text:462._fresskahle_zu_wittenberg
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| - | ====== Freßkahle zu Wittenberg ====== | ||
| - | S. Dr. G.R. Böhmer, De polyphago et allotriophago Wittenbergensi. Viteb. 1757 in 4°. | ||
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| - | Jacob Kahle war ein Kohlgärtner zu Wittenberg, lebte ums Jahr 1723 und später und hat durch seinen sonderbaren Appetit sich einen weltberühmten Namen gemacht. Die Natur scheint ihn nicht gerade zu diesem derben Appetit gezwungen zu haben, aber für ein Stück Geld war er sogleich bereit, Alles, was man verlangt, zu verzehren, z.B. einen ganzen Schöps, ein Ferkel etc. Dann wieder einmal acht Schock Pflaumen mit den Kernen, ferner vier Metzen Kirschen etc. Dies zeigt von starkem Hunger, aber sein Appetit verschlang auch irdene Tiegel, Krüge, Schüsseln, Teller etc., ja sogar einmal einen halben Ofen, ferner Glas, Kieselsteine zerquetschte er mit den Zähnen und wenn er in die Bürgerhäuser kam, bat er um eine Kieselsteinsuppe. Man gab ihm dann eine gute Brühsuppe mit Brod; gewöhnlich ließ er die Steine liegen, verlangte man's aber, so aß er sie. Ein anderes Mal verschlang er für Geld einen ganzen Dudelsack, so daß der Spielmann die Flucht ergriff, aus Furcht, daß an ihn selbst die Reihe kommen möchte. Lebendige Thiere, Vögel, Mäuse etc. verschlang er, so daß der eigene Laut dieses Geschöpfes aus seinem Bauche heraus vernommen wurde. Einmal verschluckte er in Gegenwart von sieben, später deshalb eidlich abgehörten Personen ein ganzes Tintenfaß aus Eisen und Zinn, zugleich mit den Federn, Federmesser, | ||
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