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text:604._blutgraben

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-====== Blutgraben ====== 
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-Im Jahre 1555 am 6. des Heumonds hat der Schloßgraben zu [[geo:Weimar]] an einer Stelle hinten bei der Rentnerei angefangen zu wallen und überzuquellen, als ob das [[typ:Wasser]] siede. Und war dessen Farbe fleischfarb, ja bisweilen gar rot wie [[typ:Blut]], daß sogar der Schatten, so von dem Sonnenschein an das Schloß gefallen, am Gemäuer feuerrot gesehen wurde. Bisweilen hat sich dieses Aufwallen an einer Stelle, bisweilen auch an mehreren erhoben und ist mit Gewalt mitten im ruhigen Flusse emporgedrungen, obschon im Grunde keine Quelle vorhanden war. Das hat für und für angehalten bis an den dritten Tag, und da hat man den Graben abgelassen, aber keine Ursache des Aufwallens und der Farbe gefunden; am Erdreich aber hing es wie Blutstropfen, und in Gefäßen aufbewahrt blieb das Wasser klar wie roter [[typ:Wein]]. Zu [[geo:Erfurt]] wurde damals auch ein [[typ:Brunnen]] blutrot, und ein Feldwegs von Weimar begann eine Brunnquelle, die das Jahr vor dem [[zeit:Bauernkrieg]] auch in Blut verwandelt worden, aufs neue rötlich über sich zu sprudeln, wie auch noch ein Brunnen im Thüringerland in gleicher Gestalt gesehen worden. Was es bedeute, wußte man damals nicht zu sagen, hernachmals aber ist es klar geworden mit Schrecken, denn in dieser Zeit hoben sich die [[zeit:GrumbachscheHaendel|Grumbachischen Händel]] an, welche auf thüringischer Erde gar manchem Mann das Leben kosteten und die beiden Brüderherzoge zu [[land:Sachsen]], [[vip:johannfriedrichiisachsen|Johann Friedrich den Mittlern]] und Johann Wilhelm, auf den Tod entzweiten, auch den ersteren guten, glaubenseifrigen und freundestreuen Fürsten in lebenslängliches [[typ:Gefängnis]] brachten. 
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-//Quellen:// 
-  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, S. 405-406// 
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004540557|zeno.org]]// 
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-{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch weimar 1555 blut wasser erfurt brunnen bauernkrieg omen GrumbachscheHaendel johannfriedrichiisachsen }} 
text/604._blutgraben.1702539882.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)