text:wasdieheimaterzaehlt174
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| - | ====== Abgott Flinz ====== | ||
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| - | Im romantischen Spreetale nördlich von Bautzen befindet sich bei dem Dorfe Oehna ein Felsvorsprung. Denselben nennt man seit den frühesten Zeiten den Abgott Flinz. Hier soll, wie die Sage berichtet, ein sorbisches Götzenbild gestanden haben, Flinz genannt. „Anno 1116 setzten die Inwohner um diese Gegend, welche Mittel-Wenden, | ||
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| - | Dieser stund in der Spree auff einem Fußsteine, war gestalt als ein Todt mit einem langen Mantel, hatte in der Hand einen Stab mit einer Feuer-Blase oder Kessel, und auff der linken Schulter einen aufgerichteten Löwen, der sie erwecken sollte, wenn sie stürben.“ – (Chronik von Christian Heckel, 1713)! | ||
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| - | Es bestand dieses Götzenbild, | ||
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| - | Das Götzenbild des Flinz ließ im 12. Jahrhunderte der Erzbischof von Magdeburg vom Felsen hinab in die Spree stürzen, die hier sehr tief ist. Dort unten liegt es noch jetzt und ruht auf dem Grunde der Spree. Wenn die Sonne hier hell auf das Wasser scheint und darin sich spiegelt, dann erblickt man das glänzende Bild des Flinz. Verschiedene Umwohner haben es versucht, das versunkene Götzenbild zu heben, aber vergebens. Der Grund der Spree ist hier so mit Felsblöcken und Balken bedeckt, daß niemand zum Götzenbild gelangen kann. – Nach einer anderen Sage soll das Götzenbild von den Deutschen in die Spree geworfen worden sein. Sie gönnten den Wenden nicht das viele Gold, aus dem das Götzenbild hergestellt war. Ueber die Zerstörung des Abgottes „Flyns“ schreibt Christian Heckel 1713 folgendes: | ||
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| - | „Da zog Hertzog Luder und Bischoff Adelgotus\\ | ||
| - | zu Magdeburg hin und verstöreten den\\ | ||
| - | Abgott aufs neue. Anno 1124 hat Lotharius II.\\ | ||
| - | den Abgott vollends zerstört und aufs\\ | ||
| - | Land den Adel, und in die Städte Handwerker\\ | ||
| - | und gemein Volk mit allerhand christl.\\ | ||
| - | und deutschen Einwohnern gesetzet.“ \\ | ||
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| - | Unter dem Flußbette der Spree beim alten Abgott befindet sich ein großes Gewölbe. In diesem sind die verschiedenen Opfergeräte der alten heidnischen Priester aufbewahrt. Unter diesen befinden sich viele goldene und silberne. Von diesem Gewölbe aus gehen Gänge bis unter das Dorf Oehna. Einst versuchte es ein Mann aus dem nahen Dorfe Oehna, ein kühner Schwimmer, in die unterirdische Schatzkammer der Priester des Flinz einzudringen. Jedoch das Licht verlöschte wieder und immer wieder. Der Mann mußte unverrichteter Sache nach oben gehen. – | ||
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| - | Das Götzenbild bei Oehna stand in gar großem Ansehen. Viele von den Andächtigen, | ||
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| - | Eine Straße in Bautzen führt zur Erinnerung den Namen Flinz Straße. | ||
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