text:gau042
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| - | ====== Der fliegende Holländer ====== | ||
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| - | Ludwig Bechstein | ||
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| - | Im Lande Limburg liegt ein altes Schloß, das ist Falkenberg genannt, darin es spukt und umgeht. Eine Stimme ruft gegen die vier Wände den Klageruf: »Mörder! Mörder!« – Zwei kleine Flämmchen flackern vor der Stimme her, aber den Rufer sieht keiner. Und das ist also seit sechshundert Jahren. Damals, vor so langer Zeit, stand das Schloß noch in seinem Glanze, zwei Brüder von Falkenberg wohnten darin, die hießen Waleram und Reginald, und sie liebten beide die schöne Tochter eines Grafen von Cleve, Alix. Waleram war der Glückliche, | ||
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| - | Es lebte dazumal nicht allzu weit vom Schlosse Falkenberg ein frommer Einsiedler, dessen Klause neben einer kleinen Kapelle stand. Bei dem klopfte es an um Mitternacht und begehrte Einlaß im Namen des Himmels. Reginald war's, den die Reue marterte und auf dessen Gesicht die Spur einer blutigen Hand unaustilgbar sichtbar war, ein Wahrzeichen, | ||
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| - | Am andern Morgen gebot der Einsiedler dem Grafen Reginald von Falkenberg: »Wandelt als büßender Pilger gen Norden und immer gen Norden, bis Ihr keine Erde mehr unter den Füßen habt, dann wird Gott Euch durch ein Zeichen offenbaren, was Ihr weiter beginnen sollt.« Da sprach Reginald kein weiteres Wort als Amen! verbrannte an der ewigen Ampel des Altars Alixens Locke und ging von dannen gen Norden und immer gen Norden und büßte und betete. Und da gingen zwei Gestalten mit ihm, eine Weiße zu seiner Rechten und eine schwarze zu seiner Linken; die zur Rechten bestärkte ihn im Büßen und Beten, die zur Linken aber flüsterte ihm zu, davon abzulassen und den Freuden der Welt zu leben. Und so kämpften sie um seine Seele, und dieser Kampf, den er im Herzen fühlte und mitkämpfte, | ||
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| - | Und das tun sie noch heute. Ohne Ruder und ohne Steuer fährt das Schiff durch den Ozean im Norden, zur Nacht wabern Flammen auf seinen Masten und tanzen auf den Rahen. Seine Segel sind grau wie Erde, seine Flaggen find fahl wie abgebleichte Bänder an Totenkränzen. Sein Bord ist leer, und am Steuer steht kein Steuermann. Sein Gang ist Flug und sein Begegnen ist Fluch, Unheil verheißend dem Fahrzeug, dem es begegnet. Mancher Schiffer hat es schon gesehen, und es hat ihm Grausen erregt. Selbst bei Windstille fliegt es wie ein Pfeil über die Meeresfläche, | ||
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