text:sat080
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| - | ====== Die Gräfin von Orlamünde ====== | ||
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| - | Lazius de migrat. gent. lib. VII. | ||
| - | Philipp v. Waldenfels select. antiquitatis libri XII. p. 466. | ||
| - | Des Knaben Wunderhorn II, 232. | ||
| - | Grimm deutsche Sagen II, Nr. 579, S. 376. | ||
| - | v. Stillfried Alterthümer u. Kunstdenkmale des erlauchten Hauses | ||
| - | Hohenzollern. Neue Folge 1. Lief. | ||
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| - | Otto, Graf zu Orlamünde, war gestorben und hatte eine noch junge Wittwe, eine geborne Herzogin von Meran, mit zwei Kindern hinterlassen, | ||
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| - | Nach einer andern Erzählung soll die Gräfin nicht selbst die Kinder umgebracht haben, sondern einen Dienstmann, Hayder oder Hager genannt, durch reiche Gaben gewonnen haben, dass er die beiden Kinder tödten möchte. Diesen Mörder sollen die beiden Kinder, als er sich ihnen naeherte, geschmeichelt und ängstlich gebeten haben ihnen das Leben zu lassen, der Knabe: | ||
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| - | Lieber Hager, lass mich leben,\\ | ||
| - | Ich will dir Orlamünden geben ,\\ | ||
| - | Und auch Plassenburg des neuen,\\ | ||
| - | Es soll dich nicht gereuen.\\ | ||
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| - | Das Töchterlein aber soll gesagt haben: | ||
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| - | Lieber Hager lass mich leben,\\ | ||
| - | Ich will dir alle meine Decken geben.\\ | ||
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| - | Der Mörder aber beharrte bei seinem abscheulichen Vorhaben und vollbrachte die Unthat. Später wurde er bei einer andern Büberei ergriffen und auf die Folter gelegt. Da soll er vor seinem Tode gesagt und bekannt haben, es gereue ihn zwar sehr der Mord des jungen Herrn, der aber doch schon gewusst habe, dass er Güter verschenken könne, viel grössere Reue aber empfinde er, wenn er der unschuldigen Worte des Mägdleins gedenke, die ihr Spielzeug ihm habe schenken wollen. Die Leichen der beiden Kinder wurden von der Plassenburg in das Kloster Himmelskron gebracht und an der Seite ihres Vaters beigesetzt, wo sie lange Zeit zum Andenken an diese Mordthat gezeigt wurden. | ||
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| - | Als der Burggraf die böse That erfahren hatte, kehrte er der Gräfin von Orlamünde mit Abscheu den Rücken, indem er sagte: „nicht der Kinder Augen waren gemeint, sondern meiner Eltern Augen; zwischen uns wird nimmermehr ein Bund geschlossen." | ||
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| - | Nach einer andern Sage aber pilgerte sie auf den Rath_der Aebtissin zu Himmelskron nach Rom, um irdischen Trost und den Weg zum ewigen Heile zu finden. Der heilige Vater habe ihr aufgegeben ein Kloster zu bauen und darin unter steten Bussübungen ihr Leben zu verbringen. Nun erzählen wieder Einige, dass sie von dieser Bussfahrt zurückgekommen auf der Stelle vor der Kirchthür zu Himmelskron gestorben sei, Andere dagegen wissen, dass sie bei Nürnberg das Kloster Himmelsthron für Cisterzienser- Nonnen (weisse Frauen) gestiftet habe und dessen erste Aebtissin geworden sei. | ||
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| - | Vor ihrem Hinscheiden beichtete sie reumüthig ihre Sünden und gedachte mit rührenden Worten der unseligen Verblendung, | ||
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