text:wasdieheimaterzaehlt091
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| - | ====== Lichtenberg ====== | ||
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| - | Zu den schönsten und stattlichsten Dörfern im weiteren Umkreise der Stadt Radeberg gehört Lichtenberg, | ||
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| - | Die Aussicht vom Eggersberge, | ||
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| - | Mannigfaltig sind die Abwechslungen, | ||
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| - | Leider wenden alljährlich bis jetzt nur wenige Wanderer ihre Schritte in diese Gegend, da dieselbe etwas abseits von dem großen Verkehrswege der Welt liegt und scheinbar nicht besondere landschaftliche Reize zu bieten hat. Und doch ist die Verbindung keine allzu umständliche. Die nächsten Bahnstationen sind Großröhrsdorf und Pulsnitz, von wo aus man in einem Stündchen auf schöner Landstraße Lichtenberg erreicht. Von den Bahnhöfen Arnsdorf und Radeberg liegt der Ort nur zwei Stunden entfernt. Die Wege dahin bieten mancherlei Abwechslung und befinden sich in gutem Zustande. – Wer seine Schritte zum ersten Mal nach Lichtenberg lenkt, wird von der herrlichen Aussicht, die ihm der Eggersberg bereitwilligst bietet, angenehm überrascht sein und sich für seine Mühe hinlänglich belohnt fühlen. Besonders würde es für diejenigen, welche das idyllische Augustusbad bei Radeberg besuchen, eine angenehme Erholung sein, wenn sie einen heiteren Morgen oder einen Nachmittag darauf verwendeten, | ||
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| - | Wie Lichtenberg zu den schönsten und stattlichsten Dörfern in der Umgegend von Radeberg und Pulsnitz zählt, so gehört dasselbe auch mit zu den älteren in dieser Pflege, ja, es ist vielleicht das älteste unter denselben. Das Alter des Dorfes wird auf mehr als tausend Jahre geschätzt. Seine Gründung reicht in die Wendenzeit zurück, also in jene Zeit, da die Wenden noch die Herren der westlichen Lausitz waren. Über die Höhen bei dem heutigen Dorfe Lichtenberg führte damals eine uralte Handels- und Heerstraße, | ||
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| - | Im 10. und 11. Jahrhunderte drangen die Deutschen in jener Gegend wieder vor und wurden von neuem die Herren des Landes. Viele wendische Niederlassungen wurden entvölkert und von den Deutschen in Besitz genommen und bewohnt. Neue Hütten wurden aufgeführt, | ||
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| - | Für das hohe Alter Lichtenbergs spricht auch die Überlieferung, | ||
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| - | Die jetzige Kirche Lichtenbergs wurde in den Jahren 1840 und 1841 erbaut; sie ist in byzantinischem Stile errichtet und gehört zu den schönsten Gotteshäusern in weitester Umgegend. Weithin leuchtet sie von ihrer Anhöhe grüßend in das Land hinaus, sie ist gleichsam das Wahrzeichen der Lichtenberger Gegend; denn sie dient vielen zur Orientierung in der Ferne. | ||
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| - | Lichtenberg zählt ungefähr 1300 Einwohner, die sich in der Hauptsache mit Land- und Gartenbau beschäftigen. – In Kriegszeiten hat der Ort auch mancherlei Drangsale erdulden müssen, besonders im 30jährigen Kriege und im Kriegsjahr 1813. Am 28. Juli 1632 brachen die Kroaten im Dorfe ein und versetzten die Einwohner in den größten Schrecken. Nicht weniger als acht Ortsbewohner wurden erschossen. Der damalige Pfarrer, M. Nic. Jakobi, hat im Kirchenbuche darüber folgendes eingetragen: | ||
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| - | „Herr, es sind Heiden, als Kroaten, eingefallen, | ||
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| - | Im Kriegsjahre 1813 wurden die Bewohner Lichtenbergs wiederholt ausgeplündert und mußten in den umliegenden Wäldern Zuflucht nehmen. Doch die regsamen und fleißigen Bewohner hatten sich nach Jahren von den gehabten Verlusten wieder erholt, und heute zeigt der Ort einen gewissen Wohlstand seiner Bewohner. | ||
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| - | Man trägt sich mit dem Gedanken, auf der Höhe des Eggersberges einen Aussichtsturm mit einer Unterkunftshalle zu errichten. Sicherlich würde die Ausführung dieses Planes manchen Wanderer in diese Gegend locken und zur Aufnahme Lichtenbergs in den allgemeinen Touristenverkehr wesentlich beitragen. Lichtenberg mit seinen umliegenden Höhen verdiente wahrlich solches! | ||
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