text:gau066
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| - | ====== Die Mainau ====== | ||
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| - | Aloys Wilhelm Schreiber | ||
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| - | Auf dem lieblichen Eiland Mainau im Bodensee stand die schöne, züchtige Jungfrau von Bodmann am Ufer und harrte ihres Verlobten, des wackern Herrn von Langenstein; | ||
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| - | Einst in einer stürmischen Nacht träumte ihm, es trete ein Engel zu seinem Lager und rede zu ihm mit freundlichen Worten: Gelobe, dich dem Dienst der Kirche zu weihen, und du wirst deine Heimat wiedersehen. Er tat das Gelübde, erwachte darüber und sah mit Erstaunen die Türe seines Kerkers offen stehen. Er floh und erreichte unangefochten die Küste, wo er ein venetianisches Schiff traf, welches ihn aufnahm. Je näher ihm die Berge der Heimat zuwinkten, desto härter wurde der Kampf in seinem Innern. Er dachte der Geliebten, die seiner in treuer Sehnsucht harrte, der lange geträumten Freude des Wiedersehens, | ||
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| - | Jetzt erhebt sich das liebliche Eiland vor seinen Blicken, er sieht am Ufer eine weibliche Gestalt wandeln und glaubt in ihr seine teuere Verlobte zu erkennen. Ein Zittern durchläuft seine Glieder, aber bald ermannt er sich und befiehlt dem Schiffer, seinen Kahn seitwärts zu wenden. Kaum ans Land gestiegen, eilt er zu dem Landkomtur des deutschen Ordens, der in der Nähe seinen Sitz hat, und bittet um Aufnahme, die ihm auch auf der Stelle gewährt wird. Dann sendet er einen Boten nach der Mainau, meldet der Verlobten, was sich begeben, und sagt ihr Lebewohl für diese Welt. | ||
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| - | Die Jungfrau vernahm die Botschaft mit stummer Ergebung, Nachdem sie mit sich selbst zu Rate gegangen, wie sie ihr Leben künftig einrichten wolle, trug sie die liebliche Mainau dem deutschen Orden als Geschenk an unter der Bedingung, daß Herr von Langenstein daselbst Komtur werden sollte. Der Großmeister willigte ein, und die Jungfrau entließ jetzt ihre Diener und Dienerinnen, | ||
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