text:graessepreussen563
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| - | ====== Die Sage von der Roß-Trappe und Kretpfuhl ====== | ||
| - | Nach Behrens, Hercynia Curiosa S. 130. cf. S. 120. | ||
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| - | Dieser wunderseltsame Felsen liegt in dem Unterharz und nicht fern von dem Dorfe Thal. Will man dorthin kommen, so geht man zuerst durch ein buschiges und an etlichen Orten steiniges Gebirge, die Fall-Ente genannt, ohngefähr anderthalb Stunden lang, dann gelangt man an zwei Felsen, die zwar in etwas von einander liegen, doch aber von einem niedrigen Querfelsen dergestalt an einander gewachsen sind, daß derjenige, welcher nicht mit Schwindel behaftet ist, ohne Gefahr über denselben gehen und also von einem Felsen auf den andern kommen kann. Unter vorgedachten Felsen ist nun einer, welcher zwar überaus hoch, scharf und spitzig, doch aber oben etwas breit ist, darauf sieht man eine sehr große Pferde- oder Roßtrappe, welche meistentheils voll Wasser ist. Dieses Zeichen ist der Grund, daß der Felsen selbst die Roßtrappe genannt wird. Woher aber dieses Hufeisen-Zeichen entstanden sei, darüber sind zweierlei Meinungen. Denn Einige halten es für ein natürliches Werk, Andere aber sind derselben Meinung wie die gemeinen Leute dieser Gegend, welche davon erzählen, wie vor Alters ein König auf einem da herum gelegenen alten Schlosse gewohnt, der eine sehr schöne Tochter gehabt, welche einstmals ein Verliebter durch Hilfe der schwarzen Kunst entführen wollte, wobei es sich zugetragen, daß das Pferd mit einem Fuße auf diesen Felsen gesprungen und mit dem Hufeisen dieses Wahrzeichen eingeschlagen habe. Andere sagen aber, es hätte einst eines Hünenkönigs Tochter eine Wette angestellt, mit ihrem Pferde an gedachtem Orte dreimal von einem Felsen zum andern zu springen, welches sie zwei Mal glücklich verrichtet hätte, zum dritten Male sei aber das Roß rückwärts übergeschlagen und mit ihr in den sogenannten Creful oder Kretpfuhl (d.h. Teufelspfuhl) gestürzt, worin sie sich auch noch befinde, maßen solche einstmals von einem Taucher, Einigen zu Gefallen, um ein Trinkgeld soweit außer Wasser gebracht worden, daß man etwas von der Krone sehen können; als aber derselbe solches zum dritten Male thun sollen, hätte er anfänglich nicht daran gewollt, endlich aber dasselbe gewagt und dabei vermeldet, daß, wenn aus dem Wasser ein Blutstrahl aufstiege, er alsdann von der Jungfrau umgebracht sein würde und die Zuschauer geschwinde davoneilen möchten, sonst sie ebenfalls in Lebensgefahr kämen, welches Alles dann vorbesagter Maßen erfolgt ist. | ||
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| - | Nach einer andern Volkssage((Bei Otmar S. 181 etc. Romantisch behandelt in den Sagen und Geschichten aus der Vorzeit des Harzes S. 198 etc. Daselbst ist auch S. 209 etc. eine ganz verschiedene Sage über die Entstehung des Namens Bode und die Ursache von deren Vereinigung mit der Holzemme (in Versen) mitgetheilt.)) wäre vor mehreren tausend Jahren das ganze große Land rings um den Harz her von Riesen bewohnt gewesen, welche Heiden waren und Zauberer, die keine andere Freude kannten als Raub, Mord und Gewaltthat. In dem Böhmer Walde hauste zu dieser Zeit ein Riese, Bohdo genannt, ungeheuer groß und stark; vor ihm krümmten sich alle Riesen in Böhmen und Franken, aber die Königstochter vom Riesengebirge, | ||
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| - | Schüchtern und grausend naht sich noch jetzt der Wanderer der Schlucht, denn sie deckt schwarze Nacht. Die Stille des Todes schwebt über dem Abgrunde, kein Vogel fliegt über ihn hin, und in der Mitte der Nacht hört man oft in der Ferne das dumpfe Hundegeheul des Heiden. Noch jetzt heißt der Strudel, wo der Hund die goldene Krone bewacht, der Kretpfuhl, und der Fels, wo die Königstochter die Hilfe der Geister der Hölle erflehte, des Teufels Tanzplatz. | ||
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