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text:549_der_schwarze_mann_zu_koenigswalde

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-====== Der schwarze Mann zu Königswalde ====== 
  
-    Lehmann a. a. O. S. 950. 
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-Im Jahre 1696 hat die Frau des [[typ:köhler|Köhlers]] Hans Neuber zu [[geo:Königswalde]] im Monat Julius ein Mädchen zur Welt gebracht. Als dasselbe nun [[typ:taufe|getauft]] war, ist die Nacht darauf ein [[typ:schwarzermann|schwarzer langer Mann]], der aus der Stubenkammer hinein in die Stube kam, vor ihr [[typ:Bett]] getreten und hat sie also angeredet: „gieb mir Dein Kind!“ Als sie sich aber geweigert, ist er wieder hinausgegangen und hat das Schloß hinter sich zugeschlagen, daß es geschmettert.  
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-Nach 14 Tagen kam etwas an den Laden, daß sie auch den Schatten am [[typ:Fenster]] sehen konnte, und weil sie denselben für einen [[typ:Hund]] gehalten, hat sie demselben zugerufen: „gehest Du, garstiges Aas?“ Worauf es den Fensterladen gewaltig zugeschlagen und sie weiter nichts unternommen. Die folgende Nacht hat es ihr das Kind aus dem Bettchen gezogen, da sie es denn quer über dem Badewännchen auf dem Gesichtchen liegend gefunden, welches nachher eine Nacht um die andere sich wiederholt hat.  
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-An einem Sonnabend hernach im August hat die Mutter zur Nacht das Kind kurz vorher gestillt und wieder hinaus in das Wännchen gelegt, da dem Vater, der neben ihr lag, [[typ:traum|geträumt]], es hätte ein Kind einen Arm gebrochen, worüber er erschrack und aufwachte, doch, weil er sich besonnen, es sei ja sein Kind nicht, welches er bei sich in der Kammer habe, wieder einschlief. Hierauf wurde ihm das [[typ:Bett]] vom Leibe gezogen, darüber er auffuhr und nach dem Kinde schrie, welches sie wieder aus dem Kisschen ganz bloß auf dem Gesichte liegend todt gefunden.  
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-Als nach dessen [[typ:begräbnis|Beerdigung]] der Mann wieder an seine Arbeit in die Kohlen gegangen und seines Bruders Weib des Nachts bis zu seiner Wiederkunft dazubleiben vermocht, hat sich des Nachts zwischen 11–12 Uhr etwas an dem unteren Bettbret bemerkbar gemacht, damit geknackert, ist endlich gar in’s Bett gefallen, daß es ganz schwer worden, und da sie ihre schlafende Schwägerin aufgeweckt, hat das Ungethüm gesagt: „warte nur, ich will Dir Deinen Rest schon geben!“ Damit ist es weggekommen, und hat sie es ordentlich auf dem [[typ:stroh|Strohe]] hingehen hören, auch der [[typ:Hund]] hat es gemerkt und sehr gewinselt.  
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-//Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 489; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_489.jpg&oldid=- |Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// 
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-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 1696 taufe köhler schwarzermann traum armbruch schlaf tod begräbnis stroh}} 
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