text:gau068
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| - | ====== Sage von Möbisburg ====== | ||
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| - | August Witzschel | ||
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| - | Am nördlichen Ende des Dorfes Möbisburg erhebt sich eine runde, mäßige Anhöhe, teils von der Natur, teils von Menschenhänden so gebildet und geschaffen. Oben, wo jetzt die Kirche und der Gottesacker liegt, stand vor alten Zeiten eine Burg, daher den Hügel bis heute noch das Volk den Burgberg nennt. Auf dieser Burg, erzählt die Sage, wohnte in uralten Zeiten ein mächtiger Fürst, dem das ganze Land weit und breit umher gehörte. Aber er haßte den Frieden, führte das ganze Jahr Krieg, und je mehr er Feinde hatte, desto lieber war es ihm. Lange war er glücklich in diesen Kriegen, zuletzt aber zogen der Feinde zu viele gegen ihn, schlugen ihn überall aus dem Felde und belagerten endlich seine Burg. Der Burgberg ragte damals aus einem See empor, der das ganze Tal bedeckt hat und erst später durch Mönche abgeleitet worden ist. Der belagerte Fürst hielt sich sicher vor den Feinden auf seiner Burg im See; aber der Hunger zwang ihn endlich, die Burg den Feinden zu übergeben. Die Feinde wollten niemand freien Abzug gestatten, nur die Fürstin sollte frei abziehen mit so viel ihrer Habe, als sie zu tragen vermöchte; doch sollte nichts Lebendiges dabei sein. Da versteckte sie ihren Gemahl in eine Lade und trug die Last zur Burg hinaus über die Brücke und durch die Feinde hindurch. Noch war sie in der Nähe der letzten Krieger, als der Fürst an den Deckel der Lade klopfte und ihr zurief: »Mach' | ||
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| - | Schweigend und bitter weinend geht die Fürstin weiter mit ihrer Bürde. Im Walde ruht sie die Nacht unter einer Eiche, die man noch lange gezeigt hat, und dann kommt sie nach Osthausen. Die Osthäuser Bauern nehmen die arme Frau gutherzig auf, begraben ihren Gemahl in geweihter Erde und helfen ihr weiter nach Osten fort. Wo sie geblieben, darüber ist alle Kunde verschollen, | ||
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