text:die_gegensteine
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| - | ====== Die Gegensteine ====== | ||
| - | Nördlich von Ballenstedt erheben sich auf einer mäßigen Anhöhe zwei einzeln stehende Felsen oder Bruchstücke einer Felswand, welche als Fortsetzung der Teufelsmauer angesehen werden können. Auch hier sollen böse Geister hausen, welche bald als feurige Kugeln, bald als hüpfende Flammen den Menschen erscheinen, um sie heranzuziehen und zu verderben. Wer sich verleiten lässt, in die Nähe dieser unheimlichen Wesen zu gehen und ihrem Treiben zuzusehen, der verschwindet für immer. Gute, gottergebene Menschen aber sind gegen die Angriffe der bösen Geister gefeit. Vor vielen, vielen Jahren, als Ballenstedt noch ein kleines Dorf war, ritt ein Bauersmann von dort nach Quedlinburg, | ||
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| - | Endlich erwachte der Bauer und schaute verwundert umher, denn die Gegend, in der er sich befand, war ihm ganz fremd. Nie hatte er in der Nähe Ballenstedts diese mächtigen Felsen, nie den undurchdringlichen Wald gesehen, der sich in ihrer Nähe ausdehnte. Ratlos blickte er umher, um einen Ausweg aus der Wildnis zu suchen, als er vor sich in dem Felsen eine Höhle gewahrte. Er stieg vom Pferd und näherte sich furchtsam der Höhle. Als er zaghaft hineinsah, war er nicht wenig überrascht, | ||
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| - | Das Gold blinkte so verführerisch, | ||
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| - | Hei! Wie glänzte das Gold in der Sonne, wie reich, wie glücklich fühlte sich unser Bäuerlein. Aber die schöne Peitsche hatte er vergessen und die musste ihm um jeden Preis gehören. | ||
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| - | So schritt er noch einmal in die Höhle hinein und nahm die Peitsche zu sich. Dabei fielen seine Blicke wieder auf das Gold, das ihn noch mächtiger als vorhin anzog. Er wagte, nun schon kühner geworden, noch einen Griff. Da fletschte der schwarze Hund die Zähne und glühender rollten seine Augen. Aber den Bauersmann hatte das Gold fast toll gemacht, alle Furcht war vergessen, er sah nichts um sich her und habgierig griff er zum dritten Mal in die Pfanne. | ||
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| - | Da erhob der Hund ein furchtbares Geheul, das von allen Bergen grollend widerhallte. Blitze zuckten und Feuerstrahlen fuhren aus den Augen des schrecklichen Tieres. Die ganze Erde schien zu beben und finstere Nacht verbreitete sich ringsumher. | ||
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| - | Der Bauer wusste nicht, wie ihm geschehen, denn gelähmt vor Schreck war er dennoch aus der Höhle gekommen und schaute nun entsetzt um sich. Wald und Berge waren verschwunden, | ||
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| - | In demselben Augenblick, als der Hund das furchtbare Geheul ausgestoßen hatte, war der Teufel aus der Tiefe emporgestiegen, | ||
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| - | Nun war der Himmel wieder klar und heiter und ringsumher herrschte lieblicher Friede, aber der Bauersmann stand noch immer da mit wüstem Kopf und schwerem Herzen und konnte sich nicht erholen von dem furchtbaren Schreck. Die Peitsche hielt er in der Hand. Nun fühlte er auch, wie seine Taschen, in die er das Gold gesteckt hatte, so schwer herabhingen, | ||
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| - | Um seine Hoffnung, reich heimzukehren, | ||
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| - | Die zerspaltete Felswand aber sind die Gegensteine, | ||
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| - | Als einst ein frommer Mönch dort vorbeizog, bat er, Gott möge doch auch hier der Herrschaft des Teufels ein Ende machen. Da erschallte eine sanfte Stimme und verkündete, | ||
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| - | //Quelle: Im Zauberbann des Harzgebirges, | ||
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