text:892_das_weihnachtsgeschenk
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| - | ====== Das Weihnachtsgeschenk ====== | ||
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| - | Winter in d. Const. Z. 1853. Nr. 298. | ||
| - | Nach Gräve S. 184. | ||
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| - | Wenn man von Budissin nach Görlitz geht, erblickt man ohnweit des Pfarrdorfes Krischa linker Hand einen mit Nadel- und Laubholz bepflanzten Platz, auf dem vor ohngefähr 100 Jahren noch eine Betsäule stand, die eine nicht mehr lesbare Inschrift trug. Der Ursprung derselben wird aber also erzählt. Es soll einst am heiligen Christabend ein armer Bürger aus Budissin nach Görlitz gegangen sein, um dort einiges Geld für von ihm dorthin gelieferte Arbeit zu holen. Allein wie ward ihm, als er dasselbe nicht erhielt, und dadurch seine Hoffnung, für seine sechs kleinen Kinder einige Christstollen zu kaufen, in den Born fiel. Traurig und mit banger Sorge vor dem kommenden Winter kehrte er in später Abendstunde in seine Vaterstadt zurück, da sah er, daß das rechts bei Krischa liegende Gebüsch mit einer Unzahl heller Lichter erleuchtet war. Er begriff allerdings nicht, was dies sein könne, allein er faßte sich ein Herz und ging muthig auf das Gebüsch los, um zu sehen, was die Lichter zu bedeuten hätten. Da trat ihm am Eingange desselben ein kleines kaum vier Spannen hohes Männchen entgegen, grüßte ihn und rief ihm zu, er möge nur näher kommen, es sei ihm heute eine große Freude bescheert. Der arme Mann ließ sich dies auch nicht zweimal sagen, er trat unter die Bäume, und sah die kleinen Fichten ganz wie die Lichterbäume in der Stadt mit Aepfeln, Nüssen, Mandeln, Zuckerwerk und Honigkuchen behangen. Das Männchen lud ihn nun ein, sich davon so viel zu nehmen, als er wolle, um seinen Leuten zu Hause eine Weihnachtsfreude zu bereiten, und so füllte er sich denn den Sack, den er zum Tragen der Stollen bestimmt gehabt hatte, mit diesen wunderlichen Weihnachtsgaben an und machte sich auf den Weg nach seiner Heimath, nachdem er noch ausdrücklich die Lichter an den Bäumen hatte auslöschen sehen. Je näher er aber der Stadt kam, desto schwerer ward sein Sack, und kaum vermochte er sein Haus zu erreichen, doch hütete er sich wohl, etwas aus jenem wegzuschütten, | ||
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| - | //Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 299; [[https:// | ||
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