text:genovefa
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| - | ====== Genovefa ====== | ||
| - | In Mayen steht die im Jahre 1280 vom Erzbischof Heinrich von Binstingen erbaute Genovefaburg. Wahrscheinlich hat an deren Stelle schon früher eine Burg gestanden, die Hohensymmern geheißen haben mag. Dort wohnte zu der Zeit, als [[vip: | ||
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| - | Golo, der sich die Gunst seines Herrn zu erwerben verstand, war ein treu- und ehrloser Diener, der sich alle Mühe gab, Genovefa zur Untreue gegen ihren Gemahl zu verleiten. Da sie seine schändlichen Anträge hartnäckig zurückwies, | ||
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| - | Doch Golos Rachedurst war damit noch nicht gekühlt. Er sandte Boten an Siegfried und ließ ihm melden, seine Gemahlin habe ihm die Treue gebrochen. Ohne Argwohn glaubte Siegfried die schändliche Kunde, und in seiner Entrüstung gab er den Befehl, Genovefa zu töten. Golo sollte diesen Befehl vollziehen. Mit teuflischer Freude ließ er sie aus dem Turm holen. So war die vor Schmerz und Entbehrung abgemagerte Frau, die sich fast blind geweint hatte, schutzlos der Wut ihres Todfeindes preisgegeben. Golo ließ sie durch zwei Knechte in den nahen Wald bringen, wo diese das Todesurteil an ihr vollziehen sollten. Als man sie über die Nettebrücke führte, blieb sie stehen. Sie zog ihren Trauring vom Finger und warf ihn in das Wasser, wobei sie weinend sprach: »So gebe ich meinem Herrn seine Treue und sein Versprechen zurück, um seine Schuld zu verringern.« | ||
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| - | Im Wald beteuerte Genovefa ihre Unschuld und flehte um Schonung. Da ließen sich die Knechte erweichen und schenkten ihr und ihrem Kind das Leben. Beide fristeten nun mehr als sechs Jahre lang in einer Höhle im Dickicht des Waldes ein trauriges Dasein. Wurzeln und Kräuter sowie die Milch einer Hirschkuh, die ganz zutraulich geworden war und immer in ihrer Nähe blieb, bildeten ihre Nahrung. | ||
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| - | Siegfried war seit einigen Jahren wieder aus dem Krieg heimgekehrt. Aber Glück und Frieden waren für ihn dahin. Trübe Gedanken und bittere Ahnungen quälten, Zweifel an der Schuld seiner Gattin beunruhigten ihn. Einst sollte ein großes Fest und dabei auch eine große Jagd veranstaltet werden. Auf dieser wurde die Hirschkuh aufgespürt, | ||
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| - | Die Tage Genovefas aber waren gezählt. Sie starb noch in demselben Jahr eines seligen Todes. Ihre Begräbnisstätte fand sie in dem Dickicht des Waldes, wo sie so lange gelebt hatte. Über ihrem Grab wurde eine Kapelle, die Fraukirche, erbaut, in der auch Siegfried und sein Sohn nach ihrem Tod beigesetzt wurden. | ||
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