text:wasdieheimaterzaehlt130
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| - | ====== Der Teufelsstein bei Kamenz ====== | ||
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| - | Eine Stunde nördlich von [[geo: | ||
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| - | In der Nähe des Teufelssteines sind in früheren Jahren wiederholt allerhand Altertümer aufgefunden worden. Etwa 500 Schritte nach der Senftenberger Straße zu grub man Urnen aus, ferner bronzene Geräte, darunter zwei Steinäxte, mehrere Ringe, einen römischen Handring, eine Haarnadel mit Knopf und einem Seitenringe, | ||
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| - | Die Beschaffenheit des Teufelssteines und die in seiner Nähe gemachten Funde sprechen dafür, daß dieser Felsen in grauer Vorzeit ein altheidnischer Opferaltar gewesen ist. Auch sein Name deutet darauf hin; denn es wurden nach Einzug des Christentums von den christlichen Priestern alle jene Stätten, da die Heiden ihren Göttern opferten, zu Wohnplätzen des Teufels gemacht, damit die Heiden jene Orte meiden und hassen sollten. Der Teufelsstein scheint aber noch in der christlichen Zeit ein heiliger Ort und sehr beachtet gewesen zu sein. Münzen aus dem früheren Mittelalter, | ||
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| - | Daß der Teufelsstein einst ein altheidnischer [[ding: | ||
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| - | Auf die an dem östlichen unteren Rande des Steines hinlaufende Vertiefung bezieht sich folgende Sage: | ||
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| - | Als das erste Gotteshaus in Kamenz erbaut werden sollte, versuchte es der [[wesen: | ||
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| - | Ende des 18. Jahrhunderts waren neben dem Teufelssteine noch tiefe Gruben vorhanden, Erdkessel oder Teufelsgruben genannt. In diesen soll der Teufel zuweilen gekocht haben. „Man hat es dann in der Tiefe der Löcher, einem Hirsebrei gleich, plappern hören.“ Gefährlich ist es gewesen Steine da hinab zu werfen. Einige Hirtenknaben aus Biehla, welche das Vieh in der Nähe des Teufelssteines hüteten, wollten einmal den Teufel necken. Sie warfen Steine in seinen Brei. Das hat er aber sehr übelgenommen. Es kamen drei große schwarze Raben auf die Hirtenknaben zugeflogen. Mit den Schnäbeln und Flügeln schlugen diese Raben so auf die Knaben und das Vieh ein, daß die Burschen, welche arg zugerichtet waren, eiligst die Flucht ergriffen und Rettung im Dorfe suchten. Das Vieh gab lange Zeit statt der Milch nur Blut, und die Knaben lagen wochenlang krank darnieder. Darauf wurde es den Hirten verboten, in der Nähe des Teufelssteines wieder das Vieh zu hüten. | ||
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| - | Jenem Bauersmann, welcher einst den oberen Teil des Teufelssteines absprengte, ist es nicht gut gegangen. Er hatte seitdem wenig gesunde Stunden mehr auf der Welt. Sein Körper wurde siech und krank. In den verschiedensten Bädern suchte er gesund zu werden, aber alles war und blieb vergeblich. „Eine Warnung für andere, welche solche Opferfelsen ebenfalls zu vernichten gesonnen sind!“ sagt Preusker. | ||
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| - | Allgemein ist die Sage verbreitet, daß unter dem Teufelssteine ein großer Schatz vergraben((Anmerkungen (Wikisource) - Vorlage: vergrabene)) liege. Unter ihm befindet sich eine ganze Braupfanne voll Gold. Diese Braupfanne hat man oft brennen sehen, zuweilen ist am Teufelssteine auch echtes Gold gefunden worden. Es wird dieser kostbare Schatz aber von Geistern bewacht. Das Graben darnach ist darum sehr gefährlich; | ||
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| - | Oftmals haben Leute es versucht, jenen unermeßlichen Schatz zu heben, aber es ist ihnen dieses noch nicht geglückt, und das Schatzgraben ist ihnen gewöhnlich auch recht schlecht bekommen. Einst versuchten es beherzte Leute aus Bernbruch, Zschornau und Biehla, die Braupfanne voll Gold auszugraben. Es war an einem schönen Vormittage im Frühlinge. Die Sonne lachte freundlich und mild vom wolkenlosen Himmel hernieder. Als die Schatzgräber bei der besten Arbeit waren, umfinsterte sich plötzlich der Himmel, ein rasender Sturm brach los, grelle Blitze zuckten nieder, und furchtbarer Donner machte die Erde beben. Doch die Schatzgräber ließen sich in ihrer Arbeit nicht stören. Da sprang auf einmal „ein Mann von verdächtigem Ansehen“ herbei, der schrie den Schatzgräbern zu: „Seht ihr Verwegenen denn nicht, daß eure Dörfer in Flammen stehen?“ Erschrocken blickten die Schatzgräber auf. Ringsum sahen sie nichts als Rauch und Flammen. Da eilten die Männer von dannen, ein jeder nach seinem Dorfe, in der Meinung, dasselbe stehe in hellen Flammen. Doch, dort angekommen, war nichts von einer Feuersbrunst zu sehen. Der klarste Himmel wölbte sich über die Dörfer, und freundlich lachte die Sonne hernieder. Den Schatzgräbern war nun aber die Lust vergangen, weiter zu graben. Auch andere haben es nicht wieder gewagt, den großen Schatz unter dem Teufelssteine zu heben. Wer den Zauberspruch kennt, kann die mit Gold angefüllte Braupfanne heute noch heben. Er wäre dann der reichste Mann der Welt. | ||
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