text:wasdieheimaterzaehlt139
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| - | ====== Der Ratschin bei Schmölln ====== | ||
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| - | Eine kleine Wegstunde östlich von Bischofswerda entfernt liegt das von bewaldeten Höhen umrahmte Kirchdorf Schmölln, das seit einer Reihe von Jahren weithin im Sachsenlande bekannt ist durch seine großen Granitsteinbrüche. Nördlich von diesem Dorfe, hart an der Demitzer Grenze, erhebt sich eine bedeutende Anhöhe, die sonst ganz mit Wald überdeckt war. Mitten auf jener Höhe befinden sich die Reste einer uralten Verschanzung, | ||
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| - | Im Volksmunde bezeichnet man diese Stätte auf der erwähnten Höhe als den „Ratschin“. Dieser Name ist verwandt mit dem böhmischen Worte Hradschin und bedeutet so viel als Burg. Nach Preusker wird das Wort Ratschin auch als Formation vom wendischen Worte rod, rodzin erklärt und bedeutete ursprünglich Umzäunung, Hag, Einfriedigung, | ||
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| - | Der Name Ratschin spricht also dafür, daß diese Anhöhe zwischen Schmölln und Demitz in grauer Vorzeit ein Ort war, da die Umwohner in Kriegszeiten sich aufhielten und auch gegen etwaige feindliche Angriffe sich verteidigen konnten. In jenen Tagen war diese Gegend noch mit weitsausgedehnten Wäldern bedeckt, und die versteckte und hohe Lage des Ratschin weist darauf hin, daß diese Schanze den früheren Bewohnern eine Zufluchtsstätte, | ||
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| - | Südwestlich vom Ratschin fand man in einem Torfbruche zwischen Schmölln und Belmsdorf vor ungefähr 70 Jahren mehrere bronzene Armringe und Bernsteinstücke. Diese Fundgegenstände deuten darauf hin, daß die Umgegend des Ratschin bei Schmölln schon Jahrhunderte vor Christi Geburt bewohnt gewesen sein muß. Jedenfalls ist der Ratschin das älteste geschichtliche Denkmal in der Schmöllner Gegend, die deutlichste Spur der frühesten Bewohner des Schwarzwassertales. | ||
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| - | Der Name Schmölln, wendisch Schmilna, kommt wahrscheinlich her von dem wendischen Worte smollena und bedeutet Pechhütte. Dieser Name weist hin auf die Beschäftigung der späteren Bewohner dieses Tales. – Vgl. Preusker, Blicke in die vaterländische Vorzeit. I. Band, Seite 111 und 112; II. Bd., Seite 206 und 207. | ||
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