text:95._marcus_meyer_und_der_st._marcus-platz
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| - | ====== 95. Marcus Meyer und der St. Marcus-Platz ====== | ||
| - | (1625) | ||
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| - | Vorzüglich nach Wortmann’s chronolog. Zusammentrag, | ||
| - | Kirchspiel St. Michaelis betreffend. 1809, S. 110 ff., wo auch die Urkunde | ||
| - | der Juraten abgedruckt ist. – Daß der Krayenkamp seinen Namen von dem Pächter | ||
| - | eines dortigen Platzes Kraye habe, meint Reddermeyer, | ||
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| - | Zu den verschiedenen Aehnlichkeiten zwischen Venedig und Hamburg gehörte einst auch die: daß es hier wie dort einen St. Marcus-Platz mit einem geflügelten Löwen gab. Freilich bei uns existirt dieser Platz seit 70 bis 80 Jahren nicht mehr, denn das Häuser-Viereck der Peters-, Markt-, Marienstraße und Kohlhöfen steht ungefähr auf seiner einstigen Stelle; aber das Löwenbild ist noch vorhanden. | ||
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| - | In alten Zeiten, als noch die ganze jetzige Neustadt außerhalb der Thore und Wälle lag, und vorstädtische zu St. Nicolai eingepfarrte Anbauer nach und nach diese Gegend bevölkerten, | ||
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| - | Nun lebte zu letztgedachter Zeit ein wackrer Bürger Marx Meyer in dieser vorstädtischen Gegend, der war vermöglich und angesehen in seinem Kreise, und hatte nur die Schwäche großer Eitelkeit. Daß er, als Vorstädter, | ||
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| - | Nun konnte er zufrieden sein; hatten doch die Juraten in diesem Diplome sogar dem Pabste ins Amt gegriffen, und ihn, den Hamburger Bürger-Capitain luherischen Glaubens, für ein wahres Lumpengeld ohne Umstände canonisirt und zu einem Sanct Marcus Meyer erhoben! Völlig beruhigt daher durch diese Urkunde, welche ihm die zeitliche wie ewige Unsterblichkeit verbriefte, verzichtete er Ao. 1634, militairischen Ruhm verachtend, auf seine Capitainschaft, | ||
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| - | Aber er war nicht gemeint gewesen, und grade das Löwenbild brachte ihn um seinen Nachruhm. Denn von nun da fiel es gewiß keiner Seele mehr ein, Platz und Bild auf ihn, den bald vergessenen Bürger-Capitain, | ||
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| - | Indeß des seligen Marx Meyer’s Verewigungs-Versuch sollte noch vollständiger verunglücken; | ||
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