text:629_der_teufel_als_fuhrmann
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| - | ====== Der Teufel als Fuhrmann ====== | ||
| - | N. Remigii Daemonolatria. Hamb. 1693. Th. II. S. 304. | ||
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| - | Ein Edelmann im Voigtlande war nicht allein ein jähzorniger Narr, sondern auch in seinem Zorn ein heilloser unbesonnener Flucher. Dieser befahl einem Bauer, der sein Unterthan war, einen sehr großen Baum aus dem Busche nach seinem Schlosse zu bringen. Der arme Mann fuhr zwar mit seinem Wagen hinaus, es fiel ihm aber unmöglich, diese schwere Last aufzuladen. Er stand deshalb in großer Angst, weil er sich fürchtete, er werde von seinem Junker nicht allein gescholten, sondern auch geschlagen werden. | ||
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| - | Inzwischen kam der Satan in menschlicher Gestalt zu ihm, und fragte, warum er so traurig werde. Der Bauer gab ihm sein Unglück zu erkennen, darauf der Satan zu ihm sagte, er solle sich nicht bekümmern, sondern nur mit seinem ledigen Wagen wieder nach Hause fahren, er wolle seine eigenen Pferde holen und diese Arbeit an seiner Stelle verrichten. Alsbald ging er an’s Werk und zog den gewaltig großen Eichbaum mit der Wurzel aus dem Grunde, legte ihn mit allen Zweigen und Laub daran, wie er ihn ausgerissen hatte, auf seinen Wagen und fuhr damit durch’s Schloßthor, | ||
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| - | Viele tausend Menschen kamen von nah und fern, dieses seltsame Teufelswunderwerk zu sehen und beschauten es mit der äußersten Verwunderung und Schrecken, gaben auch aller Orten offenbare und gerichtliche Zeugnisse der Wahrheit davon, als die es mit ihren eigenen Augen gesehen. Der Baum lag noch zu Ende des 17. Jahrhunderts an derselben Stätte, dahin ihn der böse Geist gebracht hatte. Wenn man mit einem Beil oder Hammer darauf schlug, wie denn von Vielen, die dahin kommen, aus Fürwitz geschah, so flogen Feuerfunken daraus wie aus einem Kieselstein, | ||
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| - | //Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 35; [[https:// | ||
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