text:gau095
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| - | ====== Sankt Sebaldus ====== | ||
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| - | Ludwig Bechstein | ||
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| - | Es ist eine alte Sage, daß der heilige Sebaldus zu Ende des achten oder zu Anfang des neunten Jahrhunderts nach Christo nach Nürnberg gekommen. Dieser Heilige war eines Königs von Dänemark Sohn und hatte in Paris studiert; aber er verließ seines Vaters Palast heimlich und wurde Einsiedler, wälzte sich auf Dornen und Disteln und kreuzigte sein Fleisch, daß sein Leib davon ganz armselig und mager wurde. Darauf pilgerte er samt seinem Schüler Dionysius barfuß gen Rom, traf auch auf seinem Wege die heiligen Männer Wilibald und Wunibald und nahm sie in seine Gesellschaft auf, gab ihnen Speise, die er aus Engelshand empfing, hatte auch ein kleines Fäßchen, das immer voll Weins war, wann auch die Gesellschaft ihn ausgetrunken, | ||
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| - | Der heilige Sebaldus kam nach Nürnberg und nahm seine Herberge bei einem Wagner. Selbiger Wagner aber hatte nicht einmal Holz zum Einheizen, geschweige denn zum Wagenbauen. Da heizte der heilige Sebald mit Eiszapfen ein, die brannten, daß es knitterte und knatterte, er wärmte sich, und der Wagner und sein Weib lobten Gott für so billiges Brennmaterial. Eines Tages wünschte Sebaldus Fische zu speisen, es war aber durch die Herrschaft, die auf der Burg wohnte, bei Verlust des Augenlichtes allen verboten, vor ihr Fische zu kaufen. Da nun Sebaldus' | ||
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| - | Da nun zu Nürnberg der unübertreffliche Rotgießermeister Peter Vischer lebte, so bekam derselbe den Auftrag, mit seinen fünf verheirateten Söhnen Peter, Hermann, Hans, Paul und Jakob, die alle bei ihm im Hause wohnten und in seiner Gießhütte arbeiteten, Sankt Sebald ein neues, schönes Grabmal zu fertigen, auf dem der Silbersarg mit den heiligen Gebeinen ruhen sollte. Dieses fertigten die Meister so herrlich und kunstvoll schön, mit frommem Sinn und hohem Geist, daß es als Nürnbergs größte Zier dasteht. Und von den vielen Tausenden, die von Jahr zu Jahr dieses herrliche Zenotaph anstaunen, denkt kaum einer noch an den Heiligen, der darinnen ruhet, und an dessen Wunder, sondern nur an die Wunderwerke deutscher Kunst, die Nürnbergs unsterbliche Söhne, ein Peter Bischer, ein Albrecht Dürer, ein Adam Kraft bewirkt und vollbracht, durch den schaffenden, | ||
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