text:tss1126
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| - | ====== Von Friedrich, dem Gebissenen ====== | ||
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| - | Als die beiden Söhne Albrechts, den die Geschichtsscheiber den Unartigen nennen, zu ihren Jahren kamen, daß Friedrich sechzehn, Diezmann aber vierzehn und ein halbes Jahr alt war, kamen sie zu streiten mit ihrem Vater, um des Unrechts willen, das er an ihrer Mutter gethan, die des Nachts sich mit Seilen von der Wartburg lassen mußte und um seiner Buhlerin Kunigunde von Eisenberg aus dem Lande fliehen, während er jene stattlich bei sich hielt, gleich einer Landesherrin, | ||
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| - | Mehrere Jahre währte der Krieg, als der römische König Rudolph in das Land kam, der sandte nach Albrechts Söhnen und versöhnte sie mit dem Vater, daß keine Parthei der andern mehr schaden sollte. Friedrich sollte Meißen und Diezmann das Osterland behalten, und sollten gegen ihren Vater un-terthänig sein, wie es frommen Kindern ziemt, wo sie nur könnten. Da sprach Friedrich der Gebissene: Das alles könnte ich wohl thun, gedächte ich nicht an den Biß, den mir meine betrübte Mutter in diesen Backen biß, da sie zuletzt von mir schied und davon ich noch die Narbe trage; das kann und will ich nie vergessen. Und daher half auch der Friede nicht viel, den der König stiftete, denn auch Landgraf Albrecht mochte seinen Kindern weder Gunst noch Treue halten, vielmehr hätte er sie gern um Land und Leute gebracht und alles dem Sohne Apitz, den er von Kunigunde von Eisenberg hatte, obwohl seine eheliche Gemahlin Margarethe noch lebte, zugewandt, was weder die rechtmäßigen Söhne leiden wollten, noch wollten die Edeln und die Städte jenem Folge leisten und ihn für ihren | ||
| - | Herrn halten. Endlich ließ Albrecht durch den König Rudolph den Sohn seiner Kebsin für ehelich erklären, der gab ihm an seinen Schild den bunten thüringischen Löwen mit einem Helm über das Haupt gestürzt, zu einem Unterschied der unehelichen Geburt. Albrecht aber verkaufte oder versetzte ein Schloß nach dem andern, wandte das Geld der Kunigunde und ihrem Sohne zu, räumte diesem das Schloß Tenneberg ein und verkaufte sogar, da Kaiser Rudolph mit Tode abgegangen, dem neuen Kaiser Adolph von Nassau, dem es sehr an Land gebrach, seine Macht zu behaupten, das ganze Land Thüringen für zwölftausend Mark Silbers. Das that er alles gegen den Willen seiner ältern Söhne, denen er über alle Maßen gram war; zuvor schon hatte er das Land den benachbarten Fürsten zum Kauf angeboten, aber keiner mochte es annehmen, weil sie sich nicht getrauten, es gegen die rechtmäßigen Erben behaupten und behalten zu können. Auch jenem Kauf widersprachen die Markgrafen Friedrich und Diezmann, und die meisten der Grafen und Ritter sprachen, sie wollten niemandem hulden und zuschwören, | ||
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| - | Tapfer und ritterlich wehrten sich die jungen Markgrafen gegen des Kaisers Uebermacht und schlugen öfter seine Mannen in die Flucht; Friedrich der Gebissene war immer voran und bewieß in allen Heerritten und Kämpfen solchen Muth, daß man ihn hernachmals noch öfter den Freudigen, als den Gebissenen nannte. | ||
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