text:oberharz051
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| - | ====== Hexenbutterwerk ====== | ||
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| - | Auf dem Wildemann war eine Frau, die schloß ein Bündniß mir dem Teufel. Sie handelte auch mit Butter und der Teufel gab ihr einen Beutel, worin etwas war, man weiß nur nicht was. So oft sie butterte, sollte sie das unters Butterfaß legen. Das hatte die Frau schon viele Jahre gethan; da mußte sie einmal ins Backhaus gehen und ihre Tochter ging auf die Nachbarschaft. Die Nachbarsfrau butterte auch gerade, da sagte das Mädchen: sie müßte es machen wie ihre Mutter, dann bekäme sie viel Butter. Ihre Mutter hätte einen Butterbeutel, | ||
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| - | Die Frau nahm endlich ihre Butter davon und der Mann das Uebrige, damit ging er zur Thür hinaus. Die Frau aber war schwatzhaft und wollte ihrer Nachbarin erzählen, was geschehen war. Als sie die Thür öffnete, klatschte der Mann ihr die Butter ins Gesicht und flog zum Schornstein hinaus. Die Frau aber schrie und lief auf die Straße. Da war der Mann schon hoch in der Luft. Nun legte sich die Frau und wurde krank. Am andern Tage, wo dies geschehen war, um dieselbe Stunde, war sie kalt und ihr Gesicht war von der Teufelsbutter kohlenschwarz. | ||
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| - | Es wird auch erzählt, daß in einem Harzdorfe, dessen Namen wir einmal verschweigen wollen, früher alle Frauen Hexen waren, ausgenommen eine, die der Teufel noch nicht in seine Klubben bekommen hatte. Butterte eine von den Hexen, so war in fünf Minuten Alles fix und fertig und das ging folgendermaßen zu: die Hexen hatten vom Teufel dafür, daß sie sich ihm ergeben hatten, ein Knäuel Garn zum Geschenk bekommen, welches, unter das Butterfaß gelegt, den Rahm in Zeit von etlichen Minuten in Butter verwandelte, | ||
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| - | »Christi Blut und Gerechtigkeit | ||
| - | Ist mein Schmuck und Ehrenkleid.« | ||
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| - | »Heute Abend«, sagte der Pastor, »wird nun wol der Teufel um die Zeit wiederkommen. Legen Sie nur das Buch aufgeschlagen in die Küche und verhalten Sie sich ganz ruhig, Sie werden dann schon sehen was sich begibt; thun kann Ihnen der Teufel nichts, der hat keine Macht an Ihnen.« Die Frau thut auch wie ihr geheißen und legt das Buch aufgeschlagen in die Küche. Abends zu der bestimmten Zeit kommt auch der Teufel wieder im Schornsteine herunter, aber schon ganz wüthend. Als er das Buch sieht und das Geschriebene liest, thut's auf einmal einen Krach und ist zum Küchenfenster hinaus und mit ihm auch das Küchenfenster fort. Das Buch aber liegt noch auf der nämlichen Stelle und als die Frau es verbrennt, werden die übrigen Weiber, deren Namen darin mit Blut geschrieben ist, vom Teufel frei. Das Küchenfenster hat nicht wieder eingesetzt werden können und das Fensterfeld steht heute noch offen. | ||
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