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 ====== I. Die alten Götter - Allgemeines ====== ====== I. Die alten Götter - Allgemeines ======
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 Von den alten deutschen Göttern hat sich die Gestalt des Wuotan oder Woden in der pommerscheu Volkssage am schärfsten erhalten. Vorzüglich tritt er, wie überall im Reiche, als wilder Jäger auf, aber nicht in farbloser Tradition, sondern in frischen lebendigen Sagen. Hier hetzt er als Todesgott die Seelen der ihm verfallenen Menschen, dort zeigt er sich als den grimmsten Feind der Riesen (Hünen), Zwerge und Meerjungfern. Bald verfolgt er die weiße Frau, bald jagt er Zauberer, Diebe und andere Verbrecher. In jener Gegend zieht er auf einem Wagen durch die Lüfte, in dieser hoch zn Roß an der Spitze eines zahllosen Gefolges, wieder in einer andern als einsamer Reitersmann auf schueeweißem Schimmel oder auf feuerflammeudem Rappeu, begleitet von seinen schwarzen Hunden. Von den alten deutschen Göttern hat sich die Gestalt des Wuotan oder Woden in der pommerscheu Volkssage am schärfsten erhalten. Vorzüglich tritt er, wie überall im Reiche, als wilder Jäger auf, aber nicht in farbloser Tradition, sondern in frischen lebendigen Sagen. Hier hetzt er als Todesgott die Seelen der ihm verfallenen Menschen, dort zeigt er sich als den grimmsten Feind der Riesen (Hünen), Zwerge und Meerjungfern. Bald verfolgt er die weiße Frau, bald jagt er Zauberer, Diebe und andere Verbrecher. In jener Gegend zieht er auf einem Wagen durch die Lüfte, in dieser hoch zn Roß an der Spitze eines zahllosen Gefolges, wieder in einer andern als einsamer Reitersmann auf schueeweißem Schimmel oder auf feuerflammeudem Rappeu, begleitet von seinen schwarzen Hunden.
  
-Ferner weiß der pommersche Volksmund zu berichten, wie der Gott zum wildeu Jäger ward. Mau kenut ihn als Wunderthäter und als mächtigen Beschützer seiner Freunde. Selbst als Erntegottheit ist er noch heutiges Tages bekanut, zwar nicht in der Sage, wohl aber im Brauch, was hier deshalb nur kurz in einer Anmerkung berührt werden kann. ((Irr sehr vielen Orten Pommerns wird aus der letzten Korngarbe eine menschliche Gestalt geflochten, der Alte genannt. Daß dieser Alte, welcher, mit Blumen bekränzt und mit Bändern geschmückt, in feierlichem Zuge vor das Herrenhaus getragen wird und dort einen Ehrenplatz erhält, nichts anderes ist als eine Opsergabe für Woden und daß der Alte ein Beiname dieses Gottes ist, habe ich imchgewiesen in meinen "Deutsche Opfergebräuche bei Ackerbau und Viehzucht. Breslau. Wilhelm Köbner. 1884. S. 171 bis 174." — In den Kreisen Grimmen und Demmin wird nach dem Ernteschmaus (Arenklatsch) den einzelnen Erntearbeitern eine Gabe an Fleisch, Wurst, Brot, Korn rc. ins Haus geschickt. Man sagt dazu: "Das kriegt ihr auf Gauden Heil, auf Gauren Deil oder up’t Gaur." Dieser Brauch stimmt zu der von Kuhn und Schwartz für einen großen Teil Norddeutschlands nachgewiesenen Sitte des Vergodendeel (— Frau (Fro) Goden Teil), und bedeutet somit jene merkwürdige Redensart auf hochdeutsch soviel als: "Ihr bekommt das auf Wuotans (Gaudens, Gaurens, Gödens — Wodens) Teil, auf Wuotan". Vgl. zu dem Vergodendeel meine Opfergebräuche S. 166 fg. und die dort angeführten Belegstellen.))+Ferner weiß der pommersche Volksmund zu berichten, wie der Gott zum wildeu Jäger ward. Mau kenut ihn als Wunderthäter und als mächtigen Beschützer seiner Freunde. Selbst als Erntegottheit ist er noch heutiges Tages bekanut, zwar nicht in der Sage, wohl aber im Brauch, was hier deshalb nur kurz in einer Anmerkung berührt werden kann. ((Irr sehr vielen Orten Pommerns wird aus der letzten Korngarbe eine menschliche Gestalt geflochten, der Alte genannt. Daß dieser Alte, welcher, mit Blumen bekränzt und mit Bändern geschmückt, in feierlichem Zuge vor das Herrenhaus getragen wird und dort einen Ehrenplatz erhält, nichts anderes ist als eine Opfergabe für Woden und daß der Alte ein Beiname dieses Gottes ist, habe ich nachgewiesen in meinen "Deutsche Opfergebräuche bei Ackerbau und Viehzucht. Breslau. Wilhelm Köbner. 1884. S. 171 bis 174." — In den Kreisen Grimmen und Demmin wird nach dem Ernteschmaus (Arenklatsch) den einzelnen Erntearbeitern eine Gabe an Fleisch, Wurst, Brot, Korn rc. ins Haus geschickt. Man sagt dazu: "Das kriegt ihr auf Gauden Heil, auf Gauren Deil oder up’t Gaur." Dieser Brauch stimmt zu der von Kuhn und Schwartz für einen großen Teil Norddeutschlands nachgewiesenen Sitte des Vergodendeel (— Frau (Fro) Goden Teil), und bedeutet somit jene merkwürdige Redensart auf hochdeutsch soviel als: "Ihr bekommt das auf Wuotans (Gaudens, Gaurens, Gödens — Wodens) Teil, auf Wuotan". Vgl. zu dem Vergodendeel meine Opfergebräuche S. 166 fg. und die dort angeführten Belegstellen.))
  
 Was nun den Namen Woden angeht, so hat sich derselbe in vielen Kreisen erhalten, natürlich nicht ohne gewisse dialektische Lautveränderungen. Das w der altsächsischen Urform ist hier und da in g übergegangen, aus ô ist au, aus d ein r und aus diesem r wiederum eilt 1 geworden. Außerdem ist meistens das h fortgefallen, dafür aber häufig die Deminutiv-Endung ke (-chen) angefügt worden. Wir finden im ganzen folgende Formen: in Rügen und Neuvorpommern: Wôde, Waur, Waul, Gauden, Gauren, (siehe oben die Anmerkung); auf Usedom-Wollin: Waud((Auf Usedom und Wollin sagt man: "De Waud kümt", wenn nicht abgesponnen ist. Vgl. Kuhn und Schwartz, Nordd. Sagen u. Gebr. S. 413, Nr. 173.)); im Kreise Demmin: Waurke, Wodke, Gaur; Naugard: Wod; Fürstentum: Wotk; Neustettin: Wüid und Wod. Was nun den Namen Woden angeht, so hat sich derselbe in vielen Kreisen erhalten, natürlich nicht ohne gewisse dialektische Lautveränderungen. Das w der altsächsischen Urform ist hier und da in g übergegangen, aus ô ist au, aus d ein r und aus diesem r wiederum eilt 1 geworden. Außerdem ist meistens das h fortgefallen, dafür aber häufig die Deminutiv-Endung ke (-chen) angefügt worden. Wir finden im ganzen folgende Formen: in Rügen und Neuvorpommern: Wôde, Waur, Waul, Gauden, Gauren, (siehe oben die Anmerkung); auf Usedom-Wollin: Waud((Auf Usedom und Wollin sagt man: "De Waud kümt", wenn nicht abgesponnen ist. Vgl. Kuhn und Schwartz, Nordd. Sagen u. Gebr. S. 413, Nr. 173.)); im Kreise Demmin: Waurke, Wodke, Gaur; Naugard: Wod; Fürstentum: Wotk; Neustettin: Wüid und Wod.
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