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text:graessepreussen489-03

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-====== Die Wunderblume ====== 
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-Ein [[typ:Schäfer]] aus [[geo:Sittendorf]] trieb einst am Fuße des [[region:kyffhäuser|Kiffhäusers]]. Es war ein hübscher Mensch, und mit einem guten, aber armen Mädchen verlobt. Doch weder er noch sie hatten ein Hüttchen oder [[typ:Geld]], ihre Wirthschaft einzurichten. Traurig stieg er den Berg heran, aber je höher er kam (es war ein schöner Tag), desto mehr verlor sich die Traurigkeit. Bald hatte er die Höhe des Berges erreicht, da fand er eine wunderschöne [[typ:Blume]], dergleichen er noch nie gesehen hatte. Die pflückte er und steckte sie an seinen Hut, um sie seiner [[typ:Braut]] mitzunehmen.  
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-Oben auf der Burg findet er ein offenes [[typ:ruine|Gewölbe]], dessen Eingang nur etwas verschüttet war. Er geht hinein und findet viele kleine, glänzende Steine auf der Erde liegen und steckt so viele ein, als seine kleinen Taschen fassen konnten. Nun wollte er wieder ins Freie, da rief ihm eine dumpfe Stimme zu: »Vergiß das Beste nicht!« Er wußte nicht, wie ihm geschah und wie er aus dem Gewölbe herauskam. Kaum sah er wieder die Sonne und seine Heerde, so schlug die Thüre, die er vorher gar nicht gesehen hatte, hinter ihm zu. Er faßt nach seinem Hut und die wunderschöne Blume, die er seiner Braut hatte bringen wollen, war fort; sie war beim Stolpern herabgefallen. Urplötzlich stand vor ihm ein [[typ:Zwerg]] und fragte: »Wo hast Du die wunderschöne Blume, die Du fandest?« »Verloren!« sagte traurig der Schäfer. »Dir war sie bestimmt«, antwortete der Zwerg, »sie ist mehr werth als die ganze Rothenburg.« 
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-Traurig geht der [[typ:Schäfer]] am Abend zu seiner Braut und erzählt ihr die Geschichte von der verlorenen [[typ:Wunderblume]]; Beide weinen, denn Hüttchen und [[typ:Hochzeit]] waren wieder verschwunden. Endlich denkt der Schäfer wieder an seine Steine und wirft sie scherzend seiner Braut auf den Schooß, und siehe, es waren lauter [[typ:gold|Goldstücke]]. Nun kauften sie sich ein Hüttchen und ein Stück [[typ:Acker]] dazu; die Wunderblume aber blieb verschwunden und wird von den Bergleuten noch heute gesucht, in den Gewölben des Kiffhäusers nicht allein, sondern, da verborgene [[typ:schatz|Schätze]] rücken, in der Questenburg und selbst auf der Nordseite des Harzes. Bis jetzt hat sie aber noch Keiner gefunden. 
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-//Quellen://  
-  * //[[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,// 
-  * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 437;//  
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004941071|www.zeno.org]]// 
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-{{tag>sagen buesching volkssagenbuesching vii graesse sagenbuchpreussen1 kyffhäuser sittendorf wunderblume blume zwerg stein schäfer gold vergissdasbestenicht schatz acker}} 
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text/graessepreussen489-03.1672918878.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)