text:wasdieheimaterzaehlt050
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| - | ====== Der Seigerturm der Burg Stolpen ====== | ||
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| - | Von den vielen Türmen, welche einst die Burg Stolpen zierten, sind heute noch erhalten der Johannes- oder Cosellturm, der Siebenspitzige Turm oder der Franzosenturm und der Seigerturm. Fast ein Jahrhundert hindurch sind dieselben gleichsam das Wahrzeichen der romantischen Burgruine und des trauten Bergstädtchens Stolpen gewesen; denn meilenweit grüßen sie in das ringsum liegende Land hinaus. Jedes Bild Stolpens zeigt die drei charakteristischen Türme. Der mittlere von ihnen ist der Seigerturm. An diesem wurden im Sommer 1901 umfassende Reparaturen ausgeführt. Man geht mit der Absicht um, auch den Seigerturm für die zahlreichen Besucher der Burg zugänglich zu machen, und das wird von den Freunden des geschichtlich so denkwürdigen Schlosses Stolpen mit Freuden begrüßt. | ||
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| - | Der Seigerturm, nach dem in ihm befindlichen Schlagwerke so genannt, hat seine besondere Geschichte. Er stammt aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts und wurde ganz wahrscheinlich in seinen unteren Teilen durch den Bischof Johannes VI. von Salhausen errichtet. Bischof Johannes VI. war es ja, der auf der Burg Stolpen große und umfassende Baulichkeiten ausführen ließ. Als Kurfürst Vater August Weihnachten 1558 Besitzer von Stolpen geworden war, ließ derselbe an dem Seigerturme einen bedeutenden Umbau vornehmen. Er gab dem Turme im Jahre 1560 seine jetzige Gestalt. Die Jahreszahl 1560, welche an dem südlichen Giebel des Turmes sich befindet, deutet auf jenen Umbau durch Kurfürst Vater August hin. Die unteren Teile des Seigerturmes wurden wahrscheinlich gleichzeitig mit dem Johannesturme errichtet; denn das am Johannesturme befindliche Steinmetzzeichen findet sich am Seigerturme ebenfalls vor. | ||
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| - | Dem Seigerturme ist an der nördlichen Seite ein Treppenturm mit Satteldach vorgelegt. Er wird mit 2 Volutengiebeln geschlossen. Voluten sind spiralförmige Vermittelungsglieder an architektonischen Teilen, insbesondere an Konsolen und Säulenkapitälen. Der vorgelegte Treppenturm ist aber seines oberen Teiles beraubt. – Im 2. und 3. Stockwerke des Seigerturmes sind die ursprünglichen Kreuzgewölbe noch wohlerhalten. Der Hauptraum des 2. Stockwerkes war ehemals mit launigen Frescogemälden geziert, von welchen Reste deutlich zu erkennen sind. Der Seigerturm zeigt interessante Steinmetzzeichen. | ||
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| - | Der Dachreiter des Seigerturmes enthält eine Stundenglocke, | ||
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| - | Jesaiae XL: Verbum Domini manet\\ | ||
| - | in aeternum. Ao. Dni. MDLXII.\\ | ||
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| - | Das im Seigerturm befindliche Uhrwerk wurde durch den Kgl. Hofuhrmacher Naumann in Dresden von neuem im 18. Jahrhunderte hergestellt. – Die letzte Hauptreparatur erfuhr der Seigerturm im Jahre 1714. – | ||
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| - | Westlich vom Seigerturme, | ||
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| - | Der Seigerturm der Burg Stolpen hat also ein Alter von 400 Jahren. Er ist ein stummer Zeuge so mancher Ereignisse gewesen. Wiederholt haben auch die Flammen an ihm emporgeschlagen, | ||
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