Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


text:608._die_jenaische_christnacht

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
text:608._die_jenaische_christnacht [2023/12/14 10:01] ewuschtext:608._die_jenaische_christnacht [2023/12/14 10:02] (aktuell) – gelöscht ewusch
Zeile 1: Zeile 1:
-[[sagen:dsbb0607|<<< zurück]] |  
-**[[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]** |  
-[[sagen:dsbb0609|weiter >>>]] 
  
-====== Die Jenaische Christnacht ====== 
- 
-Zu [[geo:Jena]] hat sich's zugetragen, daß ein [[typ:Student]] des Namens Weber aus [[geo:Zwickau]], der bereits in [[geo:Leipzig]] studiert hatte, sich mit noch einigen [[typ:geselle|Gesellen]] und einem [[typ:Schäfer]] verband, in einem Weinbergshäuslein, allwo sich eine [[typ:weissefrau|weiße Jungfer]] zum öftern blicken ließ und ein [[typ:Schatz]] liegen sollte, den [[typ:Teufel]] zu zitieren und Schätze oder [[typ:heckmünze|Brutpfennige]] von ihm zu gewinnen. Es ging aber selbiges Kunststück gar übel aus, denn obschon sie sich Doktor Fausts [[lex:Höllenzwang]] nebst anderem Zaubergerät verschafft und in der [[zeit:weihnachten|Christnacht]] des Jahres 1715 in dem Häuslein sich zusammenfanden, so sind sie doch am andern Morgen nicht in die Stadt zurückgekommen und nachmittags der Student ganz betäubt und sinnlos, der Schäfer und noch ein Bauer aber tot in dem Häuschen gefunden worden. Als nun solches Ereignis der Obrigkeit angezeigt wurde, geschah Verordnung, daß zu den [[typ:leiche|Leichnamen]], nachdem der Student in den [[typ:wirtshaus|Gasthof]] zum gelben Engel herabgeschafft worden war, drei [[typ:Wächter]] bestellt wurden, zu denen sich noch zwei andere Personen freiwillig gesellten, die aber in der späten Nacht wieder herab in die Stadt gingen. Da nun die drei Gesellen beisammensaßen und wachten, hat es gar arg an die Türe des Häuschens gekratzt, und es ist ein [[typ:Geist]] in Größe eines Knaben eingetreten, der sich her- und hinbewegte und dann die Türe mit einem Krachen zuwarf, als sei sie in tausend Stücke gefahren. Am andern Morgen lagen diese Wächter für tot bei den Leichnamen, und zwei davon blieben auch tot. Alle aber hatten blaue Flecken und Striemen auf der Haut. Diese Geschichte machte ringsum vieles Aufsehen und wurde viel darüber geschrieben und in Druck gegeben. Man nannte sie nicht anders als die Jenaische Christnachttragödie. 
- 
-//Quellen:// 
-  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, S. 407-408// 
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/2000454059X|zeno.org]]// 
- 
----- 
-{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch jena student geselle schäfer weissefrau schatz zauberbuch höllenzwang weihnachten 1715 leiche geist}} 
text/608._die_jenaische_christnacht.1702544512.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)