text:die_einhornhoehle
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| - | ====== Die Einhornhöhle ====== | ||
| - | Die Einhornhöhle, | ||
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| - | Vom Bahnhof Scharzfels ist der Eingang zur Höhle bald erreicht, und der Wirt des Hotels Scharzfels ist gern bereit, den Reisenden seinen Burschen als Führer mitzugeben. Denn erst das helle Licht der von diesem abgebrannten bengalischen Flammen gibt dem Besucher einen Begriff von der ungeheuren Ausdehnung der Räume, in denen er sich befindet. Steinerne Stufen führen zur Tiefe hinab, welche in der Vorhalle noch durch Tageslicht erhellt wird, da infolge eines Deckeneinsturzes eine große Spalte entstanden ist. Weiter rechts befindet sich ein prächtiges Seitengewölbe, | ||
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| - | Häufig sind hier Nachgrabungen angestellt worden, die eine Menge Interessantes zutage förderten. Die reichste Ausbeute gewährte die im Jahr 1881 von Herrn Struckmann unternommene Untersuchung, | ||
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| - | Schon vor zweihundert Jahren war die Höhle wegen der darin vergrabenen fossilen Tierknochen berühmt. Behrens erzählt in seinem Kuriosen Harzwald, dass sein Vater, der Ratsapotheker in Nordhausen war, einen schwunghaften Handel damit betrieben hatte, da dieselben als ein begehrtes Arzneimittel durch ganz Deutschland und bis nach Italien gehandelt wurden. | ||
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| - | Überall sind die Wände glatt und nur zuweilen finden sich, so zum Beispiel an verschiedenen Stellen der Decke, trichterförmige Vertiefungen, | ||
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| - | Die gleichförmige Beschaffenheit der Knochen lässt darauf schließen, dass ihr Zustand nicht eine Folge der Verwitterung, | ||
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| - | Über dem älteren Lehm wurde eine zweite, jüngere Kulturschicht entdeckt. Dies liefert wiederum den Beweis, dass die Höhle auch nach der Eiszeit bewohnt wurde. | ||
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| - | In der Ablagerung dieser Periode sind ebenfalls die Knochen des Höhlenbären noch vor allen anderen überwiegend, | ||
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| - | Endlich wurde noch eine dritte Kulturschicht aufgefunden, | ||
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| - | Der ganze Charakter der aufgefundenen Reste lässt nicht daran zweifeln, dass dieselben Abfälle des Haushaltes einer vorhistorischen Niederlassung bilden. | ||
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| - | Als Herdstelle hat eine große Tropfsteinplatte gedient. Rings herum wurden die unbrauchbaren Reste der Mahlzeiten zusammen mit Asche und zerbrochenem Geschirr aufgehäuft. Durch eine sorgfältige Bestimmung der Knochenreste ist es sogar möglich gewesen, das ungefähre Verhältnis der verschiedenen Tierarten festzustellen, | ||
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| - | Vielleicht wird die beabsichtigte Fortsetzung der Ausgrabungen auch über diesen Punkt noch weitere Aufklärung geben und die bisherigen Resultate, die bereits einen interessanten Beitrag zur Urgeschichte der Harzgegend geliefert haben, noch vervollständigen. Die Fundgegenstände sind dem Provinzial-Museum zu Hannover einverleibt. | ||
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| - | //Quelle: Im Zauberbann des Harzgebirges, | ||
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