text:49._die_spinnerin_im_monde
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| - | ====== Die Spinnerin im Monde ====== | ||
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| - | Acten des Altmärkischen Vereins für Geschichte und Industrie | ||
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| - | In der Gegend von Salzwedel erzählt man sich folgende Sage, die sich in einem Dorfe der Gegend zugetragen haben soll, dessen Namen man aber nicht mehr anführen kann: In dem Dorfe lebte eine arme, alte Wittwe, mit ihrer einzigen Tochter, Namens Marie. Die Mutter war krank und schwach, und konnte nicht mehr arbeiten. Das schadete aber nicht, denn Marie war die beste Spinnerin nahe und fern, sie konnte täglich drei Stück Garn spinnen, und ihr Faden war doch der feinste; dadurch ernährte sie sich und ihre alte Mutter. Sie hatte leider nur einen großen Fehler an sich, sie war wild und leichtsinnig, | ||
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| - | Sie hatte aber kaum eine Stunde gesponnen, als draußen Gesang und Musik laut wurde und die jungen Bursche des Dorfes ankamen. Sie hatten Spielleute geholt, die Spinnräder wurden an die Seite geworfen, und Alles tanzte und sprang. Marie wollte zwar anfangs nicht mittanzen, aber die Musik und die Lust und die Bitten der Bursche drangen tiefer in ihr Herz, als das Versprechen, | ||
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| - | Ihre Mutter saß unterdeß unruhig in ihrem Stübchen und wartete mit Schmerzen auf ihre Tochter. Da hörte sie auf einmal aus der Ferne das Schreien und Lärmen auf dem Kirchhofe. Sie konnte sich nicht mehr halten. Sie ging aus dem Hause und folgte dem Lärm. So kam sie auf den Kirchhof, wo sie ihre Tochter mitten unter den Springenden sah. Der Anblick zerschnitt ihr das Herz. Sie befahl ihr, sofort mit ihr nach Hause zu gehen. Das Mädchen aber erwiderte ihr: Ei, Mutter, der Mond scheint noch so helle! Geh’ du nur, ich komme bald! Da sah die alte Frau in den Mond und verfluchte ihre Tochter. Ich wollte, sagte sie, das ungerathene Kind säße im Monde und müßte da oben spinnen! - Die Worte hatte sie kaum gesprochen, da war die Marie aus den Reihen der Tanzenden verschwunden, | ||
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