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text:graessepreussen489-12

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-====== Kaiser Friedrich, die Königin Holle und Napoleon ====== 
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-Im letzten französischen Kriege zu Anfange dieses Jahrhunderts kam ein französischer Marschall nach [[geo:Nordhausen]], und wie er die [[typ:ruine|Trümmer]] der Kiffhäuserburg sah, und hörte, daß dies ein verwünschtes Schloß sei, auf dem es bei Nacht Niemand Ruhe lasse, rief er im [[typ:übermut|Uebermuth]]: »So will ich die nächste Nacht dort oben schlafen«, und er hörte auf keine [[typ:Warnung]], sondern ließ sich sein Feldbett auf dem [[region:kyffhäuser|Kiffhäuser]] aufschlagen.  
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-Als es [[zeit:Mitternacht]] war, sandte der [[vip:friedrichbarbarossa|Kaiser Friedrich]], der seit undenklichen Jahren hier wohnt, die [[vip:frauholle|Königin Holle]] hinauf zu dem Marschall und ließ ihm sagen, er möge seinen Herrn, den Kaiser [[vip:Napoleon]], warnen, nicht nach Rußland zu ziehen; denn von da werde er nur in Schmach und Noth wiederkehren; und er möge dem Kaiser verkündigen, wenn er seinen Ruhm lieb habe, solle er [[land:Deutschland]] räumen; denn er, der Kaiser Friedrich, dulde nicht, daß sein [[volk:deutsche|deutsches Volk]] den [[volk:Franzosen]] unterthan sei; und wenn der Kaiser Napoleon diese Mahnung nicht höre, werde er in Jammer und Armuth untergehen. 
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-Der Marschall eilte am folgenden Morgen nach [[geo:hallesaale|Halle]], wo [[vip:Napoleon]] sich gerade aufhielt, und sagte ihm, was die Königin Holle ihm melden ließ, und alle Generale und Soldaten baten den Kaiser, nicht nach Rußland zu gehen; doch er, wie er war, lachte sie aus, und das hat er dann büßen müssen. 
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-Die Königin Holle ist Kaiser Friedrichs Haushälterin im Kiffhäuser. Sie war eine reiche Königstochter und wurde [[typ:frevel|freventlich]] [[typ:mord|ermordet]]; da fand ihr Geist [[typ:ruhelos|keine Ruhe]] im [[typ:grab|Grabe]] und schwärmte lange umher, bis sie hörte, daß der Kaiser Friedrich im Kiffhäuser eine Freistatt gefunden; und da sie sich aus ihrer Zeit erinnerte, daß man ihn immer als einen so gerechten und gütigen Herrn gepriesen hatte, ging sie zu ihm in den Berg und dort führt sie ihm nun die Wirthschaft und sorgt für Alles, was er und die vielen hundert Ritter und Knappen bedürfen, die mit ihm um den großen steinernen Tisch sitzen. 
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-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 445-446; [[http://www.zeno.org/nid/20004941160|www.zeno.org]]// 
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-{{tag>sagen graesse sagenbuchpreussen1 kyffhäuser friedrichbarbarossa nordhausen frauholle franzosen marschall napoleon warnung weissagung deutsche hallesaale frevel mord ruhelos grab}} 
  
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