text:wasdieheimaterzaehlt055
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| - | ====== Der Stolpener Tiergarten ====== | ||
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| - | Zur Burg Stolpen gehörte ehemals ein umfangreicher Tiergarten. Derselbe befand sich an der Südseite des Schloßberges, | ||
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| - | Angelegt wurde dieser ehemalige Tiergarten vom Kurfürsten Vater August, der ihn auch mit einer hohen Mauer umgeben ließ. Stolpener und Langenwolmsdorfer Bauern mußten hierzu die betreffenden Felder gegen eine angemessene Entschädigung abtreten. Anfangs war der angelegte Garten nur bestimmt zu einem Obstgarten, der mit den verschiedensten Obstbaumsorten bepflanzt wurde, die der Kurfürst meistens aus Bayern erhielt, viele aber auch selbst zog und eigenhändig setzte. – Das edle Fürstenpaar war bestrebt, den Obstbau im Lande zu fördern, und dasselbe griff da auch oftmals zu gar eigenartigen Mitteln. So bekam von der Kurfürstin Mutter Anna jedes Brautpaar in Stolpen einige Obstbäume geschenkt, die dasselbe pflanzen mußte. | ||
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| - | Dieser Obstgarten wurde bald in einen Tiergarten umgewandelt, | ||
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| - | Wie zahlreich das Wild des Stolpener Tiergartens gewesen sein muß, das beweisen verschiedene Jagdberichte aus jener Zeit. Im 14. Kapitel der von Gercken verfaßten Chronik heißt es wörtlich: | ||
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| - | „Im Jahre 1625, vom 12. bis 14. September, waren [[vip: | ||
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| - | „Im Jahre 1660, Montags, den 24. September, kamen Ihro Churfürstl. Durchl. nebst dero Frau Gemahlin und Prinzessin allhier an, erlegten folgenden Tages 24 Stück Thamm-Wildpret und speisten zu Mittag bei dem Obristen von Schweinitz auf dem Schlosse, abends aber bei dero Frau Gemahlin. Den 26. huj. gingen sie von hier wieder ab.“ | ||
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| - | „Im Jahre 1691, den 28. August, hatte sich ein Wolf in hiesigem Tiergarten gefunden, der an Wildprete großen Schaden tat, indem binnen etlichen Nächten über 30 Stück niedergebissen wurden. In demselben Jahre 1691, den 31. Oktbr., langten Se. Churfürstl. Durchl. Johann George IV. nebst dero Herrn Bruder [[vip: | ||
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| - | „Im Jahre 1708, den 16. Juli, langten Ihre Königl. Majestät in Polen und Churfürstl. Durchl. zu Sachsen Friedericius Augustus Vorm. nach 9 Uhr glücklich allhier an. Bald darauf folgten auch die Frau Gräfin von Cosell((Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel (1680–1765), | ||
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| - | Aus diesen angeführten Berichten ist zu ersehen, daß der Stolpener Tiergarten ein beliebter Jagdort der sächsischen Kurfürsten gewesen sein muß. Dafür sprechen ihre wiederholten Besuche. | ||
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| - | Mit Ausgang des 18. Jahrhunderts ging es mit dem zur Burg Stolpen gehörigen Tiergarten zu Ende. Das Wild wurde in die umliegenden Wälder entlassen, die Mauern abgebrochen und der Tiergarten in Felder umgewandelt. Heute kennt man nur noch seinen Namen und den ungefähren Raum, den der Wildgarten ehemals einnahm. Den schönsten Blick über den früheren Tiergarten hat man von den herrlichen Parkanlagen aus, da, wo die Vogelwiese Stolpens sich befindet. Hier kann man sich ein ziemlich genaues Bild von dem bedeutenden Umfange desselben machen. | ||
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