((In eine wendische Spinnstube wird kein Mädchen aufgenommen, | ||
| + | * stiehlt und nascht, »apetit« bekommt und heimlich etwas isst, so erbt es das Kind. B. | ||
| + | * vor etwas erschrickt und fasst sich irgend wo hin, so bekommt das Kind ein Muttermal, znamje [Naevus]; wenn vor Feuer: ein Feuermal. B. | ||
| + | * sich vor einem Hasen huchac erschrickt und sich ins Gesicht fast, so kriegt das Kind eine »Hasenscharte«; | ||
| + | * durch eine Ritze sieht((»E. S. darf nur bis zur Hälfte ihrer Schwangerschaft verschiedenes nicht sehen, später, was sie will.« Heiligensee.)) und sieht etwas lächerliches, | ||
| + | * den Flachs zum Trocknen in den Backofen setzt, so soll sie nicht in den Backofen kriechen, sonst bekommt das Kind rothe Haare. | ||
| + | |||
| + | === Eine S. soll === | ||
| + | |||
| + | * sich nicht die Nase zuhalten, wenn es irgendwo sehr stinkt, sonst riecht das Kind aus dem Munde. G.-S. | ||
| + | * ihr Wasser nicht da abschlagen, wo das Wasser vom Dache herunterläuft, | ||
| + | * »Nach der Sonne« soll die Kinderwäsche (sechs Wochen lang) nicht ausser der Grenze und ausser dem Hause sein, sonst werden die Kinder liederlich. Mühlrose. | ||
| + | * Wenn eine S. aus der Stube geht und lässt ihr Kind allein, so soll sie ein Gesangbuch unter das Kopfkissen des Kindes legen, oder einen Hund in der Stube haben (überhaupt ein vierbeiniges »Vieh«) oder einen Vogel, dann hat der Böse keine Gewalt über das Kind. B. | ||
| + | * Wenn eine schw. Frau das Holz über den Knieen entzweibricht, | ||
| + | * Wenn ein Kind ein Mal hat, soll man es mit der Nachgeburt dreimal hintereinander abwischen, dann verliert sich das Mal. Die Nachgeburt((Die Nabelschnur: | ||
| + | |||
| + | Wiegenlied: | ||
| + | |||
| + | »Spi źiśetko, | ||
| + | |||
| + | Votaŕ paso wojce, | ||
| + | |||
| + | Muterka paso jagnjetka, | ||
| + | |||
| + | Na jadnej zelene górcycce. | ||
| + | |||
| + | Spi źiśetko. | ||
| + | |||
| + | Schlaf Kindchen, | ||
| + | |||
| + | Vater weidet Schafe. | ||
| + | |||
| + | Mutter weidet Lämmerchen, | ||
| + | |||
| + | Auf einem grünen Hügel. | ||
| + | |||
| + | Schlaf Kindchen.« Preilag.)) soll man an einem Baume vergraben. B. | ||
| + | * Wer Gevatter, kmótř, kmótřa, steht, und das Pathengeschenk bei sich hat, der soll nicht unterwegs Wasser abschlagen, so lange er das Geld bei sich hat, sonst segt das Kind immer ein. B. | ||
| + | * Als Pathengeschenk: | ||
| + | |||
| + | === Die kleinen Kinder === | ||
| + | |||
| + | * bringt der Storch mit der Kiepe, oder auch in einer Mulde (koryto). | ||
| + | * fischt die Bademutter im Wasser aus den Ecken((D.h. in den tiefen Löchern, weil die Strömung die Ecken ausreisst und tief spühlt.)) in der Spree mit einem Käscher (kašor) heraus. B. | ||
| + | * holt der »Klapperer« [Storch] und wirft sie in den Schornstein hinein. G.-S. | ||
| + | * fischt die Bademutter im Teiche, dazu hat sie einen Korb mit. Die Fische sind die Kinder. Schleife. Jämlitz. | ||
| + | * sind im Dorfe Burg bei der Mühle in der Spree. Da holen sie die Frösche aus den Löchern zwischen den Baumwurzeln hervor und die Bademutter holt sie dann von den Fröschen aus dem Wasser. Burg-Dorf. | ||
| + | |||
| + | Dem neugebornen Kinde((Kranke Kinder bekommen die Nothtaufe (chwatajca). Die zur Kindtaufe (kolacija) Eingeladenen kmótři geben entweder Geld (3–6 Mark) eingewickelt in den Pathenbrief und stecken es in der Kirche in das Taufkissen, oder sie geben Sachen: ein Röckchen (košulka) für das Kind, ein Tuch (lapa) für die Mutter, ein Halstuch oder eine Weste (brustlac) für den Wirth (Vater). Nach der Taufe (dupeńe) geht es zum Schmause. Burg.)) soll man die Hände in kaltes Wasser stecken, dass ihm die Hände nicht frieren sollen und es gesund bleibt. S. | ||
| + | |||
| + | Kinder tauscht der sły duch, der böse Geist um gegen einen přemeńk, | ||
| + | |||
| + | Wenn man ein umgetauschtes Kind in der Wiege findet, soll man es tüchtig mit der Ruthe hauen, dann kommt das richtige wieder. B. | ||
| + | |||
| + | Ungetaufte Kinder((Siehe I, 109–111.)) werden Irrlichter. | ||
| + | |||
| + | === Wenn Kinder unter einem Jahre === | ||
| + | |||
| + | * Regen kriegen, kriegen sie pěgi Sommersprossen. S. | ||
| + | * in einen Spiegel sehen, bekommen sie Vorahnungen und werden furchtsam. S. | ||
| + | |||
| + | |||
| + | //Quelle: [[autor: | ||
| + | ---- | ||
| + | {{tag> | ||
