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 Ueberall fast in Deutschland finde ich die Meinung verbreitet, daß Welsche ( andere, besonders in protestantischen Gegenden nennen statt ihrer die Jesuiten) jedes Jahr nach Deutschland, oder wie der Erzähler unserer Sage sich ausdrückte ins Reich kamen und sich Gold die Menge holten. Vgl. Herrlein Spessartsagen 197. Schöppner bairisches Sagenb. I, 130. E. Sommer Sagen aus Sachsen und Thüringen 66. Kuhn und Schwarz Norddeutsche Sagen No. 221 u. s. w. Unserer Sage verwandt ist eine Harzsage, welche Pröhle in seiner Schrift: Aus dem Harze p. 108 erzählt, WO auch des Sprichworts gedacht ist:, Gar mancher wirft auf dem Kyffhäuser und dem Brocken mit einem Stein nach einer Kuh, der mehr werth ist als die Kuh selbst. Auch da, wie in Norddeutschland nennt man die Venetianer als Schatzkundige.  Ueberall fast in Deutschland finde ich die Meinung verbreitet, daß Welsche ( andere, besonders in protestantischen Gegenden nennen statt ihrer die Jesuiten) jedes Jahr nach Deutschland, oder wie der Erzähler unserer Sage sich ausdrückte ins Reich kamen und sich Gold die Menge holten. Vgl. Herrlein Spessartsagen 197. Schöppner bairisches Sagenb. I, 130. E. Sommer Sagen aus Sachsen und Thüringen 66. Kuhn und Schwarz Norddeutsche Sagen No. 221 u. s. w. Unserer Sage verwandt ist eine Harzsage, welche Pröhle in seiner Schrift: Aus dem Harze p. 108 erzählt, WO auch des Sprichworts gedacht ist:, Gar mancher wirft auf dem Kyffhäuser und dem Brocken mit einem Stein nach einer Kuh, der mehr werth ist als die Kuh selbst. Auch da, wie in Norddeutschland nennt man die Venetianer als Schatzkundige. 
 +
 +=== 193. Das Drachenloch bei Rainrod ===
 +
 +Wagners Volksbuch S. 196. Dess. statist. Beschreibung von Hessen II, 236.
 +
 +=== 194. Die Unkenkönigin ===
 +
 +Von Prof. Dieffenbach. Dasselbe wird sonst von dem Schlangenkönig erzählt.
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 +=== 196. Die Glocke von Herbstein ===
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 +Von Prof. Dieffenbach. Interessant ist, daß die weißen Pferde blind sind, da kann nur die Gottheit sie führen. Der Zug begegnet meines Wissens hier das erstemal
 +
 +=== 197. Vom Kirchbau in Schotten ===
 +
 +Der Hirsch ist hier weisendes Thier, wie anderwärts Schimmel, Raben, Kinder die Stelle für den Kirchbau zeigen. Z. B. Müllenhoff p, 111 flg. Daß er das Material auf seinem Geweih wegträgt, ist neu, wenigstens selten. Warum litt aber der Hirsch, das Thier des Fro, nicht, daß auf dem Berge die Kirche gebaut wurde? Wollte etwa ein Gott den Ort droben ungestört behalten? Man müßte noch weitere Sagen über den Wartberg suchen
 +
 +=== 198. Storch hilft löschen ===
 +
 +Der Storch gilt im Allgemeinen für einen besonders begabten und mit geistiger Kraft ausgerüsteten Vogel. Die Sage steht in der Beschreibung Darmstadts von Zehfuß
 +
 +=== 199. Die Zigeunerin ===
 +
 +Dies Volk gilt überhaupt als des Feuers mächtig. So heißt es in Belgien, daß die Zigeuner in. vollen Scheunen Feuer machen daß die Funken umherfahren, ohne daß ein Hälmchen Stroh sich entzündet. Sonderbarer Weise werden sie dort oft mit den Kobolden und Zwergen zusammengeworfen und werwechselt.
 +
 +=== 201. Das Opfer der Mümmling ===
 +
 +Das klingt ja fast, wie Prädestination (vgl. 204) der wir sonst meines Wissens nicht begegnen. Die Wassergeister halten sich gern in der Nähe von Brücken auf, von wo vorzugsweise ihre Stimmen sich hören lassen.
 +
 +=== 202. Stimme aus dem Brunnen ===
 +
 +Der Jude und sein Kind scheinen ein in der Erinnerung des Volks haftender Nachklang an das alte, heidnische Opfer. Jude ist Nichtchrist, darum hier wohl identisch mit Heide. Der Schluß der Sage ist bedeutsam
 +
 +=== 204. Die Lahn hat gerufen ===
 +
 +Von Prof. Weigand in Gießen. Zwischen elf und zwölf, oder gerade, um Mittag erscheinen auch die Nixen badend auf den Wellen.
 +
 +Die Schiffer und Fischerleute bei Cüstrin in der Neumark reden ebenfalls von einem den Oderstrom beherrschenden unbekannten Wesen, das jährlich sein bestimmtes Opfer fordere. Wem nun dieses Schicksal zugedacht sei, für den werde der Wassertod unvermeidlich. Deutsche Sagen I, 79. Der Mensch in unserer Sage ist nicht zu übersehen; wäre es nicht eine bestimmte Person, dann würde es wohl heißen ein Mensch.
 +
 +=== 205. Regen als Beweis der Unschuld ===
 +
 +Prof. Weigand im Friedberger Intelligenzblatt 1847. No. 51
 +
 +=== 206. Der Ehlborn ===
 +
 +Prof. Weigand im Friedberger Intelligenzblatt 1847. No. 80. O elung, weil Oel in Hessen wie Ehl lautet
 +
 +=== 207. Der Nornborn und der Güldenborn bei Dauernheim ===
 +
 +Jedenfalls zwei altheilige Brunnen, so wie der Ehlborn
 +
 +=== 208. St Gangolphs Brunnen ===
 +
 +Schwarz Buchenblätter I p. 80. Dieselbe Sage kommt auch in Belgien vor. Niederl. Sagen No. 355
 +
 +=== 209. Der Bonifaziusbrunnen bei Horas ===
 +
 +Schwarz Buchenblätter I, p. 43 
 +
 +=== 210. Der Siegfriedsbrunnen ===
 +
 +Ich gebe diese Sage keineswegs als eine alte, echte, sondern nur als Curiosität, und um zu zeigen, wie man heutzutage Sagen in das Volk hineinfragen kann. Das hat nun der Herr Geheime Staatsrath Dr. Knapp((Archiv für hess. Geschichte und Alterthumskunde IV, 2. Heft No. 8.)) auf dem Gewissen, der sich vorgenommen zu haben schien, die Ermordung Siegfrieds à tout prix an diese Stelle zu verlegen. Zuerst zur Sage selbst, die auf reiner Unkenntniß der Siegfriedssage beruht und ihren modernen Ursprung nicht verläugnet. Die Erklärung des gehörnten durch mit Hörnern versehen, ist so himmelschreiend unvolksthümlich, daß sich kein Wort darüber verlieren läßt. Alt kann sie nicht sein.
 +
 +Mir liegt die Sage von der Hornhaut und ihrer Erlangung in verschiedenen Fassungen aus dem Volksmunde vor, welche sie sämmtlich mehr oder weniger entstellen, aber solch eine abenteuerliche Carikatur, wie sie hier ist, wurde sie nicht, der Grund bleibt immer rein. Knapp will durch ein paar briefliche Zeugnisse nachweisen, daß der Brunnen Siegfriedsbrunnen heiße und hieß, aber den Namen hat er nicht auf der mit der größten Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit ausgearbeiteten Generalstabskarte und den Beweis aus Flurbüchern, alten Grenzbegehungen u. dgl. bleibt Knapp auch schuldig. Die Zeugnisse selbst sind dazu verdächtig. Ein bäuerlicher Bürgermeister soll dem Kreisrath erzählt haben, das Siegfriedsbrünnchen trage seinen Namen, wohl aus dem Grunde, weil der Sage nach hier der Ritter Hagen den Ritter Siegfried getödtet habe. Man muß das Volk und das Leben der Sage nicht kennen, um das zu glauben. Auch wußte nur dieser Bürgermeister (nach jenem Brief) die Namen, der des näher gelegenen Dorfs Grasellenbach nannte die Namen nicht. (!)((Und dennoch hieß der Brunnen Siegfriedsbrunnen)) 
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 +Ferner heißt es in dem Briefe, der Denkstein an dem Brunnen sei umgelegen und eine Inschrift habe wegen zunehmender Dunkelheit nicht ermittelt werden können" und ein anderer Brief bei Knapp über denselben Gegenstand, der nur 28 Tage später geschrieben ist, weiß nichts von dem Denkstein, sondern sagt: auch sollen daselbst gehauene Steine vorhanden gewesen sein, von denen sich aber jetzt nichts mehr vorfindet. Nach diesem Briefe sollen alte Leute erzählen es sei ein gewisser Siegfried, den man nur den gehörnten geheißen habe, in dem Momente, als er sich an der Quelle um zu trinken niedergelegt, von seinem Schwager erstochen worden, daher der Name Siegfriedsbrunnen. Das klingt ebensowenig nach dem Volksmund, wie jenes, und die Widersprüche bezüglich des Denksteins stärken gerechte Zweifel. Durch dies Alles aufmerksam gemacht, besuchte ich den Ort im Herbst dieses Jahres, um selbst zuzusehen, was an der Sache sei. Da begegnete ich in Hilfertsklingen der mitgetheilten Carikatur; als ich weiter nach Grasellenbach drang, wollte mich die plumpbäuerische Speculation gar an den Ort führen, wo Hagen den Wein hingeschickt habe und wo ein Denkstein " stehe, wo Siegfried den Bären gefangen u. dgl. und für alles das wurden die Zeugnisse der ältesten Leute beigebracht. Kurz jeder Schritt in der Gegend, jedes Wort, was ich hörte, bestärkten mich in der Gewißheit, daß der Brunnen trotz des neuen "Denksteins," der an ihm steht, und vor dessen mittelhochdeutschen Versen die guten Bauern gaffend stehen, wie vor arabisch oder sanskrit, nicht eher Siegfriedsbrunnen geheißen hat, als bis Herr Knapp die Frage stellte, ob er nicht den Namen trage, ob, wenn die weitverbreitete Sage von zwei Männern die an einem Brunnen einander getödtet, sich wirklich schon da fand,((Woran weniger zu zweifeln ist, da Bader in den Sagen des Neckarthals, der Bergstraße und des Odenwaldes sie schon meldet, aber wiederum ohne Angabe irgend eines Namens. Auch er spricht von dem Denkstein. Ebensowenig weiß der Weinheimer Hofrath Grimm in seiner Vorzeit und Gegenwart der Bergstraße und des Odenwaldes (ältere Ausgabe) von dem Brünnchen und seinem Namen.)) nicht der eine der Männer Siegfried, der andre Hagen geheißen und ob der Mord nicht geschehen sei, als der erste sich zum Trinken zur Quelle niederbückte.
 +
 +Aber auch noch anderes spricht dagegen. Knapp leitet den Namen Wasgenwald von der dem Brunnen nahen Weschnitz her, die beim Volk Weschenz heiße. Es kommt aber nicht darauf an, wie des Flüßchens Name heut im Volksmunde lautet, sondern wie die Aussprache in älterer Zeit war. Da finden wir aber die Formen Wiffcoz fluv. ( a. 766), Wifcoz (a. 779), Wisgotz (a. 795), Wisgoz (a. 805).((Cod. lauresh. I, p. 235, 242, 6. Würdtwein dioeces. Mogunt. I, 470. Scriba hessische regesten I, 9, 59, 113, 133. der Jagdzug sich gelagert hat. Nun will es aber das Unglück, daß der Brunnen Knapps gerade im Speßhart liegt und daß der ganze Speßhart nur zwei Stunden höchstens im Umfang hat, also so groß nicht ist, daß die Jäger auf ihren Rossen nicht den Wein bald erreicht hätten, wenn er wirklich da gewesen wäre.))
 +
 +Endlich aber widerspricht der Annahme das Gedicht selbst. Nibel. 995 sagt Hagen, er habe den Wein, ze dem Spehtsharte gesandt und da dieser von der Lagerstätte offenbar entfernt ist und weit entfernt denn eine kurze Strecke hätten die berittenen Jäger bald zurücklegen können so müssen die Herren ungetrunken bleiben. Weiter sagt Hagen "ich weiß hier viel nahe einen Brunnen kalt, dahin laßt uns ziehn," er soll den fernen Wein ersetzen. Der nahe Brunnen muß also weit vom Spessart entfernt liegen, denn er liegt bei der Stelle, wo (?)
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 +Daß nach diesen Erwägungen Knapps Annahmen, der mit der Oertlichkeit offenbar vertraute Dichter habe statt der Eiche, die an der vorliegenden Quelle stand, willkürlich eine Linde gesetzt, oder die Dorflinde von dem eine halbe Stunde entfernten Grasellenbach dahin verlegt, daß er statt des Distrikts Doteshan ein Dorf Otenhain angenommen habe, zusammenfallen, spricht von selbst.
 +
 +Da wir gerade an dem odenwälder Spessart stehn, will ich auf eins aufmerksam machen, was vielleicht zu der Frage gehört. In Kleinheubacher Hexenakten des gräflich erbachischen Archivs zu Michelstadt fand ich unter den Orten, an welchen vorzüglich Hexentänze statt finden, einen genannt, der "am Helmbild im Spessart" heißt. Der Name deutet auf einen Stein, auf dem ein Wappen mit einem Helm oder aber ein Ritter im vollen Waffenschmuck ausgehauen war. Wo liegt dieser Ort? Trugen die vormals an der Quelle vorhandenen Steine vielleicht ein solches Bild? Aeltere Flurbücher würden die Frage bald lösen, dann ließe sich weiter von dem Brunnen sprechen und so kämen wir wenigstens auf redlichem Wege zu einem Resultat, mag dieß nun sein, welches es wolle
 +
 +=== 211. Kinderbrunnen ===
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 +Ein Nachtrag zu No. 17. Herr Pfarrer Oeser in Lindheim (Oberhessen) hat so eben die Güte, mir noch die folgenden schätzbaren Mittheilungen zu machen. In allen Dörfern meiner Umgebung ist der Ort, woher die Kinder kommen, ein Brünnlein.
 +
 +In vielen heißt er kurzweg der Kindsbrunnen und wird unter den vorhandenen Quellen in dem Ort oder um denselben namentlich gezeigt; in einigen ist er nur eine objektlose Sage. In Lindheim heißt er der Herrnbrunnen, in Glauberg der Riedbrunnen, in Hainchen der Goldbrunnen (vgl. 207) auf der Pfingstweide, die andern Dörfer führen nur die Namen Feld, Wald-, Rainbrunnen. Ueberall bringt das Kindchen etwas mit, meistens Zucker oder Weck, auch Kuchen und Guts. Bei uns in Lindheim hat das Kind ein Säckchen anhängen und trägt das Gute darin. In Bernsburg bei Alsfeld heißt das Brünnchen Stichelsbörnchen und die Kinder bringen Zucker mit, in Londorf (Rabenau) Klingelbörnchen. " Bedeutsam ist von diesen Brunnennamen der des Goldbrunnens auf der Pfingstweide, welcher auf alte Heiligkeit deutet, denn Gold ist das göttliche Metall. Herr Pfr. Oeser verspricht, die Sammlung der Namen solcher Kinderbrunnen fortzusetzen und bemerkt sehr richtig:, es wäre interessant, die Namen der Feldbrunnen im Allgemeinen einmal zusammen zu stellen; wir haben sogar einen der s. v. der Farzborn heißt, " wahrscheinlich von dem Ton, den das der Erde entspringende Wasser von sich gibt, oder gar von seinem Geruch? Eine solche Sammlung würde unserer Alterthumskunde vielfaches Licht bringen und ich bitte Alle, denen es möglich ist, für sie zu wirken, sich die Sache recht angelegen sein zu lassen.
 +
 +Sonderbarerweise bittet ein Graf von Assenstein seinen in den Schloßbrunnen gebannten Ahnherrn um Nachkommenschaft. (Pröhle aus dem Harz" p. 93.) Muß das nicht die Ahnfrau heißen?
 +
 +=== 213. Des Fremdlings Fluch ===
 +
 +Mitgetheilt durch Herrn Pfarrer Oeser in Lindheim. Vgl. 205. Deutsche Sagen No. 360. Deutsche Märchen und Sagen p. 308. p. 26.
 +
 +=== 214. Der Aepfelbaum bei Trebur ===
 +
 +Joh. Just. Winckelmann Beschreib. von Hessen und Hersfeld
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 +=== 215. Das Bäumchen schütteln ===
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 +Vilmar in der Zeitschrift des historischen Vereins von Churhessen IV
 +
 +=== 217. Das steinerne Bild zu Konradsdorf ===
 +
 +Von Phil. Dieffenbach. Vgl. auch Archiv für hessische Gesch. und Alterthumskunde V, 2. Heft No. 13 p. 23. Die Sage ist offenbar aus dem Bildwerk entstanden und dies scheint eine rohe Darstellung der Köpfe der unter dem Namen Deae matrae oder mairae auf zahlreichen römischen Votivsteinen vorkommenden Dreizahl göttlicher weiblicher Wesen, welche den Deutschen und Celten gemeinsam gewesen zu sein scheinen. Conradisdorf kommt bereits um 1108 vor. Der Stein ist übrigens, wie ich mich nachträglich überzeuge, nicht im Nonnenhaus, sondern außen an demselben eingemauert. Das Haus selbst ist gleich der Kirche im altchristlichen sogen. romanischen Styl gebaut.
 +
 +=== 218. Der gefestete Grundstein ===
 +
 +Schwarz Buchenblätter I, 64.
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 +=== 220. Der Hellerstein ===
 +
 +(Hellenstein ist Druckfehler.) Joh. Justus Winckelmann Beschreibung von Hessen und Hersfeld p. 39.
 +
 +=== 221. Der Kirchberg bei Ulfa ===
 +
 +Von Prof. Dieffenbach. Vgl. 197, 222 und den Nachtrag, so wie Beiträge zur d. Myth. p. 30.
 +
 +=== 227. Frevel am Heiligsten ===
 +
 +Aus Hilfertsklingen, eine halbe Stunde von Güntherfürst,  wo man mich auch versicherte, die Thäter seien eingezogen und erwarteten ihr Urtheil. Das ist gegenwärtig die alte, schöne poetische Spinnstube. Kein Wunder, wenn sie an vielen Orten verfolgt und selbst verboten wird.
 +
 +=== 228. Habgier findet ihre Strafe ===
 +
 +Schwarz Buchenblätter II p. 134. Die Sage streift schon fast an den Schwank.
 +
 +=== 229. Lollus ===
 +
 +Die Sage ist Aus dem Exempelbuch von Zachar. Rivander. darum interessant, weil schon die Rede war von einem altfränkischen Gott Lollus oder Lullus, (vgl. u. a. Bechstein Sagenschatz des Frankenl. I. p. 25) der bei Schweinfurt verehrt worden sein soll. Zuerst ist dessen gedacht von Dr. J. L. Busch in dessen collect. chronol. Swinfurt., wie Bechstein sagt, wann lebte aber Busch? Sollte Rivander älter sein, dann gewänne die Sage noch an Interesse.
 +
 +=== 231. Die Speise in der Hölle ===
 +
 +Von Prof. Weigand. Darum nicht unbedeutsam, weil das für den Festtag der Berchta festgesetzte Gericht Fische und Klöße sind, im Voigtland bloß Polse, ein dicker Brei von Mehl und Wasser. Mythol. p. 251
 +
 +=== 232. Der Zigeunerstock ===
 +
 +Das war überhaupt das Loos der alten Leute so wie der schwächlichen Kinder und unheilbaren Kranken im Alterthum, wie Jacob Grimm durch Zeugnisse aus dem Norden, aus Procop, von den Herulern, ferner von den Wenden, den Altpreußen u. a. nachweist. (Rechtsalterthümer p. 480.)
 +
 +=== 234. Battenfeld ===
 +
 +Schriftliche Nachr. des Pfarrers J. G. Bichmann vom Jahr 1720 in Ayrmanns Miscellaneen. (Ms.)
 +
 +=== 235. Die Doppelehe des Rodensteiners ===
 +
 +Die alte Geschichte vom Grafen von Gleichen, die aus dem Grabmal entstand und sich bekanntlich auch in Frankreich und Belgien wiederfindet. Ein neuer Beweis wie sehr diejenigen im Irrthum sind, die jene für unzweifelhafte Wahrheit erklären.
 +
 +=== 236. Die Frauen von der Glauburg ===
 +
 +Leesner Frankfurter Chronik II, I, p. 174.
 +
 +=== 237. Die treue Frau ===
 +
 +Landau hessische Ritterburgen II. 316. Die Erhaltung des Kindes im Bauch frischgeschlachteter Schweine ist mythisch Myth. 361. 362. Eine Reihe anderer Sagen, wie diese und die vorhergehende , worin eine Frau ihren Mann auf dem Rücken trägt und so ihn rettet, lege ich zur Seite. Die Verbreitung der Sage in den Niederlanden habe ich Niederl. Sagen p. 674 besprochen, wo ich allein sieben dortige Varianten von ihr nachwies. Vgl. Grimm Kindermärchen No. 94
 +
 +=== 238. Conrad von Tannenberg ===
 +
 +J. W. Wolf und J. von Hefner, die Burg Tannenberg p. 33. Eine localisirte Version der Sage, welche in dem flämischen Volksbuch vom Ritter Alexander von Metz und seiner Frau Florentina (Grimm d. S. No. 531) und in dem Volkslied vom Grafen von Rom (Uhland alte hoch und niederd. Volksl. p. 784) vorkommt. Sie ist noch heute sehr verbreitet, wie Müllenhoffs Sagen, Märchen und Lieder aus Schleswig - Holstein und Lauenburg beweisen, wo sie p. 586 unter der Ueberschrift von dem König von Spanien und seiner Frau erzählt wird. Ich hörte sie in vorliegender Gestalt zuerst in Jugenheim, am Fuß des Tannenbergs, später ausführlicher und mit Bruchstücken der von der Frau gesungenen Lieder in dem Odenwald. In dieser letztern Gestalt habe ich sie in meinen deutschen Hausmärchen " p. 98 flg. mitgetheilt und es stellte sich heraus, daß die Lieder der Frau in Schleswig dieselben sind, wie in den stillen, abgeschlossenen Thälern des Odenwalds. (Vgl. Müllenhoff p. 588, Hausmärchen p. 109.) Mit dem Eingang der Version in den Hausmärchen, worin die Schönheit der Frau beschrieben wird, stimmt überraschend eine ähnliche Schilderung in dem russischen Märchen bei Dieterich p. 35.
 +
 +=== 239. Die Heeg ===
 +
 +Vom Herrn Pfr. Erdmann in Gelnhaar.
 +
 +=== 240. Von der Windeck ===
 +
 +Aus Hofrath Grimms Vorzeit und Gegenwart des Odenwalds und der Bergstraße
 +
 +=== 241. Der letzte Schönenberger ===
 +
 +Aus der Zeitschrift des historischen Vereins für das Churfürstenthum Hessen
 +
 +=== 242. Der letzte Graf von Bilstein ===
 +
 +Landau hessische Ritterburgen I, 17.
 +
 +=== 244. Der Rodensteiner ermordet sein Weib ===
 +
 +H. Zehfuß, die Herren von Rodenstein p. 47.
 +
 +=== 246. Die Kapelle zu Eisenbach ===
 +
 +Vom Herrn Pfarramtscandid. Stock in Darmstadt
 +
 +=== 247. Ulrichstein und Petershain ===
 +
 +Von Prof. Dieffenbach in Friedberg. Ebenso die folgende Sage.
 +
 +=== 250. Der Riedesel Name ===
 +
 +Von Herrn Stock in Darmstadt, so auch die folgende Sage. Wie man sieht, hat sich diese Sage aus dem Namen und dem Wappen erst gebildet, wovon es zahlreiche Beispiele gibt.
 +
 +=== 251. Ripsfeld, Herbstein und Lanzenhain ===
 +
 +(Ripfeld ist Druckfehler.) Ursprünglich war die Sage einfacher, die Anlehnung an die drei Burgennamen ist, wie es scheint, jüngerer Zusatz.
 +
 +=== 252. Selters. 253. Langwasser und Garen ===
 +
 +Von Prof. Phil. Dieffenbach in Friedberg. Ueber alle diese Volksetymologieen s. Förstemann's schöne Abhandlung in der Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung von Aufrecht und Kuhn. Berlin 1851. I, p. 1 flg.
 +
 +=== 254. Watzenborn ===
 +
 +Hier ist schon der Uebergang in den Schwank, die äußerste Grenze der eigentlichen Sage. Watz ist bekanntlich Eber, das männliche Schwein.
 +
 +=== 255. Die Frau von Einshausen ===
 +
 +Von Prof. Weigand in Gießen.
 +
 +=== 257-261. Griesheimer Schwänke ===
 +
 +Alle gesammelt würden ein ganzes Buch füllen, ich ließ aber die mit den Abderiten, Krähwinkler, Schöppenstädter-, Gansloser und ähnlichen Streichen verwandten und allerwärts bekannten weg, eine gute Zahl anderer waren ihres Inhalts wegen, der gar zu derb ist, nicht wohl mittheilbar. Ich wählte darum nur einige noch nicht bekannte heraus.
 +
 +=== 262. Drei Räthsel ===
 +
 +Von einem Veteranen in Jugenheim. Ich brauche nicht an die schönen Worte zu erinnern, welche Wilh. Wackernagel in Haupts Zeitschrift f. deutsch. Alterth. III, 25 über die Bedeutung der Räthsel schrieb. Unter den dort von ihm mitgetheilten Räthseln und Fragen findet sich nun auch unter 45:,Ein frag. Wie hoch vom himel her ab sey. Antwurt. Das weiss nach got nyemant dann der teüfel der hat es gemessen. vnnd mag nit wider hin auff kommen. " Sie sind einem Büchlein aus dem Anfang des XVII Jahrh. entnommen, aber, was sich von dieser Frage wenigstens nachweisen läßt, jedenfalls von viel höherm Alter. Diese nämlich, der wir auch im ersten der beiden Bäthselstücke begegnet, kennt schon Thomas Cantipratensis (ed. Colvenerii p. 491, II, 53, 5.) und zwar in der Verbindung mit zwei andern Räthselfragen, wie in unsern Stücken, in einer Legende, welche ich auch in Sebastian Brands Leben der Heiligen (I. 335) finde. In derselben sehen wir einen Mann, zu dem der Teufel in eines schönen Weibes Gestalt kommt. 
 +
 +Der Mann verehrte den h. Bartholomaeus besonders und dieser findet sich in Gestalt eines Bettlers vor seiner Thür ein und legt ihm drei Fragen vor. Die erste ist, was dem Menschen zu meist eigen sei. Der Mann sagt, das Lachen, das thue jeder von Natur gern, aber der Böse nennt richtiger die Sünde. Die zweite Frage ist, an welcher Stelle Gott das größte Zeichen gethan, die doch nur einen Schuh " breit sei? Der Mann sagt, am h. Kreuz, der Teufel in des Menschen Haupt. Die dritte Frage ist, wie weit vom Himmel bis zur Erde sei. Der Mann sagt, er wisse es nicht, der Teufel: Wohl aber ich, denn ich bin soweit und tiefer gefallen. Damit verschwindet er. Brand fügt hinzu, man erzähle dasselbe Gleichnis " auch von dem heil. Zwölfboten Andreas
 +
 +Die Antwort, welche in No. 1 auf die Frage gegeben wird, wie weit es in den Himmel sei, findet sich gleichfalls 50 (?) in den heißt: 
 +
 +Wie fern von aim ort\\
 +Ant. ain tag raiss. als die sunne\\
 +morgens vnnd nider gang des\\
 +Bäthseln und Fragen wieder.\\
 +der welt an das ander sey.\\
 +bezeugt mit irem auffgang des\\
 +nachtes.
 +
 +An den Abt von Canterbury in Percy"s relicks und an Bürgers Kaiser und Abt, die unsern Stücken eng verwandt sind, erinnert sich jeder.
 +
 +=== 264. Ritt nach Heidelberg ===
 +
 +Zacharias Rivander"s Exempelbuch. I, 66b. Aehnlich faßt und entführt Odhin den blinden Greis Hading auf seinem Ross Sleipnir, nur hüllt der Gott ihn in seinen Mantel. Der Mensch wird an der Brücke abgesetzt, weil fließendes Wasser den Zauber bricht.
 +
 +=== 265. Geisterheer ===
 +
 +Rivander erzählt dieß I, 69 nach Jobus Fincelius von einem andern Ort; in dem mir vorliegenden Exemplar des Exempelbuches steht jedoch am Rand der Zusatz eines pastor breubergensis: Dieses Gesichte ist anno 1740 auch bei Hasloch an der Kinzig gesehen worden.
 +
 +=== 266. Drei Jungfrauen ===
 +
 +Als Hans der Träumer die drei letzten Bäume in der Nähe seines Hauses fällen wollte, fand er unter denselben Morgens drei Jungfrauen sitzen, die mit den zerrinnenden Thautropfen verschwanden und über den Untergang des Waldes klagten. Der Ritter ließ die Bäume stehn und sein Geschlecht blieb in Wohlstand und Reichthum. Pröhle aus dem Harz " p. 93.
 +
 +=== 270. Schätze und Erscheinungen im Schloß zu Darmstadt ===
 +
 +Aus urkundlichen Nachrichten im geheimen Kabinetsarchiv zu Darmstadt, deren Mittheilung ich Herrrn Geh. Archivar Baur erdanke. Ich habe nur dieß wenige ausgewählt, der Rest ist unwichtig. Vgl. hierzu No. 189.
 +Hauptsächlich bedeutsam ist das kleine Männchen, welches bereits zu zwei Drittel erlöst scheint, denn nur sein Kopf ist noch schwarz.
 +
 +=== 274. Sage von der Meicheser Todtenkirche und Engelrod ===
 +
 +Von Prof. Weigand in Gießen. Wahrscheinlich ist die Kirche dem heiligen Hause in Loretto nachgebildet.
  
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