text:gau104
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| - | ====== Warum die Blankenburger sonst Eselsfresser genannt worden sind ====== | ||
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| - | August Witzschel | ||
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| - | Das erzählt die Chronik ihres ehemaligen Stadtschreibers Ahasverus Philipp Theuring folgendermaßen: | ||
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| - | In Blankenburg wurde vor Zeiten die Feier des Palmsonntags also begangen: Der Pfarrer führte an diesem Sonntag die versammelte Bürgerschaft aus der Stadt an einen Brunnen unweit des sogenannten Steingrabens. Hier wurde die Vorbereitung, | ||
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| - | Die guten Leute waren aber für ihr Fest dermaßen eingenommen, | ||
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| - | Graf Heinrich von Schwarzburg, | ||
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| - | Des Pfarrers Glauben teilten natürlich auch die Pfarrkinder, | ||
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| - | Während die Bewohner der ganzen Gegend das herrliche Tier bewunderten, | ||
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| - | So redete der eifrige, für das Wohl und die Ehre der Stadt sorgsame Priester. Die Zuhörer aber gingen höchlich erbaut und voll Begeisterung aus der Kirche. In nicht geringer Aufregung befand sich fortan die Stadt. Ein wohlhabender Bürger verehrte schon jetzt zum Unterhalt des noch zu gewinnenden Esels das vom Pfarrer bezeichnete Grundstück, | ||
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| - | Mit Waffen aller Art ausgerüstet und mit den Fahnen der Stadt und der Kirche trat die Bürgerschaft, | ||
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| - | Zwischen Blankenburg und Schwarza beginnt der Kampf an einem Platze, der davon den Namen Streitau erhielt. Von beiden Seiten wird mit großer Tapferkeit und mit noch größerer Erbitterung gefochten; hinter den Reihen schüren unermüdlich die beiden Seelenhirten den entbrannten Streit; kein Teil wankt und weicht, und auf beiden Seiten fällt mancher Tapfere im Kampf um den heiligen Esel. | ||
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| - | Inzwischen schleichen sich einige Blankenburger listig ab, ergreifen den Esel, da dessen Wärter neugierig dem Kampfe zugeschaut, und eilen mit ihrer Beute auf Abwegen hinter den Bergen herauf nach der Stadt. Von dieser Eroberung heimlich benachrichtigt, | ||
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| - | Erhitzt und von Schweiß triefend wird der Esel in seinen Stall gebracht und gegen einen Überfall durch eine starke Wehr geschützt; die Blankenburger sind überglücklich über den guten Ausgang der Sache, der Pfarrer segnet die Gemeinde und den Esel, und fast hätte man in der Siegesfreude den ambrosianischen Lobgesang angestimmt. | ||
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| - | Doch Freude und Glück kann nur zu schnell in Leid und Trauer übergehen. Am andern Morgen sollte eine feierliche Messe gelesen und die Wallfahrt eingeweiht werden; viele Leute aus der Stadt und Umgebung gedachten der Einweihung dieser wichtigen Wallfahrt in Andacht beizuwohnen und ihre Opfer darzubringen; | ||
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| - | Noch andere Begebenheiten sollen sich in Blankenburg zeitweilig zugetragen haben, welche den Übernamen der Blankenburger nicht leicht in Vergessenheit und Abgang kommen ließen. Doch es ist besser, derselben nicht weiter zu gedenken. | ||
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