text:48._die_koenigstochter_vom_rhein
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| - | ====== Die Königstochter vom Rhein ====== | ||
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| - | Vor grauen Zeiten soll das alte Worms auch die Hauptstadt des burgundischen Reiches gewesen sein. Ein Zigeunerweib stahl aus der Insel des Rosengarten eine Königstochter in einem kleinen Badewännlein und trug sie über den Rhein. Niemand wußte, wo das Kind hingekommen. Sein Vater grämte sich zu Tode, und seine Mutter starb fast vor Herzeleid. Achtzehn Jahre gingen darüber hin, da ritt der Königssohn durch einen Wald, fand dort ein Wirthshaus und kehrte ein; den Wein, den er begehrte, brachte ihm eine schöne Jungfrau, die ihm über alle Maaßen wohlgefiel. Da er nun eines Fußbades begehrte, so rüstete ihm das die Maid mit frischen grünen Kräutern und brachte es in einem Badewännlein dargetragen. Die Wirtin aber war ein häßliches, | ||
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| - | Da zog der Königssohn sein Schwert, das war sehr spitz und scharf, und stach die böse Wirthin damit in das Ohr, daß die Spitze zum andern Ohr wieder heraustrat, hob die Maid samt dem Wännelein auf sein Roß und ritt gen Worms zu seiner Frau Mutter. Die Königin wunderte sich baß, als sie das Paar so seltsam daherreiten sah, und fragte ihren Sohn: Welch eine Dirne bringst du uns daher? Sie führt ja ein Wännelein mit sich, als wenn sie mit einem Kinde ginge. – Frau Mutter, ich bringe keine Dirne, sondern Euer verlorenes Kind, mein lieb Schwesterlein, | ||
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