text:graessepreussen587
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| - | ====== Der Reinstein oder Regenstein ====== | ||
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| - | S. Gottschalck Bd. III. S. 181 etc. | ||
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| - | Eine Stunde von der Stadt Blankenburg entfernt liegt der Reinstein mit seinen imposanten Felsmassen, ganz isolirt von aller Nachbarschaft und blickt weit hinaus in den Harz. Angeblich((S. Rohr, Unterharz S. 50.)) soll ihn Kaiser Heinrich der Vogelsteller als eine Schutzwehr gegen die Einfälle der Ungarn (um 919) erbaut haben. Jedenfalls ist die Angabe unrichtig, daß im Jahre 419 der König Malverich von Thüringen über den Harz gezogen und von den Sachsen geschlagen worden sei und daß diese letztern einem ihrer streitbarsten Kämpfer, dem Hatebold, dem sie vorzüglich den Sieg verdankten, die Erlaubniß gegeben hätten, sich irgendwo auf dem Harze eine Burg zu erbauen. Dieser habe sich den Sandsteinfelsen bei Blankenburg gewählt, eine Burg erbaut und dieselbe Regenstein genannt, weil er bei seiner Ankunft den Felsen beregnet gefunden hätte.((Der Name Reinstein kommt wahrscheinlich von rhyn, d.h. erhaben, her; da man nun statt rhyn auch regin sagte, so ist davon auch Regenstein entstanden.)) | ||
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| - | Einst wohnten auf dieser Feste die Grafen von Reinstein, bis ihnen im Jahre 1367, wo ihre Vettern, die Blankenburger Grafen ausstarben, die Grafschaft Blankenburg zufiel und sie dann das über derselben gelegene Schloß bewohnten. Von einem dieser Grafen, Friedrich genannt, erzählt nun die Sage, daß er ein biederer und tapferer Mann, aber kinderlos gewesen sei. Die Aussicht, mit ihm sein Geschlecht erlöschen zu sehen, habe ihn sehr schwermüthig gemacht, noch mehr aber sein Weib, das ihn zärtlich geliebt und ihm so gern diesen Wunsch erfüllt hätte. Nun sei von uralter Zeit her am tiefen Brunnen auf Reinstein es nicht geheuer gewesen. Der Geist eines Ahnherrn der Familie wohne darin, hieß es, und zeige sich bei wichtigen Ereignissen in der Familie oben am Rande des Brunnens. Mancher habe sich schon erboten, seine Erlösung zu übernehmen, | ||
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| - | Da habe es ob dieser Worte große Trauer bei den Eltern gegeben, da sie gewußt, daß der Geist des Ahnherrn immer wahr rede. Ohne besondere Absicht hätte indessen das Kind den Namen Helmold erhalten, und erst späterhin sei es entdeckt worden, daß das Wesen im Brunnen der Geist des tapfern, aber wilden Helmolds von Reinstein gewesen, den das unbegreifliche Schicksal bis zu Reinsteins Fall hierher gebannt habe. Die trübe Prophezeiung hätte aber bei den Eltern eine Abneigung gegen den kleinen Helmold erzeugt, die sich stets durch eine vernachlässigende und harte Behandlung geäußert. Immer unter den Knappen und Hausgesinde sei er sittenlos und rauh aufgewachsen, | ||
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| - | Es giebt aber auch noch eine zweite Sage von der Burg Reinstein, die also lautet. Es soll einst einer ihrer Besitzer eine schöne Jungfrau in dem schauerlichen Verließe derselben gefangen gehalten haben, um durch Gefangenschaft und harte Behandlung ihr Herz, das er auf gütlichem Wege vergeblich zu erringen gesucht hatte, zu erweichen. Allein es gelang ihm nicht, umsonst quälte und peinigte er sie, umsonst sperrte er sie ab von aller menschlichen Gesellschaft und ließ ihr nur das Nöthigste an Essen und Trinken durch eine hohe Oeffnung von einem rohen, gefühllosen Henkersknechte reichen, umsonst, sie blieb bei ihrer Weigerung ihm anzugehören. Freilich vergingen ihr dabei nach und nach die Kräfte, freilich magerte sie ab und befand sich zuletzt nur noch in Lumpen, allein sie verzagte doch nicht, sondern betete zur heil. Jungfrau, ihr einen Weg aus dem Gefängniß zu zeigen. Und ihr Flehen war nicht umsonst. Zwar hatte sie keine Werkzeuge, um die starken Mauern zu durchbrechen oder die festen Schlösser zu öffnen, allein sie besaß noch einen goldenen Ring mit Diamantsteinen und dieses unbedeutende Ding sollte ihr zur Freiheit verhelfen. Sie hatte nämlich an einer Stelle ihres Kerkers öfters das Rauschen des Windes vernommen und daraus geschlossen, | ||
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| - | In diesem Schlosse befand sich früher ein Gewölbe, das Teufelsloch genannt, in welchem ein Gespenst sich aufhielt, welches in einem fort frische Steine brach; vor demselben waren in römischen Ziffern die Worte »Anno MCX die Annae« ausgehauen, welches Einige als das Datum der Anlegung besagten Gewölbes, Andere für das der Zerstörung des Schlosses halten. In einem andern im Schlosse befindlichen Loche, welches mit allerhand kleinen Steinen, die nicht auf dem Berge, sondern in der Ebene gefunden werden, angefüllt ist, soll es ebenfalls nicht geheuer sein, denn so viele Steine man hieraus wegnimmt und fortträgt, so viele und zwar die nämlichen, die man herausgenommen hat, trägt der böse Feind wieder hinein.((So Meilissantes, | ||
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| - | Die einfache historische Erzählung findet sich bei Rivander, Chron. Thuring. p. 103. Cf. Melissantes, | ||
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