text:641._ruebezahls_gunstgenossen
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| - | ====== Rübezahls Gunstgenossen ====== | ||
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| - | Die Gunst des Gebirgsherrn erweist sich vielfach gütig, hülfreich, mitunter etwas schadenfroh, | ||
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| - | Ein armes Mädchen, das in die Erdbeeren ging, hatte, als es nach Hause kam, statt der Erdbeeren ihr Töpflein voll Dreier, Gröschlein und Dukaten – einen schönen Brautschatz. | ||
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| - | Ein Handwerksbursche kam auf einen Erbsenacker des Berggeistes, | ||
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| - | Ein durstiger Reisender kam an den schwarzen Teich, den man Rübezahls Teich nennt, und zu dem nicht leicht jemand gelangen mag. Er trank sich satt und füllte seine Reiseflasche mit der kalten Kristallflut. Als er nach ziemlicher Wanderung daraus trinken wollte, war die Flasche sehr schwer, und kein Tropfen floß heraus. Eine steinharte Masse steckte darin, der Reisende zerbrach das Glas und fand darinnen den reinsten goldschimmernden Topas, für den er vieles Gold gewann. | ||
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| - | Einer sehr armen Frau, welcher der Geist als Bauer mit einem Milchkruge vom Gebirge niedersteigend begegnete, und die ihn um eine Gabe ansprach, gab er den ganzen Krug und riet ihr, von der Milch nur wenig zu trinken, das übrige hinzustellen, | ||
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| - | Drei Handwerksbursche bettelten einen vornehmen Herrn an, der ihnen, in einer prächtigen Kutsche fahrend, im Gebirge begegnete. Er gab jedem eine Gabe, sorglich in Papier gewickelt, mit der Weisung, nicht eher als in der nächsten Herberge diese Papiere zu öffnen. Allein einen davon trieb die Neugierde dennoch – er öffnete, ehe ihm noch die Kutsche aus den Augen war, und fand – zwei verschimmelte Rechenpfennige, | ||
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| - | Ein Wurzelgräber fand einen ganzen Haufen voll Mistkäfer und sammelte sie in seinen Ranzen in der Meinung, sie dem Apotheker in Hirschberg zu bringen, daß dieser etwa ein Tränklein gegen die Schwindsucht daraus destillieren könne – die Käfer rauschten und sumsten greulich in dem Ranzen herum, und dieser selbst wurde immer schwerer – das ärgerte den Mann, er gab sein Vorhaben auf und schüttete halbwegs die Käfer aus. Nur zufällig blieben ein paar in den Falten des Ranzen hängen, aber diese wenigen waren, als der Mann nach Hause kam, in Gold verwandelt. | ||
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| - | Einem Sattlergesellen begegnete eine schöne Kutsche mit sechs Pferden bespannt, aber jedes Pferd hatte nur drei Beine, die Kutsche hatte nur ein Rad, und seltsame Vögel umflogen sie. Der Schmutz der Fahrgleise glänzte wie Gold an dem Rad; der Sattler streifte etwas davon mit den Fingern ab, aber da war es s.v. Dreck wie anderer auch, den er an einen alten Lappen abwischte. Da er aber in die Herberge kam, hingen sechs Dukaten im Schmierlappen. | ||
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| - | So gehen wohl hundert- und tausendfach die Sagen von des Berggeistes günstiger Laune und seinen guten Gaben im Volke. | ||
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