text:graessepreussen358
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| - | ====== Der Lappländer mit den rothen Stiefeln und gelben Hacken ====== | ||
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| - | Nach Reichard Bd. II. S. 229 etc. | ||
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| - | Der Professor und Rector des Stadtgymnasiums zu Magdeburg, Elias Caspar Reichard, erzählte im Jahre 1788 von sich folgende merkwürdige Begebenheit. Derselbe ward von seinem Vater, dem Hofdamastweber zu Quedlinburg, | ||
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| - | Er sei während seines Aufenthalts auf der Universität Wittenberg in Verbindung mit mehreren Studiosis darauf gekommen, sich auf Nekromantie, | ||
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| - | Als nun Reichard nicht umhin konnte, ihm seinen Unglauben und Zweifel an den Tag zu legen, erbot sich jener gleichwohl, ihm auf der Stelle Beweise von seiner Kunst zu geben, falls er solches verlange. »Ich werde«, fuhr er fort, »nächstens vom Waisenhause in die Stadt ziehen, um Magister zu werden und medizinische Collegia zu lesen, werde aber noch vor Erreichung dieses meines Endzweckes in eine gefährliche Krankheit fallen (worin Er, mein lieber Reichard, einige Nächte bei mir wachen wird), doch durch göttliche Hilfe wieder aufkommen, Halle verlassen, an das äußerste Ende von Europa reisen, Schiffbruch leiden, an eine unbewohnte Insel verschlagen werden und in einem sehr weit von hier entfernten Lande sterben.« | ||
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| - | Als Reichard auch hierüber wieder spottete, versetzte jener: »Hat Er Lust, daß ich auch an ihm eine Probe meiner Künste und Einsichten ablege?« Jener war es zufrieden, anfangs sah er ihm starr ins Gesicht, dann ergriff er seine Hand und beaugenscheinigte etliche Minuten lang die Linien derselben und hierauf hob er seinen Spruch an: »Ich kann und will ihm, mein Sohn, nur etwas Weniges von seinem künftigen Schicksale offenbaren und ich thue solches um so viel lieber, weil es meistens glückliche Schicksale sind. Er wird unvermuthet mit meinem ältesten Bruder in Bekanntschaft gerathen, Er wird, soweit Er auch jetzt noch in den Studien zurück ist, nach Verlauf von 8-9 Jahren ein Professorat erhalten, ob auf einer Akademie oder an einem Gymnasium, das kann ich nicht gewiß bestimmen; Er wird kurz nachher seinen Vater durch den Tod verlieren und denselben nur noch im Sarge sehen; Er wird zwei adelige Fräulein nach einander heirathen und ein Alter von etwa 80 Jahren erreichen.« | ||
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| - | Was geschah nun aber, die diesen Steller betreffenden Weissagungen gingen buchstäblich in Erfüllung. Er bezog das Michaelische Haus am alten Markte in Halle, fing an botanische Vorlesungen zu halten, ward aber an einem heftigen Fieber plötzlich krank, wo denn Reichard drei Nächte hindurch bei ihm wachte und ihm nützliche Handreichungen that. Nach seiner Genesung ging er 1734 in das russische Lager vor Danzig, that daselbst als Arzt und Wundarzt verschiedene glückliche Kuren, ward dem Generalfeldmarschall Lascy bekannt, sowie nachher in Petersburg dem Erzbischof von Nowgorod, Theophanes, bei dem er Tisch und Wohnung frei genoß, und auf dessen Empfehlung er Adjunkt der Akademie der Wissenschaften ward. Im Jahre 1738 erhielt er Befehl, durch Sibirien nach Kamschatka zu gehen, um in Gesellschaft der Professoren Müller und Gmelin die Naturproducte dieser Länder zu untersuchen, | ||
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| - | Was nun die Reichard selbst angehende Prophezeiung anlangt, so erzählt derselbe a.a.O., dieselbe sei so weit ganz genau eingetroffen, | ||
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