text:703_die_teufelskammer_in_der_pfarre_zu_brambach
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| text:703_die_teufelskammer_in_der_pfarre_zu_brambach [2021/05/21 21:05] – angelegt ewusch | text:703_die_teufelskammer_in_der_pfarre_zu_brambach [2023/04/26 08:05] (aktuell) – gelöscht ewusch | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | 703) Die Teufelskammer in der Pfarre zu Brambach. | ||
| - | Bearbeitet von Julius Schanz; metrisch behandelt von Fr. Rödiger. | ||
| - | In die Pfarre zu Brambach kam einst um die Mitternacht durch den Schlot der Teufel hereingefahren und frug nach dem Pfarrherrn. Die alte treue Magd meldete dem Pfarrer diese Kunde und der befahl, den Teufel nur zu ihm hereinzuführen. Der Schwarze setzte sich ungenirt an sein Bett, wie wenn er in seinem alten Großvaterstuhl in der Hölle säße, und begann mit dem Pfarrer ein langes Examen. Dieser aber hatte das Herz auf dem rechten Flecke und wußte dem Teufel trefflich zu antworten, der immer neue Spitzfindigkeiten zu Tage brachte. Zuletzt frug er: „Wie lehrt man in Deutschland am Besten das Christenthum? | ||
| - | Die Gedanken des Pfarrers verwirrten sich immer mehr, und es litt ihn nicht mehr am Orte; er mußte sein Schlafgemach verlassen und konnte nie bis an sein Ende wieder darin schlafen. | ||
| - | |||
| - | Die Geschichte ward bald ruchbar im Lande und es wollte sich nach des Pfarrers Tode Niemand zur Verwaltung seines Pfarramts finden lassen, als zu Wittenberg Luther mit seinen 95 neuen Thesen auftrat und viele deutsche Stämme seiner Lehre zufielen. Auch die Bewohner von Brambach, die unterdessen einen jugendlichen Seelenhirten gefunden hatten, neigten sich zu der neuen Lehre hin, welche ihnen der rüstige Pfarrer mit seinen Worten erklärte. Dieser hatte natürlich die Geschichte von dem Teufelsspuk auch gehört und voll von Begeisterung für seinen Glauben wollte er dem Teufel, wenn er käme, auf jegliche Frage Bescheid thun. Er ließ daher sein Bette in die Teufelskammer bringen und schlief darin. Schon in der ersten Nacht erschien der verrufene Besuch und das Examen begann wie bei dem seligen Herrn Pastor. Wiederum frug der Teufel zuletzt: „Wie lehrt man in Deutschland am besten das Christenthum? | ||
| - | |||
| - | // | ||
| - | Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 94; [[https:// | ||
| - | ---- | ||
| - | {{tag> | ||
text/703_die_teufelskammer_in_der_pfarre_zu_brambach.1621623955.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
