text:tss2300
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| - | **[[buch:tss|Der Sagenschatz | + | **[[capitel:tss2000|Sagen aus Thüringens Frühzeit, von Ohrdruf |
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| + | ====== Sagenkreis des Inselberges - Einleitung ====== | ||
| + | Wer ist in Teutschland doch so fremd und unbereiset, | ||
| + | Der Thüringen nicht weiß und seinen großen Wald,\\ | ||
| + | Die Berge, die er zählt, hat keiner leicht gezahlt,\\ | ||
| + | Von denen sich jedoch den Allerhöchsten weiset\\ | ||
| + | Der hohe Heunfelberg: | ||
| + | Auf so viel Meilen hin, sieht alles niedrig sein,\\ | ||
| + | Was sonsten in den Grund hat einen hohen Schein,\\ | ||
| + | Kann mit der schönen Spitz bis in die Wolken langen.\\ | ||
| + | //Veit Ludwig von Seckendorf 1649// | ||
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| + | Der Inselberg ist nicht des Thüringer Waldes höchster Berg, aber sein schönster; an herrlicher Aussicht übertrifft ihn keiner, und darin steht ihm sogar der berühmte und berüchtigte Bergriese des Harzwaldes, der Brocken, nach, von dem man zwar weiter, aber nicht ein so mannichfach reizendes Gefilde übersieht. Man erblickt vom Inselberg den schönsten Theil des Thüringer Landes, das ganze romantische Sagengebiet, | ||
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| + | Die stattliche Wartburg ruht im Kranz ihrer Wälder, der Hörseelberg hebt einsam seinen unfruchtbaren scharfkantigen Rücken empor; Schloß Friedenstein glänzt wie ein Diamant in der Landeskrone; | ||
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| + | Nahe herüber blickt von der Höhe bei Altenberga die steinerne Wienfriedsleuchte, | ||
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| + | In den Thalklausen, | ||
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| + | Hier sind die Herde der Sagen anders aufgebaut , wie die in den Kreisen von Wartburg und Reinhardsbrunn; | ||
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| + | Um den gewaltigen Berg und seine Nachbarhöhen wimmelt es von Schätzen, die meisten ruhen noch und harren der Erlösung, andere machten glückliche Finder reich. Fremde räthselhafte Männer durchziehen, | ||
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| + | Hirten, Bergleute, alte Kreiser und Köhler haben viel erblickt, wissen viel zu sagen, Auch Wundermänner und Propheten brachte die Gegend hervor, und diese leben noch im Glauben des Volks als halbmythische Personen fort, an die sich seltsame Geschichten von erfüllten Visionen und Weissagungen und erstaunlichen Wunderkuren knüpfen. Traditionen von Heren gibt es in diesen und den Nachbargebieten vollauf, und an heimliche Stellen, in Schlucht und Weiher, ist mancher Geist getragen und gebannt worden. Der dreißigjährige Krieg leiht mehr als einer Geistersage seine blutige Farbe, und lebt wie ein Gespenst der Vorzeit in trüber Erscheinung fort. Alter Brauch und alte Sitte blieben am längsten in diesen Thälern, vornehmlich in der Ruhl, doch allmählich schwinden sie mehr und mehr und weichen der wachsenden Aufklärung und Verfeinerung; | ||
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| + | Musikanten spielen auf vor der verzauberten Felsenwohnung der Prinzessin, und werden mit grünen Zweigen belohnt, die sie verächtlich wegwerfen bis auf einen; Karl der Fünfte sitt verzaubert im Untersberg, und von ihm haben die zu Broterode, das dicht am Unterberge (so heißt, wie ich auf einer genauen Forstkarte finde, die Abdachung des Inselberges nach Broterode zu) liegt, eine Fahne, Gehölz und alte Freiheiten. Alles, was vom Goldsand in Berghöhlen, | ||
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| + | Doch heben wir nun an mit dem Haupt, und steigen dann von ihm hinab in die Thäler, nach jeder Richtung, und umkreisen bald näher, bald ferner den Inselberg, jenen fabelhaften Venetianern gleich, die hier Gold suchten und fanden, das Wundergold der Sage zu Tage zu bringen. | ||
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