text:9._mistewoi_der_wende_und_hamburgs_zerstoerung
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| - | ====== Mistewoi der Wende und Hamburgs Zerstörung ====== | ||
| - | Zimmermann, Hamb. Chronik S. 35. u. 36. | ||
| - | und die handschriftl. Beckendorp’sche Chronik. | ||
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| - | Während Herzog Bernhard II. die Niedersächsischen Lande regierte, und grade ein guter Frieden bestand mit den Wenden, kam einer ihrer Fürsten, Mistewoi genannt, aus dem Stamme der Obotriten (im heutigen Mecklenburg), | ||
| - | Markgraf Dietrich von Brandenburg meinte, es sei eine Sünde und Schande, eine christliche Fürstin an einen heidnischen Wendenhund zu verheirathen. Dies unbedachte Wort drang durch, Herzog Bernhard wies den getäuschten Freiersmann ab, der dann stracks mit allen seinen Leuten das Hoflager verließ und sich zu seinen Landsleuten begab, aber zuvor dem Herzoge sagen ließ: „den deine Leute zum Mastschwein machen, der wird ihre Felder zerstören und ihre Wohnsitze umwühlen; und der, den du zum Hunde erniedrigt, der wird auch beißen und zerreißen wie ein Hund.“ | ||
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| - | Mistewoi faßte einen grimmen Zorn gegen die Deutschen und Christen; und je ergebener er ihnen früher gewesen, desto völliger wurde nun sein Abfall. Seine Wenden, die ihn früher hart getadelt, nahmen ihn nun mit Freuden auf, und in einer von ihm nach Mecklenburg berufenen Versammlung aller Wendischen Stämme, denen er seine Schmach als die ihrige vorstellte, wurde ein allgemeiner Aufstand und Krieg beschlossen und Mistewoi zum Anführer erwählt. | ||
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| - | Und die Wenden brachen los, als Herzog Bernhard grade wegen einer Verschwörung wider den Kaiser keine Vertheidigung treffen konnte. Eine ganze Sündfluth „Wendischer Hunde,“ wie sie selbst sich nannten, führte Mistewoi, der verspottete „Ritter Mastschwein, | ||
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| - | Aber als diese Gräuel der Wendischen Hunde den höchsten Grad erreicht haben, da hat Gott ein Einsehen gethan, und zum Entsetzen der Heiden hat sich ob der Stadt am Himmel ein Wahrzeichen des Herrn blicken lassen, in Gestalt einer gewaltigen rechten Hand, die hat abwehrend den Heiden gedreut, und hat dann wie segnend und verheißend den wenigen noch übrigen Christen sich zugeneigt, und ist dann verschwunden. Und die sterbenden Märtyrer haben, da sie dies Wunder gesehen, einen heiligen Gesang angestimmt, bis ihre Seelen von Engeln des Herrn aus diesem Jammerthal ins ewige Leben hinübergeführt sind. Die Wenden aber sind davon gezogen. Darnach ist’s stille geworden in den weiten, rauchenden, bluttriefenden Trümmern der Stadt Hammaburg! | ||
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| - | Hernach, als Erzbischof Libentius II. (1013) gestorben und Unwann sein Nachfolger geworden war, der den Kaiser mit Herzog Bernhard aussöhnte und mit diesem gemeinsam Hamburg wieder erbauete, da begab es sich auch, daß Mistewoi in sich schlug, seine begangenen Uebelthaten bereute und gut zu machen suchte. Er entsagte seinem Wendischen Fürstenthume, | ||
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| - | //Quelle: Otto Beneke: Hamburgische Geschichten und Sagen. Hamburg: Perthes-Besser & Mauke, 1854, Seite 20. [[https:// | ||
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