text:680_der_lindwurm_bei_syrau
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| - | ====== Der Lindwurm bei Syrau ====== | ||
| - | Nach mündlicher Ueberlieferung bearbeitet von Julius Schanz. | ||
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| - | Vor vielen hundert Jahren hauste ein scheußliches Ungeheuer im Walde bei Syrau, das hatte einen Leib wie eine Schlange, mit starken Schildern bepanzert, und wenn es mit seinen Drachenflügeln den Leib schlug, machte es ein Getöse wie zehn Mahlgänge. Den ganzen Tag lag es im Walde und wen es sah, den zermalmte es mit seinen fürchterlichen Zähnen und briet ihn an dem Höllenfeuer, | ||
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| - | Das ward ruchbar im ganzen Land und Niemand betrat mehr die gefürchtete Straße. Hunger aber thut weh, dem Thiere wie dem Menschen, und so wagte sich das Ungeheuer wieder an die sich ängstigenden Syrauer. Alltäglich hofften diese unter Flehen und Beten auf die Ankunft des tapfern Ritters St. Georg, der den Lindwurm tödten sollte, allein es zeigte sich keine Spur von dem Heiligen, so viel sie auch Messen lesen ließen. So mußten sie sich denn einstweilen drein ergeben und jeden Tag dem fürchterlichen Ungeheuer einen Menschen vorwerfen. Der kranke Gürge opferte sich freiwillig dem Tode. Da aber dieses weiter Keiner nach ihm thun wollte, so mußten die Bauern durch’s Loos bestimmen, wer der nächste Unglückliche sein solle. | ||
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| - | Schon waren Einige diesem grausamen Schicksale verfallen, als auch die schöne Elsbeth, die Tochter des größten Bauern, das entsetzliche Loos treffen sollte; schon am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang sollte sie dem Drachen vorgeworfen werden. Als man ihr dies ansagte, ward sie todtenbleich, | ||
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| - | //Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 72; [[https:// | ||
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