text:die_verwuenschte_linde_bei_harvestehude
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| - | ====== Die verwünschte Linde bei Harvestehude ====== | ||
| - | Auf dem Feld links an der Chaussee von Rotherbaum nach Eppendorf steht ein kleiner kugelrunder Lindenbaum, der seit Jahren nicht größer geworden, sondern an Dicke des Stammes, der Äste und Krone gerade so geblieben ist, wie er damals war, nur dass man der Rinde das hohe Alter des Baumes wohl ansehen kamt. Der Baum ist verwünscht, | ||
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| - | Im Kloster Frauental zu Harvestehude hatte ein junges, schönes Mädchen von vornehmem Geschlecht zu Hamburg aus Liebesgram den Schleier genommen. Sie hatte sich mit einem jungen Edelknappen der Umgegend verlobt, der war zu Heerfahrten in die Welt gezogen, um zu versuchen, sich die goldenen Sporen zu verdienen, mit Ehre und guter Beute dann zurückzukehren und sie auf seine väterliche Burg heimzuführen als sein ehelicher Gemahl. Die Zeit war aber längst um gewesen und der Geliebte nicht gekommen. Darum wollte sie ihr Vater des Versprechens ledig achten und sie zwingen, einen anderen Mann zu heiraten. Da sie den aber nicht leiden konnte, sie auch noch immer in treuer Liebe ihrem fernen, vielleicht längst verstorbenen Geliebten anhing, so wusste sie sich nicht anders zu helfen, als dass sie ins Kloster ging. | ||
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| - | Einige Zeit danach aber kehrte der junge Ritter heim. Da er erfuhr, was geschehen war, fasste er den Plan, seine vormalige Braut, es koste, was es wolle, aus dem Kloster zu entführen und in ferne Lande mit ihr zu flüchten. Er wusste es auch anzustellen, | ||
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| - | Die grünen Eichen jedoch im stillen Klostergarten haben dazumal bei den nächtlichen Unterredungen einen Verräter verborgen gehalten. Gegen die arme Nonne ist beim geistlichen Gericht eine schwere Anklage wegen unerlaubten Liebeshandels und gebrochenen Gelübdes erhoben worden. Da sie nun nicht leugnen konnte, ihren vormaligen Verlobten zu mehreren Malen dort heimlich gesprochen zu haben, sonst aber, da der Ritter fern war, keinen Beweis für ihre Unschuld bringen konnte, so hielt man die schlimme Anschuldigung für erwiesen und verurteilte sie zum Tode und zum Begräbnis auf freiem Feld in ungeweihter Erde. | ||
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| - | Ehe sie gerichtet wurde, hat sie darum gebeten, dass ihr Leib auf dem Klosterfeld, | ||
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