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| - | ====== Kloster Altmünster zu Mainz ====== | ||
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| - | In dem Städtchen Hochheim unweit Mainz lebte der Ritter Iburich zu der Zeit, da Chlodwig das Reich der Franken beherrschte. Mitten im Kriege hatte Iburichs Gattin ein Töchterlein bekommen. Da brachte Iburich vor den heranstürmenden Heiden sein Töchterlein nach dem festen Mainz in Sicherheit. Er selbst aber trank in Hochheim unbesorgt mit seinen Mannen den herrlichen Wein, der dort wächst, obgleich die Kämpfe im Lande sich in die Länge zogen. Das Mägdlein wuchs bei seinen christlichen Verwandten in Mainz zu einer lieblichen und tugendhaften Jungfrau heran. Diese mochten wohl glauben, daß sie schon in Hochheim getauft sei. So wurde sie denn auch in Mainz nicht getauft, wenngleich sie sich in ihren Gedanken nichts lieber ausmalte, als in einem Kloster eine Gottesbraut zu werden und ihr Leben in einer Zelle zu beschließen. Aber als sie sechzehn Jahre alt war, hielt der Herzog von Franken und Thüringen um die Hand des Burgfräuleins an. Gehorsam ihren Eltern vermählte sie sich mit ihm. Er war ein Heide, und sie hoffte ihn noch zum Christentume zu bekehren. Aber durch alle ihre Liebe und Demut erreichte sie dies nicht. So brachte sie ihre Tage voll Kummer und Schmerz hin. Sie, die im goldenen Mainz an christliche Sitten gewöhnt worden war, mußte jetzt alle wilde Grausamkeit eines Heiden ertragen lernen. Endlich verließ sie der Herzog und zog in den Krieg. Da sollte sie mit seinen Vögten und Dienern das Land der Franken und Thüringer regieren. Allein die Räte ihres Mannes waren ebensogut als die anderen Bewohner des Landes noch Heiden. Als nun gar noch die Botschaft vom Tode des Herzogs anlangte, da geriet Alles gegen sie in Aufruhr und sie war ihres Lebens nicht mehr sicher. Endlich ergriff sie die Flucht. Sie begab sich an die Ufer des Maines, welcher durch ihr Land floß. Mit dem Wenigen, was sie bei sich trug, gewann sie eine arme Fischerfamilie für sich. So wurde sie auf einem ärmlichen Fischerkahn nach Mainz geführt. Bei ihren Verwandten in Mainz bekam Bilhilde – so wurde sie genannt – noch einen Sohn. Schon sprachen die Ritter und Knappen in Mainz davon, wie sie ihn noch als Kind in das Land seines Vaters und mit ihm die unglückliche Mutter zurückführen wollten. Dabei gedachten sie dann, die Heiden bis nach Thüringen hin mit dem Schwerte zum Christentume zu bekehren. Die milde Bilhilde aber malte es sich schon als das höchste Glück aus, nur ihr Söhnlein als frommen Christen aufzuziehen; | ||
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