text:569_die_pestmacher_im_erzgebirge
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| - | ====== Die Pestmacher im Erzgebirge ====== | ||
| - | Lehmann a. a. O. S. 987 sq. | ||
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| - | Im Jahre 1680 ward zu Geyer der Todtengräber wegen Zauberei auf dem Gottesacker gefangen und gefänglich eingezogen, denn man hatte ihn auf den Markt gehen und aus einer Schachtel etwas ausstreuen sehen; so nun hernach allerhand Merkmale gesucht wurden, ihn seiner Bosheit zu überweisen, | ||
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| - | Zu Wolkenstein hat im Jahre 1614 ein Todtengräber einer Pestleiche den Kopf im Grabe abgestoßen, | ||
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| - | Im Jahre 1623 regierte die Pest zu Gottesgabe, davon der Ort halb ausstarb und der Todtengräber kam in Verdacht, er habe die Seuche mit bösen Mitteln verursacht. Hans Leonhard, ein verwegener Mühlknecht, | ||
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| - | Im Jahre 1633 hatte eine gewisse Pittelin zu Abertham, einem früher durch seinen Käse berühmten Dorfe, die Pest durch Zaubermittel vermehren helfen, und wie sie in der Marter bekannt, eine Bürste neben einer Leiche in’s Grab geworfen, welche dann auf ihren Rath wieder herausgenommen ward, wo nicht, sagte sie, müsse ganz Abertham aussterben, da schon 263 Personen gestorben waren. Es hat sich mit der Bürste auch also befunden und wurde diese Pestzauberin am 18. November in Joachimsthal an einem Pfahl mit dem Strange erwürgt, die Tochter von 13 Jahren enthauptet, beide Körper verbrannt und der Sohn des Landes verwiesen. ((Misander, Deliciae Historicae. Dresden 1698. 8. S. 261, erzählt Folgendes: Im Jahre 1615 den 20. October ist zu Weyda im Voigtlande ein Mann, Namens Michael Schatzer, verbrannt worden, der bei dem großen Sterben daselbst im Jahre 1611 sich als Todtenträger hatte brauchen lassen. Der hat ausgesagt, daß in einem Hause, welches er auch genannt, der Teufel in sichtbarer Gestalt zu ihm gekommen und zu ihm und seinem Kameraden, der Anacker geheißen und von dem die Gerichte daselbst gesagt haben, daß wenn man auch diesen hätte zur Haft bringen können, dieser Schatzer gegen ihn ein Engel gewesen sei, ein Pulver gegeben. Der Teufel habe in einem langen schwarzen Kleide in der Hofthüre gestanden und statt der Hände große lange Klauen und Krackeln gehabt, der eine Fuß wäre ein Pferde-, der andere ein Kuhfuß gewesen, und habe ihnen befohlen, sie sollten dies Pulver in die Häuser streuen in aller Teufel Namen, wer nun darüber gehen werde, der müsse stracks die Pestilenz bekommen und sterben. Dies hätten sie denn fleißig und vielfältig practicirt, besonders gegen die, auf welche sie einen Groll gehabt, und also viele Leute hingerichtet, | ||
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| - | //Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 506; [[https:// | ||
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