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text:tss1204

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-====== Das lied von dem Danheüser ====== 
- 
-Nun will ichs heben an\\ 
-Von dem Danheüser zu singen\\ 
-Vnnd was er hat wunders gethan\\ 
-Mit seyner fraüwen Venusinnen\\ 
-Danheüser was ein ritter gut\\ 
-Wann er wolt wunder schaüwen\\ 
-Er wollt in frauw Venus bergk\\ 
-Zu andern schönen frawen\\ 
-Herr danheüser jr seyt mir lieb\\ 
-Daran solt jr mir gedencken\\ 
-Ir habt mir eynen eydt geschworen\\ 
-Ir wölt von mir nit wencken\\ 
-Frauw Venus das enthab ich nit\\ 
-Ich wil das widersprechen\\ 
-Wann redt das yemant mehr dann jr\\ 
-Gott helff mirs an jm rechen\\ 
-Herr danheüser wie redt jr nun\\ 
-Ir solt bey mir beleyben\\ 
-Ich will eüch mein gespilen geben\\ 
-Zu eynem steeren weybe\\ 
-Vnnd nem ich nun ein ander weyb\\ 
-Ich hab in meynen sinnen\\ 
-So müst ich in der helle glut\\ 
-Auch ewigklich verbrinnen\\ 
-Ir sagt mir viel von der helle glut\\ 
-Unnd habt es nye empfunden\\ 
-Gedenck an meynen roten mundt\\ 
-Der lachet zu allen stunden\\ 
-Was hilffet mich eüwer rotter mundt\\ 
-Er ist mir gar vnmere\\ 
-Nun gebt mir urlaub freüwlin zart\\ 
-Durch aller fraüwen eren\\ 
-Herr danheüser wölt jr urlaub han\\ 
-Ich wil eüch keynen geben\\ 
-Nun beleybent edler danheüser\\ 
-Vnnd fristet eüwer leben\\ 
-Mein leben das ist worden kranck\\ 
-Ich mag nit lenger beleyben\\ 
-Nun gebt mir urlaub freüwlin zart\\ 
-Von eüwerem stolzem leybe\\ 
-Herr danheüser nu redet also\\ 
-Ir thunt eüch nit wol besinnen\\ 
-So gendt wir in ein kemerlein\\ 
-Vnnd spilen der edlen minne\\ 
-Gebraüch ich nun ein fremdes weyb\\ 
-Ich hab in meynem sinne\\ 
-Frauw Venus edle frauwe zart\\ 
-Ir seyt ein teüfflerinne\\ 
-Herr danheüser was redt jr nun\\ 
-das jr mich gunnet schelten\\ 
-Nun solt jr lenger herinne sein\\ 
-Ir müstent sein dick entgelten\\ 
-Fraüw venus vnd das wil ich nit\\ 
-Ich mag nit lenger bleyben\\ 
-Maria mutter reyne magdt\\ 
-Nun hilff mir von den weyben\\ 
-Herr danheüser jr solt vrlaub han\\ 
-Meyn lob das solt jr preysen\\ 
-Wo jr do in dem landt vmbfarr\\ 
-Nempt vrlaub von dem greysen\\ 
-Do scherdt er wider auf dem bergk\\ 
-In jamer vnd in reüwen\\ 
-Ich wil gen Rom wol in die statt\\ 
-Auff eynes Babstes träuwe\\ 
-Nun far ich frölich wol auff die ban\\ 
-Gott müß sein ymer walten\\ 
-Zu eynem bapst der heyst Vrban\\ 
-Ob er mich möcht behalten\\ 
-Ach bapst lieber herre mein\\ 
-Ich klag eüch meyne sünde\\ 
-Die ich meine tag begangen hab\\ 
-Als ich eüch wil verkünden\\ 
-Ich bis gewessen auch ein jar\\ 
-Bey venus eyner frauwen\\ 
-So wolt ich beycht und buß empfahen\\ 
-Ob ich möcht got anschauwen\\ 
-Der bapst her ein stäblein in d'hant\\ 
-Das was sich also dürre\\ 
-Als wenig es gegrünen mag\\ 
-Kumbst du zu gottes hulde\\ 
-Nun solt ich leben nur ein jar\\ 
-Eyn jar auff diesser erden\\ 
-So wolt ich beicht vnd buß empfahen\\ 
-Vnnd gottes trost erwerben\\ 
-Do zoch er wider auß der statt\\ 
-In jamer vnd in leyden\\ 
-Maria mutter reyne magdt\\ 
-Muß ich nun von dir scheyden\\ 
-Er zoch do wider in den berck\\ 
-Vnnd ewiglich on ende\\ 
-Ich wil zu Venus meiner frawen zart\\ 
-Wo mich got wil hyn sende\\ 
-Seyt got wilkumen danheüser\\ 
-Ich hab eüwer lang emboren\\ 
-Seyt wilkumen mein lieber herr\\ 
-Zu eynem bulen außerkoren\\ 
-Das weter biß an den dritten tag\\ 
-Der stab hub an zu grunen\\ 
-Der bapst schicket auß in alle lande\\ 
-Wo der danheüser wet hyn kumen\\ 
-Do was er wider in dem bergk\\ 
-Vnnd het sein lieb erkoren\\ 
-Des must der vierde bapst Vrban\\ 
- 
-Auch ewiglich sein verloren.((Dieß Gedicht ist mitgetheilt nach einem alten Druck ohne Ort und Jahrzahl den ich besitze. D. H. - Anm. Sagenwiki: D.H.= der Herausgeber)) 
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-//Quellen:// 
-  * //[[autor:bechstein|LudwigBechstein]] - [[buch:tss|Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes]], Meiningen und Hildburghausen, 1857, Verlag der Kesselringschen Hofbuchhandlung, Band I S. 141-145//  
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-{{tag>sagen bechstein tss thüringen hörselberg tannhäuser venus venusberg papst urban}} 
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