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| + | ====== Anmerkungen ====== | ||
| + | In Bezug auf Anordnung und Inhalt der vorstehenden Sagensammlung hat sich der Verfasser ziemlich enge an den verdienstvollen J. W. Wolf und dessen „Hessische Sagen" (Göttingen, | ||
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| + | Für sich selber nimmt er dabei nichts in Anspruch als die Treue in der volkstümlichen Wiedergabe der ihm mitgetheilten Mären , deren Erzähler schon großen Theils der Rasen deckt. Manche derselben gehen zwar , wie Alles, was im Volke lebt, in allerlei Varianten um , die Mehrzahl aber ist nur das Eigentum Weniger geblieben und würde also unrettbar mit denselben verloren sein.. Aus diesem Grunde glaubte er auch ähnlich Klingendes in verschiedenen Sagen nicht weglassen zu sollen. | ||
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| + | In Bezug auf Alter dürften wohl die Sagen vom Wilden Jäger, und unter ihnen besonders die vom König Nimrod, seine Erscheinung am Wanderweg, u. A. ins Auge fallen. Er tritt noch ganz mit den alten Attributen und leibhaftig auf, als der " | ||
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| + | Auch die Sagen über weiße Frauen sind sehr weit verbreitet, ja sie erzeugen sich noch immer neu im Volksmund, wie insbesondre die Sage Nr. 61 darthut, die der jüngsten Vergangenheit angehört und einen Winter lang in der Fassung, wie sie vorliegt, die ganze Umgegend erfüllte. Der Verfasser hat Gelegenheit gefunden die betreffende Person selbst zu sprechen, und wenn dieselbe auch etwas abweichend von der allgemeinen Sage erzählte, so erstaunte er sich doch höchlich darüber, wie richtig der Volksgeist Alles in die hergebrachte Anschauung einzureihen gewußt hat. | ||
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| + | Zu der Sage Nr. 94 sei eine Hinweisung auf das altdeutsche Heldengedicht vom Wolfdietrich gestattet. Als Wolfdietrich Nachts im Walde an einem Feuer sitzt, naht sich die rauhe Els, das rauhe Weib und entführt den Helden in ihr Land. Sie ist eine Königin und wohnt auf hohem Felsen, zuletzt legt sie, im Jungbrunnen badend, ihr Gewand ab, und heißt dann, Frau Sigeminne, die schönste über alle Lande. | ||
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| + | Auch die Vicentinischen Deutschen verehrten eine Waldfrau, daz wildaz wip, hauptsächlich zur Zeit der Zwölften. Die Vergleichung ist gewiß merkwürdig genug. Siehe auch Grimm, deutsche Mythologie S. 243. | ||
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| + | Auch die Sagen Nr. 113-120 bedürfen einer Hervorhebung. Sie berühren eine der dunkelsten Seiten altheidnischer Anschauung, die zauberische Verwandlung von Menschen in Raubthiere. Wolf hat aus Hessen auch darüber nichts aufzufinden gewußt; ohnedies sind hierbei gerade die Leute sehr schweigsam. Um so mehr freut sich der Verfasser etwas darüber erhascht zu haben. Die Sage Nr. 157 ist die auch in Grimms deutschen Sagen I. 440 von der Richmut von Adocht, der Bürgermeisterin zu Köln, erzählte. In Ilbeshausen, | ||
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| + | Nicht besser verhält sich's mit Sage 214. Auch diese ist historisch vollständig ohne Grund. Es waren einmal der Dörfer mehr, als die Sage meldet, sie waren aber meist unbedeutend, | ||
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