text:755_die_sagen_vom_protschenberge_bei_budissin
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| - | 755) Die Sagen vom Protschenberge bei Budissin. | ||
| - | Nr. I. bei Köhler, Bilder a. d. Oberlausitz. Budissin 1854. S. 114. sq. Nr. II. u. III. bei Gräve S. 170 u. 171. sq. und im Laus. Mag. 1838. S. 128. sq. Nr. IV. u. V. b. Ziehnert Bd. III. S. 265 sq. | ||
| - | I. Der alten Ortenburg gegenüber erhebt der sogenannte Protschenberg sein granitnes Haupt, welches fruchtbare Getreidefelder, | ||
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| - | Vor mehreren hundert Jahren ging ein verarmter Bürger Budissins am Fuße des Protschenberges spazieren. In der engen Stube mochten ihn die Nahrungssorgen zu sehr geängstigt haben, daher hoffte er im Freien Ruhe zu finden. Er klagte hier seiner Mutter, der liebevoll sorgenden Natur seine Herzensangst und bat sie flehendlich, | ||
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| - | II. Jene Höhle wird zuweilen noch die Judenschule genannt, und zwar aus folgendem Grunde. Es sollen nämlich zur Zeit der Judenverfolgungen ihrer Sicherheit wegen, und um nicht in ihren Religionsübungen gestört zu werden, sich mehrere Juden daselbst versammelt und feierlich angelobt haben, daß, wenn sie unentdeckt bleiben und unbehindert mit ihrem Vermögen nach Polen gelangen würden, sie dieses nie vergessen, vielmehr jährlich an einem bestimmten Tage an diesem Orte reichlich Spenden vertheilen würden. Ihr Abgang muß ungehindert geschehen sein, denn als einst im 16. Jahrhundert eines Sonntags (es soll der Erlösungstag aus der babylonischen Gefangenschaft gewesen sein) nach der Frühkirche ein ehrsamer Bürger Budissins, Namens Gotthelf Arnst, in dieser Gegend lustwandelte, | ||
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| - | III. Nach einer andern Sage sollen die früher theils in Seydau lebenden, theils die in der Stadt Budissin nach ihnen benannte Gasse in Menge bewohnenden Juden in dieser Höhle ihre Schätze und Kostbarkeiten verborgen haben, um dieselben bei den gegen sie verhangenen Verfolgungen zu sichern, zur Zeit der Noth davon Gebrauch zu machen und sie gelegentlich nach und nach unbemerkt fortzuschaffen. Da nun aber ihre Vertreibung plötzlich erfolgte, so hatten sie sich eilig, glücklich, nur mit dem Leben davon zu kommen, fortbegeben, | ||
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| - | IV. Einst soll in diese verrufene Höhle ein Bauer ziemlich weit hineingegangen und an eine verschlossene Thür gekommen sein, weil ihn aber Grausen anwandelte, ist er ohne weiteres Nachforschen wieder umgekehrt. In dieser Höhle soll sich nun aber ein großer von Kerzen erhellter Saal befinden, in dem an einer langen Tafel die Geister dieses Berges sitzen und zur ewigen Strafe in Haufen Goldes wühlen müssen. Vor längerer Zeit soll aber hier des Nachts ein kleines graues Männlein mit langem, schneeweißen Barte bemerkt worden sein. Dies hörte ein gewisser Reichard aus dem Dorfe Seidau und beschloß die Sache genau zu untersuchen. In einer finstern Nacht machte er sich, nachdem er von den Seinen rührend Abschied genommen hatte, auf den Weg. Kaum hatte er die Spitze des Berges erreicht, so stand auch schon das graue Männlein vor ihm. So muthig Reichard erst gewesen war, so verzagt war er nun, doch erholte er sich bald wieder und fragte das Männlein, wer es sei und was es hier zu thun habe. Ich bin, erwiderte es mit froher Hast, ein Geist aus diesem Berge und bin um eines Versehens willen von den andern Berggeistern verdammt, hundert Jahre lang allnächtlich diesen Berg auf- und abzusteigen, | ||
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| - | V. Einst spielten Kinder armer Eltern an diesem Berge und fanden einen Haufen Kohlen. Da sie die Armuth ihrer Eltern kannten, dachten sie klug genug, von diesen Kohlen soviel mitzunehmen, | ||
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| - | //Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 138; [[https:// | ||
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