text:559_die_betfahrt_nach_ebersdorf
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| - | 559) Die Betfahrt nach Ebersdorf. | ||
| - | Zeichnert Bd. III. S. 184 sq. | ||
| - | In Ebersdorf stand vor alten Zeiten in der noch jetzt auf dem dasigen Kirchhofe stehenden Kapelle ein berühmtes Muttergottesbild. Dasselbe wurde so häufig besucht, daß außer dem Pfarrer noch sechs Kaplane angestellt werden mußten, welche in den sechs um die Kirchhofmauer herumstehenden sogenannten Pfaffenhäusern wohnten. Unzählige Wunder sollen von dem Marienbilde vollbracht worden sein und man zeigt noch eine Menge Reliquien, z. B. das gleich zu besprechende Goldschiffchen und eine Krücke, welche ein durch die Berührung des Marienbildes geheilter Lahmer getragen hat. Diese Krücke ist mit der Jahrzahl 1333 gezeichnet und man liest an ihr die eingeschnittenen Worte: „Kruck, Du bist mein Ungluck – zu meinem Ungluck hab ich ein schon Kruck.“ | ||
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| - | Die zahlreichen Wallfahrten nach Ebersdorf reizten oftmals die Raubsucht der Ritter auf Schellenberg und Lichtenwalde, | ||
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| - | Am Sylvestertage des Jahres 1212 unternahmen die Mönche des Cisterzienserordens in Freiberg eine große Betfahrt nach dem Marienbilde zu Ebersdorf, um daselbst Gott für den reichen Bergsegen zu danken. Es war eine strenge Kälte, der Schnee hatte die Wege zugeweht und die Wasser waren zugefroren. Doch mit freudigem Muthe zog die Schaar der Betfahrer unter frommen Gesängen rüstig am Schieferbache hin. Da brachen plötzlich aus der dichten Waldung die Räuber von Schellenberg und Lichtenwalde und drangen auf den Zug ein, um die kostbaren Geräthe, Fahnen und Kleinode, welche bei einer Betfahrt damaliger Zeit nie fehlen durften, mit Gewalt zu rauben. Augenblicklich gerieth der Zug in wilde Verwirrung und die Mönche flohen mit Jammern und Entsetzen, aber der Schirmvoigt, | ||
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