text:wasdieheimaterzaehlt028
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| - | ====== Seeligstadt ====== | ||
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| - | Das erste Dorf, durch welches die Kleine Röder auf ihrer Wanderung kommt, ist das schöngelegene Kirchdorf Seeligstadt. Seit Jahren wird dasselbe von Dresdner Malern gern aufgesucht. Seeligstadt gehört zu denjenigen Dörfern im Rödertale, welche ehemals zum benachbarten Königreich Böhmen zählten. Die frühere Landesgrenze zwischen dem Meißner Lande und Böhmen lief längs der Kleinen Röder hin. Es heißt da in den alten Grenzbestimmungen jener Zeit wörtlich: | ||
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| - | „Und die Grenze läuft förder an Fischbach u. an die | ||
| - | Redern, die durch Seeligstadt fleußt.“ | ||
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| - | Da nun die Röder mitten durch Seeligstadt fließt und das Dorf in zwei Ortsteile trennt, so kann nur die eine Ortshälfte, | ||
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| - | Von jeher ist Seeligstadt ein deutsches Dorf gewesen. Deutsche haben es jedenfalls schon im 12. Jahrhundert gegründet. Wie die Sage berichtet, soll an diesem Orte ursprünglich eine Begräbniskapelle gestanden haben. Für diese Annahme spricht allerdings der Name des Dorfes, der gedeutet wird: „Stätte der Seeligen“.((Vielleicht ist in dem Worte Seeligstadt auch ein Personenname versteckt.)) In alten Urkunden des Meißner Domstifts wird der Ort geschrieben: | ||
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| - | In Seeligstadt und der nahen Masseney legten die Bischöfe später Teiche an. So ließ Bischof Johann VI. von Salhaußen, der von 1487 bis 1518 den Bischofsstuhl zu Meißen einnahm und sich meist auf der Burg Stolpen aufhielt, im Jahre 1570 den Sankt Johannesteich in der Masseney und den Sankt Bennoteich unterhalb des Dorfes Seeligstadt herrichten. Heute sind diese Teiche trockengelegt und in Wiesen und Wald umgewandelt worden. – | ||
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| - | Vor Einführung der Reformation war Seeligstadt Filial von Schmiedefeld. Als man am 9. Januar 1559 die Reformation in Fischbach und Seeligstadt gleichzeitig einführte, wurde Seeligstadt mit Fischbach kirchlich vereinigt und zum Filial von Fischbach gemacht, da man Schmiedefeld mit Harthau zu vereinigen gedachte, was tatsächlich auch acht Wochen später geschah. | ||
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| - | In Praßers Chronik vom Jahre 1869 ist über Seeligstadt folgendes erzählt: | ||
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| - | „Seeligstadt hat seit 100 Jahren kein Schadenfeuer betroffen. Nach einer alten Sage soll eine Zigeunerin das Dorf „versprochen“ haben. Als darum in den 1820er Jahren daselbst ein Feuerbrand auf ein Strohdach geworfen wurde und trotzdem das Haus unversehrt blieb, gedachte man dieser Sage aufs Neue. Es scheint aber die hiesige Gemeinde dieser Wahrsagung nicht zu vertrauen, denn sie hat in der Neuzeit eine neue, große und ausgezeichnete Feuerspritze angekauft, mit welcher sie bei Feuersbrünsten immer schnell hilfreich zur Hand ist.“ – | ||
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| - | In den Jahren 1880 bis 1898 ist allerdings Seeligstadt wiederholt von ganz bedeutenden Bränden heimgesucht worden. Der Feuersegen jener alten Zigeunerin scheint keine Wirkung mehr auszuüben! | ||
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