text:wasdieheimaterzaehlt065
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| text:wasdieheimaterzaehlt065 [2022/12/30 09:20] – ewusch | text:wasdieheimaterzaehlt065 [2024/03/08 17:48] (aktuell) – gelöscht ewusch | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | [[text: | ||
| - | ====== Frühere Dienste einiger Dörfer in der Stolpener Pflege ====== | ||
| - | |||
| - | Oftmals hört man in unseren Tagen die frühere Zeit als die „gute alte Zeit“ rühmen und preisen. In mancher Beziehung mag ja diese Bezeichnung ihre Berechtigung haben, in vielen Dingen aber durchaus nicht. Wer in den früheren Zeiten forscht, der wird so manches gewißlich nicht wiedersehen wollen. Und wenn man die sogenannte „gute alte Zeit“ etwas näher kennengelernt hat, dann wird man unsere Zeit nicht als die schlechteste bezeichnen können. Sehr schwer fielen den Bewohnern von Dörfern und Städten in jener Zeit die Frondienste, | ||
| - | |||
| - | 24 Personen dieses Dorfes hatten allen Dünger auf den „Stolpnischen Feldern“ zu breiten, ferner jährlich einen Tag auf den Wilschdorfer Vorwerksfeldern Korn und Hafer zu binden, ebenso „2 Malter Feldes hinter Wilschdorf drei Jahre über Sommer den Hafer zu eggen“. 29 Mann mußten alles Küchen- und Brennholz mit abschlagen. Mit 13 Wagen war, so oft es gefordert wurde, Küchen- und Brennholz „im Hannelwalde“ zu fahren, ebenso waren 13 Wagen mit der nötigen Besatzung zu stellen, um die gefangenen Fische aus dem Lindichteiche und dem Fischbacher Teiche „in die Wilschdorfer und Altstädter Hälter“ zu bringen. Sodann waren von Fischbach 6 Wagen zu stellen, um den in „Zschuzwitz und Naundorf“ gewachsenen und geernteten Wein nach Schloß Stolpen zu bringen, ferner den aus der Wurzener Gegend auf der Elbe nach Pirna transportierten Hafer ebenfalls nach der Burg Stolpen zu fahren. Fand auf dem Schlosse Stolpen ein Hausbau statt, dann hatten die Fischbacher Bewohner, ebenso die zu Schmiedefeld, | ||
| - | |||
| - | Vor allen Dingen hatten die Bewohner genannter Dörfer bei den kurfürstlichen Jagden zu fronen. Die Fischbacher mußten 2 Wagen mit den nötigen Mannen „auf den Künzelbaß, | ||
| - | |||
| - | Schlupfwinkel für die zahlreichen Wölfe waren früher in der Stolpener Gegend die waldreiche Masseney bei Seeligstadt und der umfangreiche Karswald bei Fischbach oder der Fischbacher Wald. Noch im Jahre 1750 wurden hier Wölfe erlegt. | ||
| - | |||
| - | Groß war der Schaden, den das Wild verursachte. Feld- und Gartenbesitzer waren wahrlich schlimm daran. Die erste Wildschädenvergütung gewährte den Feldbesitzern Kurfürst August der Starke. Diese Vergütung erstreckte sich gewöhnlich auf ganze Gemeinden und bestand in der Erlaubnis, in den Königlichen und Kurfürstlichen Forsten Holz zu lesen, Streu zu rechen, das Vieh darin zu weiden. – | ||
| - | |||
| - | Die Frondienste erhielten sich mit weniger Abänderung bis in das 19. Jahrhundert. Es gibt noch alte Leute in den Dörfern, welche in ihrer Jugend Frondienste tun mußten. | ||
| - | |||
| - | //Quelle:// | ||
| - | * // | ||
| - | * // | ||
| - | |||
| - | ---- | ||
| - | {{tag> | ||
text/wasdieheimaterzaehlt065.1672388449.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
